Rinkerode (Adelsgeschlecht)
Rinkerode (auch Rinckerode, Rinkenrod, Rynkerothe, Rinkenrade o. ä.) ist der Name eines im 14. Jahrhundert erloschenen westfälischen Adelsgeschlechts.
Geschichte
Das Geschlecht hat seinen Namen von dem Ort Rinkerode, heute ein Ortsteil von Drensteinfurt im Kreis Warendorf. Stammsitz des Geschlechts war das dortige Haus Borg.[1] Neben Borg besaß die Familie, deren frühestes bekanntes Mitglied Gerwinus (I) de Rinkenrode Ende des 12. bis Anfang des 13. Jahrhunderts lebte, ab ca. 1200 auch Haus Steinfurt in Drensteinfurt. Von den Grafen von Limburg hatten sie ferner Schloss Heessen in Hamm-Heessen und umfangreiche zu Heessen gehörende Güter zu Lehen. Sie saßen auf einer aus 17 Freistühlen bestehenden Freigrafschaft.[2]
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Haus Borg (Rinkerode), 2014
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Haus Steinfurt, 2006
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Schloss Heessen, 2016
Gerwin II. von Rinkerode, nach anderen Quellen Giselher und Herenbert bzw. Ricbert von und zu Schwerte, soll am 7. November 1225 an dem Überfall des Grafen Friedrich von Isenberg auf den Kölner Erzbischof Engelbert I. von Köln teilgenommen und den Erzbischof im Gerangel getötet haben, was Schockwellen durch das gesamte damalige Reich sendete.
1243 war ein Hieronymus von Rinkerode Burgmann zu der Mark. Gerwin von Rinkerode war 1254 Zeuge in einer Urkunde des Grafen Engelbert I. von der Mark, mit der Letzterer bekannte, dem Kloster Cappenberg Unrecht getan zu haben, und, nach Abbitte, Verzeihung erhielt. Ritter Bernd Bitter raubte 1297 Gostie von Rinkerode (* 1285; † 1318), die Erbtochter von Ritter Gerwins IV. von Rinkerode (urkundlich 1273–1318), dem Letzten des Geschlechts im Mannesstamm, um sie seinem Bruder Engelbert Bitter zur Frau zu geben. Gostie/Gostia von Rinkerode, das „reichste Erbfräulein ihrer Zeit“, wurde diesem jedoch unter Mithilfe des Grafen Eberhard II. von der Mark wieder abgenommen und anderweitig verheiratet. Sie heiratete vor 1304 den Edelherrn Dietrich II. von Volmerstein († ca. 1324), wodurch Haus Borg und die anderen Familiengüter 1324 an die Volmestein kamen.[3][4]
Wappen
Blasonierung: Silber und Schwarz gespalten, darüber eine silberne viereckige Schnalle. Auf dem Helm schwarz-goldene Helmdecken. Die Helmzier ist nicht überliefert.[1]
Literatur
- Anton Fahne: Geschichte der Westphälischen Geschlechter unter besonderer Berücksichtigung ihrer Uebersiedelung nach Preußen, Curland und Liefland, mit fast 1200 Wappen und mehr als 1300 Familien, Heberle, Köln 1858, S. 336 (Google Bücher).
- Nikolaus Kindlinger: Geschichte der Familie und Herrschaft von Volmestein, 1. Band, Osnabrück 1801, S. 225 ff. (Google Bücher).
- Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon, Band 7: Ossa–Ryssel, Leipzig 1867, S. 514 f. (Google Bücher).
- Max von Spießen: Wappenbuch des Westfälischen Adels, mit Wappengrafiken von Adolf Matthias Hildebrandt, Band 1, Görlitz 1901–1903, S. 105 (hhu.de); Band 2, Görlitz 1903, Tfln. 262 (hhu.de).