Ritscher GR 540 Moorburg
| Ritscher | |
|---|---|
| GR 540 Moorburg | |
| Hersteller | Karl Ritscher |
| Produktionszeitraum | 1955–1961 |
| Motoren | Luftgekühlter 3-Zylinder-Dieselmotor Deutz F3L 514 4,0 Liter 45 PS |
| Länge | 4015 mm |
| Breite | 1830 mm |
| Höhe | 2500 mm |
| Radstand | 2310 mm |
| Standardbereifung | Vorne: Eisenräder Hinten: Kettenlaufwerk |
| Höchstgeschwindigkeit | 6,3 km/h |
| Leergewicht | 3925–4182 kg |
| Vorgängermodell | – |
| Nachfolgemodell | – |
Der Ritscher GR 540 Moorburg ist eine selbstfahrende Grabenreinigungsmaschine der Karl Ritscher GmbH aus Sprötze, die zwischen 1955 und 1961 gebaut wurde. Technisch basiert sie auf dem Ackerschlepper Ritscher 540, verfügt jedoch über einen um 330 mm verlängerten Radstand.[1] Die Maschine wurde speziell für die Instandhaltung von Entwässerungs- und Bewässerungsgräben in Marsch-, Moor- und Geestlandschaften entwickelt.
Je nach Bodenbeschaffenheit erreicht die Maschine nach Herstellerangaben eine Reinigungsleistung von drei bis sechs Kilometern innerhalb von acht Stunden. Das entspricht einer Arbeitsleistung von etwa 50 Personen.[1] Da Ritscher mit diesem Spezialgerät einen Nischenmarkt ohne nennenswerte Konkurrenz besetzte, blieb das Modell über Jahre ohne direkten Wettbewerber.[2] Insgesamt wurden 61 Exemplare gebaut.[1]
Technik
Als Standardantrieb hat der GR 540 einen luftgekühlten Dreizylinder-Wirbelkammer-Dieselmotor F3L 514 von Deutz mit einem Hubraum von 3990 cm³ (Bohrung 110 mm, Hub 140 mm). Der Motor leistet 45 PS bei 1650/min.[3] Für den Export nach Venezuela wurden drei Modelle mit einem MWM-Dieselmotor vom Typ KDW 415D mit einer Leistung von 40 PS gebaut.[1]
Die Kraft wird über eine Einscheibentrockenkupplung von Fichtel & Sachs auf ein Ritscher-Getriebe mit vier Vorwärtsgängen und einem Rückwärtsgang übertragen, ergänzt durch eine dreistufige Vorschaltgruppe. Dies ermöglicht Arbeitsgeschwindigkeiten von 0,35 km/h bis hin zu einer Transportgeschwindigkeit von 6,3 km/h.[3]
Der GR 540 ist in Blockbauweise konstruiert. Um auf weichen Böden einsatzfähig zu sein, hat die Maschine an der Hinterachse zwei Kettenlaufwerke mit jeweils unterschiedlich breiten Gleisketten. Die linke Kette ist 300 mm breit, die rechte, an der zum Graben gewandten Seite 500 mm.[1] An der Vorderachse sind Eisenräder montiert. Der Fahrerplatz wird durch eine halboffene Kabine mit Dachpersenning vor der Witterung geschützt.
Das Arbeitsgerät besteht aus einer an der rechten Seite montierten Förderschnecke (wahlweise Länge 1,60 m oder 2,00 m). Die Schnecke wird in den Graben abgesenkt, fördert Schlamm sowie Pflanzenreste nach oben und legt das Material neben dem Graben ab. Währenddessen bewegt sich der Schlepper mit geringer Geschwindigkeit am Graben entlang.
Ab 1957 wurde die zuvor handbediente Winde zum Heben und Senken der Schnecke durch eine Hydraulik ersetzt. Zudem kam nun eine Schleuderschaufel zum breitflächigen Verteilen des Materials am oberen Ende der Schnecke hinzu.[1]
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ a b c d e f Oldtimer Traktor, VF Verlagsgesellschaft mbH, Ausgabe Dezember 2025, ISSN 1862-1716, Seite 19.
- ↑ Oldtimer Traktor, VF Verlagsgesellschaft mbH, Ausgabe Dezember 2025, ISSN 1862-1716, Seite 20.
- ↑ a b Oldtimer Traktor, VF Verlagsgesellschaft mbH, Ausgabe Dezember 2025, ISSN 1862-1716, Seite 16.