Robert Paul (General)

Robert Karl August Paul (* 8. Oktober 1858 in Neubrandenburg; † 6. Dezember 1940) war ein bayerischer Generalleutnant.

Leben

Paul, Sohn eines Professors, trat nach seinem Abitur als Dreijährig-Freiwilliger in das 1. Feldartillerie-Regiment „Prinz Luitpold“ der Bayerischen Armee in München ein. Bis Mitte November 1880 avancierte er zum Sekondeleutnant und war von Ende September 1886 bis Ende Mai 1889 Adjutant der I. Abteilung. Anfang Oktober 1890 zum Premierleutnant befördert, rückte Paul Mitte Juni 1895 zum überzähligen Hauptmann auf. Mit der Ernennung zum Batteriechef und unter Verleihung eines Patents zu seinem Dienstgrad wurde er am 17. Dezember 1895 in das 2. Feldartillerie-Regiment „Horn“ versetzt. In gleicher Eigenschaft war er ab dem 1. Oktober 1900 für ein Jahr im neugebildeten 8. Feldartillerie-Regiment in Nürnberg tätig. Anschließend wurde Paul unter Beförderung zum Major und Stellung à la suite seines Regiments zur Inspektion der technischen Institute versetzt und zur preußischen Artillerieprüfungskommission unter Bestimmung als außeretatmäßiges Mitglied des Bayerischen Senats beim Reichsmilitärgericht kommandiert.

Mit der Ernennung zum Abteilungskommandeur im 12. Feldartillerie-Regiment kehrte Paul am 17. Oktober 1905 in den Truppendienst zurück. Daran schloss sich ab dem 20. Juli 1906 eine Verwendung als Kommandeur des 5. Feldartillerie-Regiments „König Alfons XIII. von Spanien“ an. Er avancierte am 8. März 1907 zum Oberstleutnant und wurde am 4. August 1908 als Kommandeur zum 7. Feldartillerie-Regiment „Prinzregent Luitpold“ versetzt. Als solcher erhielt er Mitte September 1908 die Erlaubnis zur Annahme des preußischen Kronen-Ordens III. Klasse und Ende des Folgemonats des spanischen Militär-Verdienstordens II. Klasse.[1][2] Paul rückte am 7. März 1909 zum Oberst auf, erhielt Anfang September die Erlaubnis zur Annahme des Roten Adlerordens III. Klasse und Prinzregent Luitpold verlieh ihm im Oktober 1909 den Verdienstorden vom Heiligen Michael II. Klasse.[3][4]

Am 23. April 1911 folgte seine Versetzung nach Fürth als Kommandeur der 5. Feldartillerie-Brigade sowie am 7. März 1912 die Beförderung zum Generalmajor. An der Spitze seiner Brigade nahm Paul nach dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs im Verbund mit der 5. Infanterie-Division des III. Armee-Korps bei der 6. Armee an den Grenzschutzgefechten und der Schlacht in Lothringen sowie der Schlacht bei Nancy-Épinal teil. Ab Mitte September 1914 lag er in Stellungskämpfen zwischen Maas und Mosel. Dort erkrankte er am 24. April 1915 und erhielt am 19. Mai 1915 den Charakter als Generalleutnant mit dem Prädikat Exzellenz.

In Genehmigung seines Abschiedsgesuches und unter Verleihung des Sterns zum Militärverdienstorden 2. Klasse mit Schwertern wurde Paul am 25. August 1915 mit der gesetzlichen Pension zur Disposition gestellt.[5]

Nach seiner Verabschiedung erfolgte seine Wiederverwendung als z.D.-Offizier und er war vom 2. April 1917 über das Kriegsende hinaus bis zum 19. November 1918 als Militärgouverneur vom Łomża im besetzten Polen tätig.

Literatur

  • Joseph Karl Brennfleck: Das Königlich Bayerische 2. Feldartillerie-Regiment Horn. Erster Band: Von der Errichtung im Jahre 1824 bis zum Weltkrieg. Verlag Max Schick, München 1939, S. 554.

Einzelnachweise

  1. Bayerisches Kriegsministerium (Hrsg.): Verordnungs-Blatt. Beilage zu Nr. 24 vom 16. September 1908, S. 173.
  2. Bayerisches Kriegsministerium (Hrsg.): Verordnungs-Blatt. Beilage zu Nr. 28 vom 31. Oktober 1908, S. 209.
  3. Bayerisches Kriegsministerium (Hrsg.): Verordnungs-Blatt. Beilage zu Nr. 34 vom 25. Oktober 1909, S. 219.
  4. Bayerisches Kriegsministerium (Hrsg.): Verordnungs-Blatt. Beilage zu Nr. 35 vom 30. Oktober 1909, S. 253.
  5. Bayerisches Kriegsministerium (Hrsg.): Verordnungs-Blatt. Beilage 3 zu Nr. 46 vom 30. August 1915, S. 1664.