Robert Schmuki
Robert Schmuki (* 16. Juli 1963 in Zürich) ist ein Schweizer Unternehmer im Non-Profit-Bereich (Social Entrepreneur). Er ist insbesondere für die Entwicklung von Projekten zur Kinder- und Jugendförderung bekannt und war Gründer der Stiftung IdéeSport,[1] einer der wichtigen Anbieter offener Kinder- und Jugendarbeit in der Schweiz.
Leben, Ausbildung und Beruf
Robert Schmuki wuchs in Zürich auf, wo er auch Geschichte (BA) und anschliessend an der ETH Architektur und Städtebau studierte (Dipl.Arch ETH). Im sportlichen Bereich, der für die spätere Arbeit bedeutend war, wurde er mit den Grasshoppers Zürich Jugend-Schweizermeister im Fussball, um danach im Basketball als Spieler, Trainer und Verbandsinstruktor in der nationalen Liga tätig zu sein.
Ab 1995 widmete er sich beruflich als selbständiger Architekt vor allem der Stadt- und Quartierentwicklung. Im Rahmen der Fragestellung, wie Treffpunkte für Jugendliche in Stadtquartieren entstehen können, übernahm er die Idee des Midnight Basketballs, das ab 1986 von G. Van Standifer in Maryland, USA entwickelt wurde, und passte das Konzept den Schweizer Gegebenheiten als offene Sporttreffpunkte für Jugendliche an. Die erst nur für Jugendliche gedachten Angebote erweiterte er mit dem Programm Open Sunday ab 2006 für Kinder und mit Mini Move ab 2011 für Kleinkinder. Die Konzepte von Open Sunday und MiniMove wurde ab 2014 in Deutschland übernommen.
Ab 1999 baute Schmuki für die Umsetzung der Kinder- und Jugendprogramme die Förderorganisation Midnight Projekte Schweiz auf. Hauptsitz war Uster ZH, mit Realisationsbüros in Luzern (2006), Basel (2006), Bern (2008), Lausanne (2009), Bellinzona (2009) und St. Gallen (2010).
2010 gründete Schmuki die Stiftung IdéeSport in Bern, mit, Stand 2024, rund 280 Mitarbeitenden (Geschäftsstelle und lokale Projektleitende, ca. 70 FTE) und einem Umsatzvolumen von 6.9 Mio. CHF. Die Stiftung führt (Stand Sommer 2024) Kinder- und Jugendprojekte in 184 Gemeinden in 20 Kantonen der Schweiz mit rund 160'000 Teilnahmen. Die Stiftung ist einer der grössten Anbieter offener Kinder- und Jugendarbeit in der Schweiz.
2014 trat Schmuki von seinen Führungsaufgaben in der Stiftung IdéeSport zurück und übernahm die Leitung des Schweizer Kinderhilfswerk Pro Juventute. Mitte 2016 wechselte er als Leiter Weiterbildung ans Center for Philanthropy Studies (CEPS) der Universität Basel, für das er bis heute als Dozent tätig ist. 2021 war er Mitgründer des Beratungsunternehmen Con·Sense Philanthropy Consulting, das er bis 2024 mit auf- und ausbaute.
Robert Schmuki setzt sich heute für die Umsetzung der UN-Behindertenkonvention in der Schweiz ein. Er ist verheiratet und lebt in Zürich und Basel.
Lehrtätigkeit und Theoriearbeit
Für zehn Jahre widmete sich Schmuki ganz der Lehr- und Entwicklungsarbeit für NPO. Verschiedene theoretische Modelle für die Arbeit im Nonprofit-Sektor sind dabei entstanden, zu denen er auch publiziert:
- Kapitalmodell und self-assessment-tool zur Resilienz von NPO (2016)
- Drei-Markt-Framework für die Strategieentwicklung von NPO (2018)
- Interventionsfelder-Modell für NPO und Förderstiftungen (2019)
Die Modelle sind anwendungsorientiert und werden in der strategischen Beratungsarbeit für NPO genutzt.
Auszeichnungen
- Auszeichnungen für die fachlich/inhaltliche Arbeit
- 2022 Adele-Duttweiler-Preis
- 2013 Albert Koechlin Anerkennungspreis[2]
- 2012 Pestalozzipreis[3]
- 2010 Jugendpreis der Stadt Winterthur[4]
- 2009 Integrations-Förderpreis der Stadt Bern[5]
- 2005 Auszeichnung der Internationalen Bodensee-Konferenz CH, D, A, FL
- Auszeichnungen persönlich
- 2016 Preis der Landis & Gyr-Stiftung[6]
- 2009 Menschenwürde-Preis der Tertianum-Stiftung[7]
- 2009 Nomination Social Entrepreneur of the Year Switzerland, Schwab-Foundation
- 2004 „Der andere Sportpreis“ des Kantons Zürich[8]
Publikationen
- Kathrin Frey, Robert Schmuki: Advocacy - die gesellschaftspolitische Arbeit von Nonprofit-Organisationen und Förderstiftungen. CEPS Forschung & Praxis, Basel 2021, ISBN 978-3-9525428-2-8
- Sophie Hersberger-Langloh, Robert Schmuki: Strategische Marktentwicklung für Nonprofit-Organisationen. CEPS Forschung & Praxis, Basel 2021, ISBN 978-3-9525428-3-5
Weblinks
- Nomination Social Entrepreneur of the Year der Schwab Foundation 2008
- Übergabe Menschenwürdepreis der Tertianum-Stiftung
- Bekanntgabe des Landis&Gyr-Preises 2016
- Laudation zum Landis & Gyr-Preis 2016 von Benz Friedli (PDF)
- Open Sunday in Deutschland ( vom 27. November 2016 im Internet Archive)
- Schmuki neu bei der Pro Juventute
- Ankündigung Adele-Duttweiler-Preis
Einzelnachweise
- ↑ ZUG: Robert Schmucki erhält Preis der Landis & Gyr Stiftung. In: luzernerzeitung.ch. 26. November 2015, abgerufen am 23. Oktober 2024.
- ↑ Luzerner Zeitung AG 6006 Luzern: Albert Koechlin Stiftung verleiht Preise. luzernerzeitung.ch (englisch).
- ↑ Pestalozzi-Preis - für kinderfreundliche Lebensräume - Pro Juventute - LCH - unicef.
- ↑ News - Portal Winterthur. stadt.winterthur.ch, archiviert vom am 8. Juli 2016; abgerufen am 8. Juli 2016.
- ↑ Der Integrations- und der Förderpreis bis heute – Stadt Bern.
- ↑ Den Preis der Landis & Gyr Stiftung 2016 erhält Robert Schmucki. ch-cultura.ch, 26. November 2015, abgerufen am 23. Oktober 2024.
- ↑ TERTIANUM-Stiftung - 00031 - Menschenwürde und Arbeit mit Jugendlichen. tertianum-stiftung.ch, archiviert vom am 8. Juli 2016; abgerufen am 8. Juli 2016.
- ↑ Der aNDerE Sportpreis. zks-zuerich.ch, abgerufen am 23. Oktober 2024.