Risebieter
Risebieter (auch Rissebitter, Risebit, Resbytte, Rysebit, Rysbyter o. ä.) ist der Name eines erloschenen deutsch-baltischen Adelsgeschlechts.
Geschichte
Das Geschlecht, das ursprünglich aus Niedersachsen stammen soll, erscheint im Baltikum schon 1253 mit dem Ordensbruder Mathias. Möglicherweise derselbe als Mattil Risebiter zu Egentakas in Estland. 1298 wird ein dänischer Rat Hermannus Risbith miles in Estland erwähnt. Es folgen 1325 die Ritter Nicolaus und Henekin. Ersterer 1325 ein weiterer Mal als Nicholaus Riisbit miles, dänischer Vasall in Harrien, und 1326 zu Padise als Zeuge de Risebite. 1341–1345 war ein Nicolaus Risebieter Abt des Klosters Padise, ebenso 1346–1376. Hermannus Risbit wird 1346 als dänischer Rat in Reval erwähnt. Am 29. April 1346 verpfändete er das Dorf Amynde in Laughe und zwei Haken des Dorfes Laughe. Im selben Jahr wird auch ein Woldemar Rysbith als Urkundenzeuge in Estland erwähnt. Der Knappe Hermann Risebieter urkundete 1347 in Reval und erscheint im selben Jahr in Jarkselle als Zeuge, ebenso wie Diderik van Rysbyter im Jahr 1388. Hermann Risebieter trat 1408 zu Annikfer auf. Helmold Risebieter wird 1468 erwähnt. Sein Bruder Otto erbte den Hof zu Sagadi mit Dorf Sagadi, Lanby Kacko, Nattwe und Pettenienzar. Jürgen, ein anderer Bruder, erbte Dorf und Mühle Annigkever mit Dorf Pylitzpe 1464. Laurenz Risebieter erbte 1469 Sanwaldum und Rapajerwe, Bertold Risebieter im selben Jahr Machters. Bernd Risebieter war 1503, 1505 und 1519 Mannrichter in Harrien. Johann von Risebieter, verheiratet mit Anna von Loewenwolde, verkaufte Sagadi 1517 und erscheint 1535 und 1543 zu Pittfer, das er 1521 gekauft hatte. Johann Risebieter, Sohn des o. g. Eheleute, erscheint urkundlich 1542 und zu Annikfer 1556. Er war mit Anna von Dücker verheiratet. Ihre Tochter Anna war vermählt mit Bertram von Meyborg auf Rumm in Estland. Jürgen Riesbieter wurde im Bauernaufstand 1560 in Estland erschlagen.[1]
Die Familie ist gegen Ende des 17. Jahrhunderts erloschen.[2]
Wappen
Blasonierung des Redenden Wappens: In Silber rechts eine grüne Staude, gegen die ein schwarzer Ziegenbock (= „Reissbeisser“) emporspringt. Auf dem Helm mit schwarz-silbernen Helmdecken zwei schwarze Büffelhörner.[3]
Ältere Siegel der Familie zeigen Wappenvarianten mit einem Glevenstab, einem Ast mit drei Rosen oder einem roten oder grünen Stab, um den sich ein grüner Zweig schlingt. Auch die Helmzier wird teilweise anders dargestellt.
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Siegel des Hennekinus Risbiter von 1325 in Siebmachers Wappenbuch
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Siegel des Nicolaus Risbiter von 1327 in Siebmachers Wappenbuch
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Siegel des Nicolaus Risbiter von 1341 in Siebmachers Wappenbuch
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Wappen derer von Riesebieter in Siebmachers Wappenbuch
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Alternatives Wappen derer von Risbiter in Siebmachers Wappenbuch
Literatur
- Maximilian Gritzner: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch, Bd. 3 (Blühender Adel deutscher Landschaften unter preußischer Vorherrschaft), 11. Abt., T. 2: Der Adel der russischen Ostseeprovinzen, Teil 2: Der Nichtimmatrikulierte Adel, Nürnberg 1901, S. 169 f. (uni-goettingen.de) und Tfl. 110 f. (uni-goettingen.de).
- Max von Spießen: Wappenbuch des Westfälischen Adels, mit Wappengrafiken von Adolf Matthias Hildebrandt, Band 1, Görlitz 1901–1903, S. 106 (hhu.de); Band 2, Görlitz 1903, Tfln. 263 (hhu.de).
Weblinks
- Wappen derer von Risebieter (hier: Rijsebiter) in Heinrich Strodtmanns Wappenbuch von 1640, S. 32 im Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen, W 001 / Msc. I ("Ältere Sammlung"), Nr. 263, besucht am 29. Oktober 2025.