Riksväg
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Riksväg (Plural Riksvägar, wörtlich „Reichsstraße“) ist in Schweden eine überregionale, staatliche Straßenverbindung, die wichtig für die Infrastruktur des Landes ist. Gewisse Straßen dieser Kategorie können Teile einer Europastraße sein. Sie entsprechen etwa einer Bundesstraße in Deutschland.
Das Straßennetz der schwedischen Reichsstraßen hat eine Länge von fast 9000 km, die Europastraßen nicht mit eingerechnet. Sie werden seit 2010 von der schwedischen Straßen- und Eisenbahnnetzverwaltung (Trafikverket, Vorgänger Vägverket) unterhalten.
Nummerierte Straßen der Kategorie gab es bereits ab 1945; dazu zählten aber nur 14 Routen. Der bekannteste war Riksettan (Riksväg 1), der von Helsingborg nach Stockholm führte und heute auf Teilabschnitten der vielerorts neu trassierten Europastraße 4 entspricht. Diese Straßen waren mit schwarzen Ziffern auf gelbem Grund markiert:
- Riksväg 1 „Riksettan“: Helsingborg–Jönköping–Norrköping–Stockholm
- Riksväg 2 „Rikstvåan“: Trelleborg–Svinesundsbron
- Riksväg 3 „Rikstrean“: Kropp (Helsingborg)–Hasslarp–Strövelstorp (Ängelholm)
- Riksväg 4 „Riksfyran“: Malmö–Kristianstad–Kalmar–Norrköping
- Riksväg 5 „Riksfemman“: Göteborg–Jönköping
- Riksväg 6 „Rikssexan“: Göteborg–Örebro–Södertälje
- Riksväg 7 „Rikssjuan“: Göteborg–Grums
- Riksväg 8 „Riksåttan“: Ödeshög–Hallsberg
- Riksväg 9 „Riksnian“: Årjäng–Örebro
- Riksväg 10 „Rikstian“: Örebro–Ludvika–Borlänge–Falun–Gävle
- Riksväg 11 „Rikselvan“: Arboga–Västerås–Enköping
- Riksväg 12 „Rikstolvan“: Stockholm–Enköping–Borlänge–Mora
- Riksväg 13 „Rikstretton“: Stockholm–Sundsvall–Haparanda
- Riksväg 14 „Riksfjorton“: Sundsvall–Storlien
1962 wurde das bis heute gültige System, markiert mit weißen Ziffern auf blauem Grund, in seinen Grundzügen eingeführt. Die Nummern sind dabei grundsätzlich von Süden nach Norden und von Westen nach Osten ansteigend und – mit Überlappungen – folgendermaßen über das Land verteilt:
| 1–20: | Skåne bis auf Höhe Helsingborg–Kristianstad |
| 21–39: | Südliches Götaland bis Höhe Varberg–Jönköping–Norrköping |
| 40–59: | Nördliches Götaland und Södermanland bis zum Mälaren |
| 60–80: | Svealand vom Mälaren bis nördl. Breite Mora–Gävle |
| 81–99: | Norrland |
1962 wurden auch die ersten Europastraßen ausgewiesen, indem den Nummern der für internationalen Verkehr bedeutsamsten Reichsstraßen der Buchstabe E vorangestellt wurde (nach damaliger Nummerierung E3, E4, E6, E18 und E75; später kamen E14, E66 und E79 hinzu). In Folge kam es immer wieder zu Änderungen durch Umnummerierung, Zusammenlegung oder Heraufstufung von Provinzstraßen (Länsväg) zu Reichsstraßen, in größerem Umfang 1985, sowie 1992 im Zusammenhang mit der Einpassung der Europastraßennummerierung in das internationale System (wobei in Schweden nur die Nummern der E4, E6 und E18 unverändert blieben).
Auch seit 1992 gab es immer wieder einzelne Änderungen. Zwischen 2001 und 2006 wurde der Verlauf von Riksväg 26, 27, 50 und 56 geändert, die Nummern 45 und 81 (wurden zur Europastraße 45 aufgewertet), 60 und 67 existieren seither nicht mehr. 2007 gab es erhebliche Änderungen beim Verlauf von Riksväg 23, 34, 37, 40 und 47, Riksväg 33 und 36 gingen in diesen auf. Zur bislang (Stand Juni 2016) letzten Änderung kam es 2012, als die vormaligen Riksväg 71 und 80 zur Europastraße 16 aufgewertet wurden, der kurze Riksväg 16 in eine Provinzstraße umgewandelt und Riksväg 15 und 69 neu ausgewiesen wurden.
Der Standard der Reichsstraßen variiert sehr und kann sowohl einer Straße mit Autobahnstandard (schwedisch motorväg) entsprechen als auch einer schmalen Landstraße mit Gegenverkehr. Neu angelegte Reichsstraßen sollen mindestens acht Meter breit und asphaltiert sein.
Weitere Fakten:
- Öland und Gotland haben keine Reichsstraßen.
- Norrbottens län hat insgesamt 1427 km Reichsstraßen und damit das längste Straßennetz mit Reichsstraßen in Schweden.
- Riksväg 26 ist die längste Reichsstraße und verbindet Halmstad mit Mora, Länge 560 km.
- Riksväg 75, der Tunnel Södra Länken in Stockholm, ist die kürzeste Reichsstraße, Länge 9 km.
- Die älteste Fernverkehrsstraße von Stockholm nach Süden war der mittelalterliche Göta landsväg.