Riesenwald (Bannwald)

Bannwald
„Riesenwald“
Lage Ohlsbach im Ortenaukreis, Baden-Württemberg, Deutschland
Fläche 57,7681 ha
Kennung 100659
Geographische Lage 48° 27′ N, 8° 0′ O
Einrichtungsdatum 15. Januar 2008
Verwaltung Forstdirektion Freiburg
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Das Gebiet Riesenwald ist ein mit Verordnung vom 15. Januar 2008 durch die Körperschaftsforstdirektion Freiburg ausgewiesener Bannwald (Schutzgebiet-Nummer 100659) bei Ohlsbach im Ortenaukreis in Baden-Württemberg.

Lage

Das Schutzgebiet befindet sich östlich von Ortenberg. Es handelt sich um lichtes Eichen-geprägtes Altholz mit zahlreichen Spechthöhlen in Südwestexposition auf zum Teil anstehenden Fels und umfasst die Abteilungen 1 bis 6 des Distriktes II Riesenwald. Der Bannwald ist Teil von Flurstück Nr. 2954.[1]

Der Bannwald liegt im Landschaftsschutzgebiet Brandeck und gehört zum Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord. Im Schutzgebiet liegen drei Biotope: BW "Riesenwald" Riesenwaldbach mit der Biotopnummer 275133171707, Felsen S Hohes Horn mit der Biotopnummer 275133175001 und Wald mit schützenswerten Tieren N Ohlsbach mit der Biotopnummer 275133175013.

Geologie

Bei dem Untergrund handelt es sich um einen mäßig frischen lehmig-grusigen Sommerhang. Der anstehende Fels ist Granit.

Vegetation

Im Bannwald kommen laut Waldbiotopkartierung die folgenden Arten vor: Feuersalamander, Weiß-Tanne, Berg-Ahorn, Schwarz-Erle, Wald-Frauenfarn, Rippenfarn, Sumpfdotterblume, Wald-Schaumkraut, Hänge-Segge, Winkel-Segge, Wald-Segge, Edelkastanie, Wechselblättriges Milzkraut, Gegenblättriges Milzkraut, Kohldistel, Gemeine Hasel, Spreuschuppiger Wurmfarn, Gewöhnlicher Dornfarn, Breitblättriger Dornfarn, Echter Wurmfarn, Rotbuche, Mädesüß, Gemeine Esche, Gewöhnliche Goldnessel, Ruprechtskraut, Echte Nelkenwurz, Gundermann, Gemeiner Efeu, Drüsiges Springkraut, Großes Springkraut, Europäische Lärche, Wald-Hainsimse, Gewöhnlicher Blutweiderich, Wald-Sauerklee, Schilfrohr, Gemeine Fichte, Waldkiefer, Kleine Braunelle, Traubeneiche, Stieleiche, Kriechender Hahnenfuß, Hundsrosen, Brombeeren, Bruch-Weide, Schwarzer Holunder, Wald-Ziest, Große Brennnessel, Gebänderte Prachtlibelle, Etagenmoos, Brunnenlebermoos, Welliges Sternmoos, Hänge-Birke, Besenheide, Großes Hexenkraut, Besenginster, Drahtschmiele, Natterkopf-Habichtskraut, Weiches Honiggras, Europäische Stechpalme, Weißliche Hainsimse, Blaues Pfeifengras, Mauerlattich, Hohe Schlüsselblume, Gewöhnliche Douglasie, Himbeere, Salbei-Gamander, Heidelbeere, Schönes Widertonmoos, Wiesen-Wachtelweizen, Adlerfarn, Weißbeerige Mistel, Dicranella heteromalla, Gewöhnliches Gabelzahnmoos, Zypressenschlafmoos, Hohltaube, Buntspecht, Schwarzspecht, Grauspecht, Kleiber.

Schutzzweck

Der Schutzzweck des Bannwalds ist gemäß Schutzgebietsverordnung

  • die unbeeinflusste, spontane Entwicklung des Waldes mit seinen Tier- und Pflanzenarten (Schutz des Sukzessionsablaufs, Prozessschutz) sowie die wissenschaftliche Beobachtung der Entwicklung zu gewährleisten.
  • dies beinhaltet den Schutz der im Gebiet vorkommenden Lebensräume und -gemeinschaften sowie deren eigendynamische Entwicklung mit der Option, sich zu verändern oder - insbesondere auf den Kahlflächen nach Sturm und in den Douglasienbeständen - neu zu entstehen.

Betreuung

Wissenschaftlich betreut wird der Bannwald durch die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (BVA).

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. https://wnsinfo.fva-bw.de/waldschutzgebiete/801659/