Roebuck (Schiff, 1690)

Roebuck
Schiffsdaten
Flagge England England
Schiffstyp Brander / Fregatte
Klasse 1689 Programe Fireship
Bauwerft Werft in Wapping (London)
Bestellung 6. Dezember 1689
Stapellauf 17. April 1690
Indienststellung 11. April 1690
Verbleib 1701 gesunken
Schiffsmaße und Besatzung
Länge Geschützdeck: 29,26 m (Lüa)
Breite 7,77 m
Tiefgang (max.) 2,76 m
Verdrängung 291 tons (bm)
 
Besatzung 50 Mann
Takelung und Rigg
Takelung Vollschiff
Anzahl Masten 3
Bewaffnung ab 1695

26 Kanonen

  • 22 × 12-Pfünder
  • 4 × 4-Pfünder

Die Roebuck war ein Kriegsschiff der englischen Marine, das von 1690 bis 1701 in Dienst stand und ab 1699 unter dem Kommando von William Dampier zu einer Entdeckungsfahrt mit Ziel Australien / Neuguinea geschickt wurde.

Geschichte

Die spätere Roebuck wurde am 6. Dezember 1689 als Teil eines Programms über zwölf als Mehrzweckschiffe einsetzbare Brander bestellt. Der Bauauftrag wurde sieben Tage später an den Schiffbauer Edward Snelgrove vergeben, welcher das Schiff auf einer Werft im Londoner Stadtteil Wapping auf Kiel legte. Der Stapellauf erfolgte am 17. April 1690 und die offizielle Indienststellung, unter Captain Isaac Townsend, einige Tage frührer am 11. April. Sie diente anschließend in englischen Gewässern und gehörte im Mai 1692 zu den Unterstützungkräften der Red Squadron bei der Seeschlacht von Barfleur gegen die Franzosen.

Die Roebuck wurde am 23. Mai 1695 zu einem 24-Kanonen-Schiff der 5. Klasse (Fifth Rate) umklassifiziert.

1699 wurde sie dem Kommando von William Dampier übergeben. Dampier erschien durch seine seemännische Erfahrung qualifiziert, die erste englische, wissenschaftlich durchgeführte Expedition in die Südsee mit Ziel Australien und Neuguinea zu leiten.

Das Schiff nahm Kurs auf das Kap der Guten Hoffnung. Es muss in schlechter Verfassung gewesen sein, denn sein Zustand machte eine umfangreiche Reparatur in Batavia (heute Jakarta, Indonesien) notwendig. Auf der Rückfahrt leckte das Schiff so sehr, dass Dampier es in eine Bucht der Insel Ascension (Süd-Atlantik) lenkte. Trotz unermüdlichen Pumpens und der Versuche, das Leck abzudichten, sank die Roebuck am 21. Februar 1701. Die Mannschaft konnte sich auf die Insel retten, aber ein Großteil der gesammelten Proben und Aufzeichnungen ging verloren. Die Pflanzensammlung konnte gerettet werden und existiert noch im Herbarium der Universität Oxford.

Überreste der Roebuck, u. a. die Schiffsglocke, wurden 2001 gefunden. Sie werden im Museum der Insel aufbewahrt.

Literatur

  • Rif Winfield: British Warships in the Age of Sail 1603 to 1714: Design, Construction, Careers and Fates. Seaforth Publishing, Barnsley 2009, ISBN 978-1-84832-040-6 (englisch).
  • William Dampier: A Voyage to New Holland. London 1703 (neu aufgelegt 1999).
  • William Dampier: A Voyage to New Holland, E-Book im Project Gutenberg