Roland R. Griffiths
Roland Redmond Griffiths (* 19. Juli 1946 in Glen Cove, New York; † 16. Oktober 2023 in Baltimore, Maryland) war ein US-amerikanischer Psychopharmakologe, der als Professor an der medizinischen Fakultät der Johns-Hopkins-Universität für Neurowissenschaften, Psychiatrie und Verhaltenswissenschaften lehrte. Er gründete das Center on Psychedelic and Consciousness Research, das er bis zuletzt als Direktor leitete. Für seine herausragenden psychedelischen Forschungen wurde er 2022 von der MIND Foundation mit dem MIND Award in Deutschland ausgezeichnet.[1]
Leben und Wirken
Griffith wuchs im kalifornischen El Cerrito auf. 1968 erwarb er seinen Bachelor am Occidental College in Los Angeles und 1972 seinen Doktortitel in Psychologie an der University of Minnesota. In der Folge wurde er Assistenzprofessor für Verhaltensbiologie, zudem Forschungsassistent in der Abteilung für Psychiatrie an der Johns Hopkins University, wo er 1975 zum Forschungsleiter ernannt wurde.[2]
Der Hauptforschungsschwerpunkt seiner (prä-)klinischen Arbeiten lag in der Erforschung der Wirkung von Beruhigungsmitteln, Hypnotika, Koffein sowie neuartiger stimmungsverändernder Medikamente auf das Gehirn, ab 1999 erweitert um psychedelische Drogen (Psilocybin), und deren subjektiver Auswirkungen bei Patienten.[1] Dazu führte er mit freiwilligen Probanden umfangreiche Sitzungen und Studien durch. 2006 wurde eine 2002 durchgeführte Studie veröffentlicht, die die Untersuchungsergebnisse über mystische Erfahrungen einer Probandengruppe nach Psilocybin-Genuss präsentierte.[3] In Nachuntersuchungen stellte sich heraus, dass mehr als die Hälfte der Teilnehmer von den spirituell bedeutendsten Erfahrungen ihres Lebens.[4][5] 2020 wurde das JAMA Psychiatry Paper veröffentlicht, womit einer ersten rigoros kontrollierten Studie nachgewiesen werden konnte, dass psilocybin-assistierte Psychotherapie klinische Depressionen wirksam behandeln kann.[6]
Persönlich geleitet war Griffith von Fragen zum Aufschluss des durch physikalische Gesetzmäßigkeiten nicht erfassbaren Phänomens Bewusstsein.[7]
Griffith beriet die National Institutes of Health, Behörden des amerikanischen Gesundheitsministeriums sowie zahlreiche Pharmaunternehmen bei der Entwicklung neuer psychotroper Medikamente und als Mitglied des Expertenausschusses für Drogenabhängigkeit die Weltgesundheitsorganisation (WHO).[2]
Griffith, der mehr als vierhundert von der Fachwelt hoch anerkannte Artikel verantwortete, starb im Alter von 77 Jahren an einem Darmkrebsleiden.
Einzelnachweise
- ↑ a b Höchste Auszeichnung: Roland Griffiths, Pionier der modernen psychedelischen Forschung, erhält MIND Award – Informationsdienst Wissenschaft (idw), abgerufen am 13. Januar 2026.
- ↑ a b Johns Hopkins medicine : Roland Griffiths, wegweisender Forscher für psychedelische Substanzen (englisch), abgerufen am 13. Januar 2026.
- ↑ Roland R. Griffiths, William A. Richards, Una D. McCann, Robert Jesse: Psilocybin can occasion mystical-type experiences having substantial and sustained personal meaning and spiritual significance, Psychopharmacology, 2006, Band 187, Ausgabe 3, S. 268–283.
- ↑ Roland R. Griffiths, William A. Richards, Matthew W. Johnson, Una D. McCann, Robert Jesse: Mystic-type experiences occasioned by psilocybin mediate the attribution of personal meaning and spiritual significance 14 months later, Journal of Psychopharmacology, 2008, Band 22, Ausgabe 6, S. 621–632.
- ↑ National Library of Medicine: Psilocybin kann mystische Erlebnisse hervorrufen, die eine bedeutende und anhaltende persönliche und spirituelle Bedeutung haben., abgerufen am 13. Januar 2026.
- ↑ JAMA Psychiatry: Auswirkungen der psilocybin-unterstützten Therapie auf eine schwere depressive Störung. Eine randomisierte klinische Studie, abgerufen am 13. Januar 2026.
- ↑ Julie Scharper, in Johns Hopkins Magazine: Crashkurs in der Natur des Geistes. Roland Griffiths' Psilocybin-Experimente haben beeindruckende Hinweise auf therapeutische Anwendungen von Halluzinogenen geliefert (englisch), abgerufen am 13. Januar 2026.