Robert von Reder

Wilhelm Robert Heinrich Magnus von Reder (* um 1800 in Sprottau; † 1869 ebenda) war ein deutscher Jurist und Politiker. Er war Landrat des Kreises Sprottau (1856–1869) und Abgeordneter im Preußischen Abgeordnetenhaus (1855–1858).

Leben

Als Sohn des Sprottauer Bürgermeisters geboren, studierte er nach dem Besuch des Gymnasiums in Glogau Rechtswissenschaften in Breslau. Während seines Studiums wurde er 1820 Mitglied der Alten Breslauer Burschenschaft Arminia. Aufgrund seiner burschenschaftlichen Aktivitäten wurde er 1822 vom Senat der Universität relegiert und durfte damit auf keiner deutschen Universität mehr studieren; 1824 wurde er begnadigt, sodass er in Breslau fertig studieren konnte.

Wegen einer Falschaussage von 1821 bezüglich seiner Mitgliedschaft in einer Burschenschaft musste er acht Wochen Festungsarrest absitzen.

Nach seinem Studium wurde er 1834 Land- und Stadtgerichtsrat und 1846 Kreisgerichtsdirektor.[1] Als Geheimer Regierungsrat übernahm er 1857 bis zu seinem Tod das Sprottauer[2] Landratsamt.[3]

1855 bis 1858 war er Abgeordneter im Preußischen Abgeordnetenhaus (Wahlkreis Liegnitz 4).

Er selbst war schon vor seiner Ernennung[4] zum Landrat 1856 mehrere Jahre Rittergutsbesitzer in Walddorf, Kreis Sprottau, Erwerbdwert etwa 30.000 Taler.[5] Der Vorbesitzer war ein Baron von Lüttwitz.[6] Diese Ortschaft gehörte nachfolgend, ab 1. Juli 1929, zum Dorf Gießmannsdorf.

Literatur

Einzelnachweise

  1. Amts-Blatt der Königlichen Regierung zu Liegnitz. №. 20, Liegnitz, den 18. Mai 1850, S. 197.
  2. Königlich Preussischer Staatskalender für das Jahr 1857. Verlag der Königlich Geheimen Ober-Hofbuchdruckerei, R. (L.). Decker, Berlin 1857, S. 451.
  3. Königliches Ober-Präsidial-Bureau (Hrsg.). Handbuch der Provinz Schlesien. Wilh. Gottl. Korn, Breslau 1864, S. 71.
  4. Schwieger (Red.): Königlich Preussischer Staats-Anzeiger [1856]. №. 236, Verlag der Königlich Geheimen Ober-Hofbuchdruckerei, Rudolph Decker, Berlin, Dienstag, den 7. Oktober 1856, S. 1921.
  5. Karl Friedrich Rauer (Hrsg.): Matrikel-Matrikel der in sämmtlichen Kreisen des Preussischen Staats auf Kreis- und Landtagen vertretenenen Rittergüter. Selbstverlag, Berlin 1857, S. 207.
  6. Christian Moritz Herschel: Schlesien in seinem ganzen Umfange; als Preußisch-, Oesterreichisch-, und ehem. Neu-Schlesien. Bey Wilhelm Gottlob Korn, Breslau 1818, S. 271.