Ritter des Regens
| Film | |
| Titel | Ritter des Regens |
|---|---|
| Produktionsland | DDR |
| Erscheinungsjahr | 1965 |
| Produktionsunternehmen | Deutsche Hochschule für Filmkunst, Potsdam-Babelsberg; DEFA-Studio für Spielfilme, Potsdam-Babelsberg |
| Stab | |
| Regie | Dieter Roth, Egon Schlegel |
| Drehbuch | Dieter Roth, Egon Schlegel |
| Produktion | Horst Hartwig (Produktionsleitung) |
| Musik | Gerhard Rosenfeld |
| Kamera | Peter Milinski |
| Besetzung | |
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Ritter des Regens ist ein unvollendeter Spielfilm von Dieter Roth und Egon Schlegel aus dem Jahr 1965, der nach dem XI. Plenum des ZK der SED verboten wurde. Das gedrehte Filmmaterial ist verschollen.
Inhalt
Karl will nach dem Abitur nicht studieren, wie es sein Vater, ein Professor für Gesellschaftswissenschaften für ihn vorgesehen hatte. Er fährt stattdessen mit einem Motorrad und einer Lederjacke durch das Land, arbeitet auf einer Baustelle und verliebt sich in eine junge Arbeiterin, die ihn aber zunächst abweist.
Hintergründe
Ritter des Regens sollte der Abschlussfilm von Eugen Schlegel und Dieter Roth an der Hochschule für Film und Fernsehen in Potsdam-Babelsberg werden. Die Produktion wurde von der Künstlerischen Arbeitsgruppe Roter Kreis der DEFA unterstützt.
Gedreht wurde in Halle (Saale) und Umgebung sowie in realen Wohnungen in Babelsberg. Mitwirkende waren vor allem Filmstudenten und Laiendarsteller. Der Film sollte im Stil des Cinéma vérité möglichst authentisch die Wirklichkeit abbilden.[1]
Nach der vernichtenden Kritik an aktuellen Gegenwartswerken in Literatur und Kunst auf dem 11. Plenum des ZK der SED im Dezember 1965 wurden die Dreharbeiten auf Anweisung der Hochschulleitung sofort eingestellt und das gesamte Filmmaterial eingezogen. Es waren zu dieser Zeit etwa zwei Drittel des geplanten Films gedreht. Egon Schlegel bekam 1966 dennoch sein Diplom und konnte danach zunächst an Dokumentarfilmen der DEFA mitwirken. Später drehte er mehrere Kinderspielfilme. Klausdieter Roth wurde Theaterregisseur und Intendant in Plauen.
Von Ritter des Regens wurden nach 1989 trotz intensiven Suchens nur das Drehbuch und Tagesnotizen der Drehleitung gefunden.[2] Er ist damit der einzige der zwölf DDR-Verbotsfilme von 1965/66, von dem kein Filmmaterial überliefert ist.
Literatur
- Ursula von Keitz: Wie hältst Du’s mit dem/n Träumen? Zu Dieter Roths und Egon Schlegels Drehbuch Ritter des Regens. In: Andreas Kötzing, Ralf Schenk (Hrsg.): Verbotene Utopie. Die SED, die DEFA und das 11. Plenum. Fischer + Bertz, Berlin 2015. S. 243–267
Weblinks
- Ritter des Regens in der Filmdatenbank der DEFA-Stiftung
- Ritter des Regens bei filmportal.de
Einzelnachweise
- ↑ Ralf Schenk, Schmetterlinge im Regen. Drei DEFA-Filme, die 1965/1966 verboten und bis heute nicht aufgeführt wurden, in Filmdienst 21, 1994 (PDF), mit Hintergrundinformationen zu diesem Film, die beiden anderen wurden inzwischen wieder aufgeführt.
- ↑ Verschollene Filme DEFA-Stiftung, mit Hintergrundinformationen zu diesem Film, in Dieter Roth. Kinofilm wiederentdeckt, in Freie Presse, Chemnitz, vom 25. Februar 2011 (Artikelanfang), wurde angegeben, dass einige kurze Teile des Films wiederentdeckt worden seien, in den folgenden Veröffentlichungen zu diesem Film sind aber keine Informationen dazu feststellbar.