Steinbach (Meteorit)

Koordinaten: 50° 27′ 35″ N, 12° 50′ 3″ O
Steinbach
Der Rittersgrüner Meteorit ist die größte bekannte Masse des Meteoriten Steinbach. (Reproduktion im Sächsischen Schmalspurbahn-Museum Rittersgrün)
Allgemeines
Offizieller Name
nach MBD
Steinbach
Synonyme Rittersgrün
Breitenbach
Eibenstock
Gotha
Grimma
Johanngeorgenstadt
Authentizität bestätigt
Lokalität
Land Deutschland
Bundesland Sachsen
Landkreis Erzgebirgskreis
Gemeinde Breitenbrunn
Ort Rittersgrün
Ortsteil Ehrenzipfel
Fall und Bergung
beobachtet nein
Datum (Fund) 1724 (Rittersgrün: 1833)
Beschreibung
Typ Eisenmeteorit
Gruppe IVA-an (anomal)
Masse (total) 98 kg (Rittersgrün: 86,5 kg)
Referenzen
Meteoritical Bulletin 23722
Mindat (Keswick, VA) 406818

Der Meteorit Steinbach gehört zu den historischen Meteoriten Deutschlands. Petrografisch handelt es sich um einen äußerst ungewöhnlichen, silikatführenden, anomalen IVA-Eisenmeteoriten, der in früheren Zeiten als „Siderophyr“ bezeichnet wurde.

Zum Fundkomplex des Meteoriten von Steinbach werden heute mehrere Exemplare gerechnet: [1]

  • vor 1724 gefunden, häufig mit der offenkundig unzutreffenden Angabe „Grimma“ belegt
  • vor 1751 gefunden, in Steinbach bei Johanngeorgenstadt, Sachsen
  • 1833 gefunden, in Ehrenzipfel bei Rittersgrün, Sachsen
  • 1861 gefunden, in Breitenbach (heute Potůčky) bei Platten (heute Horní Blatná), Böhmen
  • 2017 und 2019 wurden bei der ehemaligen Bergbaulokalität Glücksburg nahe Potůčky 2 weitere Fragmente des Meteoriten Steinbach gefunden.[2][3]

Rittersgrüner Meteorit

Der Rittersgrüner Meteorit wurde 1833 in Ehrenzipfel bei Rittersgrün gefunden. Der 85 kg schwere Gesteinsbrocken befindet sich heute in der Mineralogischen Sammlung der Bergakademie Freiberg und als Gipsmodell im örtlichen Schmalspurbahnmuseum in Rittersgrün.

Der Waldarbeiter Karl August Reißmann aus Ehrenzipfel stieß 1833 beim Ackerroden auf einen Klumpen, den er als „altes Eisen“ sowohl einem Schmied in Rittersgrün als auch wiederholt einem benachbarten Hammerwerk erfolglos zum Ankauf anbot. Als der Schichtmeister Kröner auf dem Eisenhüttenwerk Siegelhof Jahre später von dem Fund erfahren hatte, besichtigte er den Fund und erkannte in losgeschlagenen Brocken eingewachsene Körner eines schmutziggrünen olivinähnlichen Minerals, weswegen er einen meteorischen Ursprung vermutete. 1861 teilte er den Fund des Gesteinsbrockens und seine Beobachtungen dem Oberbergrat August Breithaupt in Freiberg mit. Breithaupt reiste sofort an Ort und Stelle, fand den Klumpen in Reißmanns Wohnung vor und erwarb ihn für die mineralogische Sammlung der Freiberger Bergakademie.[4]

Galerie

Literatur

  • Clemens Winkler (1878): Die Untersuchung des Eisenmeteorits von Rittersgrün. Nova Acta der Ksl. Leop.-Carol.-Deutschen Academie der Naturforscher, Band XL, Nr. 8: 331-382, Halle.
Commons: Rittersgrüner Meteorit – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. T. Witzke: Steinbach - Eisenmeteorit, IVA anomal.
  2. Pauliš, P.; Černý, D.; Malý, T.; Dolníček, Z.; Bohatý, M.; Ulmanová, J.; Pour, O.; Plášil, J.; Malina, O.; Bohdálek, P.; Sýkora, I. & Povinec, P. P. (2020): Meteorit Potůčky (Steinbach): historie a nové nálezy (Česká republika).- Bulletin Mineralogie Petrologie, Vol. 28, Číslo 1, doi:10.46861/bmp.28.179.
  3. Steinbach (Meteorit): Meteoryt Steinbach, auf Wiki.Meteoritica.pl
  4. C. Winkler: Die Untersuchung des Eisenmeteorits von Rittersgrün. Nova Acta der Ksl. Leop.-Carol.-Deutschen Academie der Naturforscher, Band XL, Nr. 8: 331-382, Halle
  5. E. R. D. Scott (2020): Iron Meteorites: Composition, Age, and Origin. Oxford Research Encyclopedia of Planetary Science.
  6. Riesgeologie collection, auf encyclopedia-of-meteorites.com