Riyo Sato

Riyo Sato (* 4. Juni 1913 in Palo Alto, Kalifornien; † 10. Oktober 2009 in Chicago, Illinois) war eine US-amerikanische Malerin, Fotografin und Kunstpädagogin. Sie gehörte zur Nisei-Generation.[1]

Leben

Riyo Sato studierte an der California College of Arts and Crafts in Oakland und schloss ihr Studium im Jahr 1940 ab. Anschließend arbeitete sie als Designerin für die California Cotton Mills in Oakland und im Rahmen des WPA-Programms in San Francisco, wo sie Wandmaler unterstützte und eigene Aquarell- und Lithografien schuf. Ihr Aquarell Good Old Summertime wurde im Februar 1943 im de Young Museum ausgestellt.[1]

Im Internierungslager

Nach dem Erlass von Executive Order 9066 wurde Riyo Sato Im Mai 1942 im Zuge der Zwangsumsiedlung japanischstämmiger US-Bürger während des Zweiten Weltkriegs von der US-Regierung aus ihrem Wohnort Palo Alto in das Santa Anita Assembly Center in Arcadia, Kalifornien, gebracht. Dort befand sie sich mit mehr als 100.000 weiteren japanischstämmigen Bewohnern der US-Westküste, die nach dem Angriff auf Pearl Harbor in sogenannte War Relocation Camps gebracht wurden.[2][1]

Riyo Sato hatte einen Abschluss in Kunstpädagogik vom California College of the Arts in Oakland. Während ihres Aufenthalts im Santa Anita Assembly Center hielt sie das Lagerleben in Zeichnungen fest. Da den Internierten das Mitführen von Kameras untersagt war, sind ihre Zeichnungen seltene zeitgenössische Zeugnisse aus Sicht der Betroffenen. Die meist mit Bleistift auf dünnem Onionskin-Papier angefertigten Skizzen zeigen Alltagsszenen wie Warteschlangen vor der Essensausgabe, Besuche beim Zahnarzt, die Herstellung von Tarnnetzen für das Militär, Menschen am Lagerzaun sowie Ansichten der Unterkünfte und des Lagergeländes.[2]

1945 zog Riyo Sato nach Chicago, wo sie zehn Jahre lang als kommerzielle Künstlerin im Bielefeld Studio arbeitete. In den 1950er-Jahren erwarb sie einen Master of Arts in Design und Kunstpädagogik am Illinois Institute of Technology. Anschließend unterrichtete sie Kunst an der Garfield Elementary School und der Roosevelt High School in East Chicago, Indiana. Zudem war sie Mitglied der Chicago Geographic Society und reiste viel, wobei sie viel fotografierte. Riyo Sato starb am 10. Oktober 2009 im Alter von 96 Jahren.[2]

Nachwirkung

Ihre Familie bewahrte die Arbeiten nach ihrem Tod auf. Ihre Nichte Pam Hashimoto stellte diese dem Gilb Museum of Arcadia Heritage für eine Ausstellung zur Verfügung. Die Ausstellung Life Interrupted: Personal Sketches Behind Barbed Wire, Santa Anita, Summer 1942, Riyo Sato (1913–2009) wurde dort erstmals öffentlich präsentiert und umfasste mehr als zwanzig Zeichnungen sowie biografische Materialien zu Sato. Arbeiten von Riyo Sato befinden sich in den Sammlungen der Fine Arts Museums of San Francisco.

Literatur

  • Chang, Gordon H., Mark Dean Johnson, and Paul J. Karlstrom, editors. Asian American Art: A History, 1850–1970. Stanford, Calif.: Stanford University Press, 2008.

Einzelnachweise

  1. a b c Riyo Sato. Abgerufen am 16. November 2015.
  2. a b c Riyo Sato’s sketches from Japanese-American internment camp on display in Arcadia. In: Press Telegram. 16. September 2013, abgerufen am 17. November 2025 (amerikanisches Englisch).