Robert R. Bowie

Robert Richardson Bowie (* 24. August 1909 in Baltimore, Maryland; † 2. November 2013 in Towson, Maryland) war ein US-amerikanischer Regierungsbeamter und Diplomat, der unter anderem von 1953 bis 1957 im Außenministerium Director of Policy Planning und zwischen 1966 und 1968 Berater des Außenministers war, sowie von 1977 bis 1979 stellvertreter Direktor der Central Intelligence Agency (CIA).

Leben

Robert Richardson Bowie, Sohn von Clarence Keating Bowie und Helen Richardson, begann nach dem Schulbesuch ein grundständiges Studium an der Princeton University, das er 1931 mit einem Bachelor of Arts (B.A.) beendete. Im Anschluss absolvierte er ein Studium der Rechtswissenschaften an der Harvard Law School und schloss dieses 1934 mit einem Bachelor of Laws (LL.B.) ab. Im Anschluss war er als Rechtsanwalt tätig und diente während des Zweiten Weltkrieges von 1942 bis 1946 in der US Army. Nach Kriegsende nahm er 1946 eine Professur an der Harvard University an und lehrte dort bis 1955. Während dieser Zeit führte er mit Wilhelm Grewe 1951/1952 die Verhandlungen zum Deutschlandvertrag, ein völkerrechtlicher Vertrag, der am 26. Mai 1952 zwischen der Bundesrepublik Deutschland und den drei westlichen Besatzungsmächten Frankreich, Großbritannien und USA geschlossen wurde, dessen Gegenstand die Wiederherstellung der deutschen Souveränität und die Normalisierung des völkerrechtlichen Status Deutschlands war.

Am 28. Mai 1953 wurde Bowie als Nachfolger von Paul Nitze[1] zum Direktor für politische Planung (Director of Policy Planning) im Außenministerium ernannt. Er bekleidete dieses Amt ab dem 17. November 1954 im Range eines Assistant Secretary of State bis zum 31. August 1957, woraufhin Gerard C. Smith[2] ihn ablöste.[3] Im Anschluss war er von 1958 bis zu seiner Ablösung durch Raymond Vernon 1972 Direktor des von ihm und Henry Kissinger[4] 1958 gegründeten Weatherhead Center for International Affairs der Harvard University.[5]

Als Nachfolger von Walt Whitman Rostow[6] übernahm Bowie am 21. September 1966 das Amt als "Counselor of the US Department of State" und diente damit bis zum 1. April 1968 dem Außenminister Dean Rusk[7] als Sonderberater und Sachverständiger in wichtigen außenpolitischen Fragen und stellte den zuständigen Behörden in solchen Angelegenheiten Leitlinien zur Verfügung. Sein Nachfolger als Counsellor wurde daraufhin am 23. Januar 1969 Richard F. Pedersen.[8]

1977 wurde Robert R. Bowie stellvertretender Direktor der Central Intelligence Agency (CIA) für Nachrichtendienste und verblieb auf dieser Funktion bis 1979. Er engagierte sich zudem im Council on Foreign Relations (CFR),[9] der 1983 gegründeten American Academy of Diplomacy,[10] der Trilateralen Kommission,[11] dem American Law Institute,[12] sowie der Eisenhower Memorial Commission[13] und wurde mit dem Legion of Merit ausgezeichnet.

Aus seiner am 15. April 1944 geschlossenen Ehe mit Theodosia Chapman gingen zwei Söhne hervor, der Rechtsanwalt Robert R. Bowie Jr. (* 24. September 1947)[14] und William Chapman Bowie.

Veröffentlichungen

  • Roadside control, Research Division, Maryland Legislative Council, Annapolis 1940
  • Studies in federalism, Little, Brown, Boston 1954
  • The European Economic Community and the United States, Washington, D.C. 1961
  • The first five years, 1958–63, Harvard University. Center for International Affairs, Cambridge 1963
  • Government regulation of business cases from the National reporter system, Foundation Press, Boston 1963
  • Shaping the future. Foreign policy in an age of transition, Columbia University Press, New York 1964
  • Suez 1956, Oxford University Press, New York 1974
  • The North Atlantic nations tasks for the 1960’s a report to the Secretary of State, August 1960, University of Maryland, College Park 1991
  • Waging peace. How Eisenhower shaped an enduring cold war strategy, Oxford University Press, New York 1998
  • Presidential judgment foreign policy decision making and the White House, Hollis Pub, Hollis 2001
  • The death of Stalin (March 5, 1953). A missed opportunity to overcome the Cold War?, Washington, D.C. 2003
in deutscher Sprache:
  • Probleme einer europäischen Staatengemeinschaft, Studien Zum Föderalismus, Institut für Europäische Politik und Wirtschaft, Frankfurt am Main 1954

Einzelnachweise

  1. Paul Henry Nitze (1907–2004). US State Department Office of the Historian, abgerufen am 15. Dezember 2025 (englisch).
  2. Gerard Coad Smith (1914–1994). US State Department Office of the Historian, abgerufen am 15. Dezember 2025 (englisch).
  3. Directors of Policy Planning. US State Department Office of the Historian, abgerufen am 15. Dezember 2025 (englisch).
  4. Biographies of the Secretaries of State: Henry A. (Heinz Alfred) Kissinger (1923–2023). US State Department Office of the Historian, abgerufen am 15. Dezember 2025 (englisch).
  5. Weatherhead Center for International Affairs: Past Directors. Homepage (wcfia.harvard.edu), abgerufen am 15. Dezember 2025 (englisch).
  6. Walt Whitman Rostow (1916–2003). US State Department Office of the Historian, abgerufen am 15. Dezember 2025 (englisch).
  7. Biographies of the Secretaries of State: David Dean Rusk (1909–1994). US State Department Office of the Historian, abgerufen am 15. Dezember 2025 (englisch).
  8. Richard Foote Pedersen (1925–). US State Department Office of the Historian, abgerufen am 15. Dezember 2025 (englisch).
  9. Council on Foreign Relations (CFR). Homepage (cfr.org), abgerufen am 15. Dezember 2025 (englisch).
  10. American Academy of Diplomacy. Homepage (academyofdiplomacy.org), abgerufen am 15. Dezember 2025 (englisch).
  11. Trilaterale Kommission. Homepage (trilateral.org), abgerufen am 15. Dezember 2025 (englisch).
  12. American Law Institute. Homepage (ali.org), abgerufen am 15. Dezember 2025 (englisch).
  13. ABOUT THE LEGACY COMMITTEE MEMBERS. Homepage (eisenhowermemorial.org), abgerufen am 15. Dezember 2025 (englisch).
  14. Robert R. Bowie Jr. Prabook, abgerufen am 15. Dezember 2025 (englisch).