Robert Korn (Bezirkshauptmann)
Robert Korn (* September 1868; † 1938 oder später)[1] war ein österreichischer Verwaltungsbeamter und von 1913 bis 1918 Bezirkshauptmann von Suceava. Nach 1918 war er im Verwaltungsdienst der Bukowina unter dem Königreich Rumänien tätig.
Leben
Bis 1914
Robert Korn entstammte einer römisch-katholischen Familie. Sein Vater war Wenzel Korn (26. Juni 1832 – 8. Dezember 1895), k.k. Schulrat sowie Ehrenbürger von Czernowitz. Seit 1866 war er Oberrealschuldirektor in Czernowitz.[2][3] 1938 wurde die Familie in Czernowitz als „alte, angesehene deutsche Familie unserer Stadt“ beschrieben.[1]
Robert Korn studierte in Czernowitz Jura und wurde als Student im Herbst 1888 zum Präsidenten des akademischen Corps „Austria“ gewählt, das in dem Jahr nach einer Pause neu aktiviert wurde.[4] Zum 1. Januar 1890 wurde er zum Leutnant in der Reserve beim Infanterie-Regiment 41 ernannt.[5]
Im April 1893 wurde Korn „zum Conceptspracticanten im Status der politischen Verwaltungsbehörden der Bukowina ernannt“.[6] Er wurde am 27. Juni 1893 in Czernowitz zum Doktor der Rechte promoviert, sein Doktorvater war Friedrich von Kleinwächter.[7] Im April 1895 wurde Korn "der Bezirkshauptmannschaft von Storozynetz zur Diensleistung zugewiesen",[8] und im November des Jahres kam er wieder zur Landesregierung.[9]
1908 wurde Robert Korn „mit der Leitung der Bezirkshauptmannschaft in Storozynetz betraut“.[10] 1913 wurde er als Bezirkshauptmann von Storozynetz nach Suceava versetzt, wo er den Dienst ab 8. Mai antrat.[11] Aus diesem Anlass wurde ihm von sämtlichen Bürgermeistern des Bezirks Storozynetz ein Ehrengeschenk überreicht, und seine Ehefrau Johanna Korn wurde „für ihr humanes Wirken auf dem Gebiete der Jugendfürsorge und der Wohltätigkeit der Dank ausgesprochen.“[12]
Erster Weltkrieg
Zu Beginn des Ersten Weltkriegs war Korn im Jahr 1914, wie Anfang 1916 betont wurde, "der einzige Bezirkshauptmann in der Bukowina, mit Ausnahme von Dornawatra, der bis zum letzten Moment vor Einzug der Russen auf seinem Posten verharrte."[13] Er war damit „vom 4. Oktober 1914 bis Ende 1914 der einzige amtierende Bezirkshauptmann von Krakau bis an die damalige rumänische Grenze“.[1]
Ab 1915 hielt sich Korn wieder auf seinem Dienstposten auf. Im September 1915 wurde er zum Ehrenbürger von Bunești (Suceava) ernannt.[14] Zudem engagierte er sich von 1915 bis Kriegsende in verschiedenen wohltätigen Vereinen und Veranstaltungen.[15][16][17][18]
Im Februar 1916 wurde Korn „in Anerkennung seiner ganz besonderen Verdienste seit Beginn des Krieges“[13] das Ritterkreuz des Franz-Joseph-Ordens am Band des Militärverdienstkreuzes verliehen.[19] Zu diesem Anlass veranstalteten Bürger in Suczawa einen Fackelzug und hielten lobende Reden über ihn.[13]
Im Februar 1918 wurde Korn zum Landesregierungsrat in der Bukowina ernannt.[20] Bis Kriegsende im November 1918 blieb er Bezirkshauptmann in Suceava.[1]
Nach 1918
Nach dem Ersten Weltkrieg und dem Zerfall des k.u.k-Reiches wurde die Bukowina Teil des Königreichs Rumänien. Robert Korn war fortan unter der rumänischen Regierung im Verwaltungsdienst bei der Regierungsbehörde in Czernowitz tätig.[1] Am 1. Juli 1928 ging er in den Ruhestand.[1] Aus Anlass seines 70. Geburtstag veröffentlichte die Czernowitzer Deutsche Tagespost am 29. September 1938 ein Porträt über ihn, in dem seine Tätigkeit positiv bewertet wurde und welches erwähnt, dass Robert Korn zu jenem Zeitpunkt bei seinen Kindern in Bukarest lebte.[1]
Einzelnachweise
- ↑ a b c d e f g Dr. Robert Korn - 70 Jahre In: Czernowitzer Deutsche Tagespost, 29. September 1938, S. 3.
- ↑ Danksagung. In: Bukowinaer Post, 15. Dezember 1895, S. 8 (online bei ANNO).
- ↑ Schulrath Dr. Wenzel Korn †. In: Czernowitzer Presse, 15. Dezember 1895, S. 1–2 (online bei ANNO).
- ↑ Austria. In: Czernowitzer Presse, 1. Oktober 1888, S. 5 (online bei ANNO).
- ↑ Avancement der Einjährig-Freiwilligen. In: Bukowinaer Rundschau, 29. Dezember 1889, S. 4 (online bei ANNO).
- ↑ Ernennungen. In: Bukowinaer Rundschau, 27. April 1893, S. 4 (online bei ANNO).
- ↑ Promotionen. In: Bukowinaer Rundschau, 30. Juli 1893, S. 4 (online bei ANNO).
- ↑ Von der Landesregierung. In: Bukowinaer Rundschau, 18. April 1895, S. 2 (online bei ANNO).
- ↑ Von der Landesregierung. In: Bukowinaer Rundschau, 27. November 1895, S. 3 (online bei ANNO).
- ↑ Von der Landesregierung. In: Bukowinaer Post, 3. März 1908, S. 2 (online bei ANNO).
- ↑ Personalnachrichten. In: Bukowinaer Post, 4. Mai 1913, S. 5 (online bei ANNO).
- ↑ Ehrung. In: Bukowinaer Post, 1. Juni 1913, S. 6 (online bei ANNO).
- ↑ a b c Ehrung. In: Czernowitzer Tagblatt, 15. Februar 1916, S. 3–4 (online bei ANNO).
- ↑ Ehrenbürgerernennungen. In: Czernowitzer Tagblatt, 19. September 1915, S. 4 (online bei ANNO).
- ↑ Kriegsfürsorge in Suczawa. In: Czernowitzer Tagblatt, 5. Oktober 1915, S. 4 (online bei ANNO).
- ↑ Zweigverein vom Silbernen Kreuz in Suczawa. In: Czernowitzer Tagblatt, 29. März 1916, S. 3–4 (online bei ANNO).
- ↑ Die Rote-Kreuz-Woche. In: Czernowitzer Tagblatt, 19. Mai 1916, S. 3 (online bei ANNO).
- ↑ Zweigverein Czernowitz der k.k. Gesellschaft vom Silbernen Kreuze. In: Gemeinsame Kriegs-Ausgabe Czernowitzer Allgemeine Zeitung | Czernowitzer Tagblatt, 15. August 1918, S. 3 (online bei ANNO).
- ↑ Die Auszeichnungen in der Bukowina. In: Czernowitzer Tagblatt, 13. Februar 1916, S. 3 (online bei ANNO).
- ↑ Vom Tage. Von der Landesregierung. In: Gemeinsame Kriegs-Ausgabe Czernowitzer Allgemeine Zeitung | Czernowitzer Tagblatt, 16. Februar 1918, S. 3 (online bei ANNO).