Richtfunkstation Jungfraujoch

Die Richtfunkstation Jungfraujoch (auch: Richtstrahlstation Jungfraujoch oder Richtstrahlstation Ostgrat) ist eine ehemalige Richtfunkstelle der Swisscom, die im Zeitraum von 1954 bis 2011 als Funkrelaisstation in den Schweizer Alpen betrieben wurde.

Lage

Standort war das Jungfraujoch am Ostgrat der Jungfrau, einem Berg in den Schweizer Alpen im Kanton Wallis unmittelbar an der Grenze zum Kanton Bern. Sie stand auf einer Höhe von 3705 m ü. M. und war damit die höchstgelegene Relaisstation in Europa.

Betrieb

Die Station nahm im Jahr 1954 den Betrieb auf und bildete ab dem 28. Mai 1954 ein wichtiges Verbindungsglied von Nord- nach Südeuropa in der neuen „europäischen Fernsehachse HamburgRom“. Zu den ersten Fernsehsendungen, die mit ihrer Hilfe international übertragen wurden, gehörten die Eurovisions-Sendungen sowie die Übertragungen der Fussball-Weltmeisterschaft 1954. Erstmals gab es somit europaweite Liveübertragungen von Fernsehbildern aus der Schweiz nach Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Italien, die Niederlande und ins Vereinigte Königreich.[1]

Nach mehr als einem halben Jahrhundert Betrieb legte die Swisscom die Anlage im Jahr 2011 still. Im darauffolgenden Jahr wurden die grossen Parabolantennen abmontiert (siehe auch: Luftaufnahme von 1963 unter Weblinks).

Seit 2014 gibt es hier einen Laborraum, der vor allem für Klima- und Umweltmessungen genutzt wird. Dieser ist über die Jungfraubahn von deren Bergstation durch einen Tunnel sowie eine Standseilbahn zu erreichen.[2]

Einzelnachweise

  1. Juri Jaquemet: Eurovision, Song Contest u0026 das Jungfraujoch. In: Schweizerisches Nationalmuseum. 7. Oktober 2025, abgerufen am 13. Oktober 2025.
  2. Jungfrau Ostgrat. In: HFSJG. 2025, abgerufen am 13. Oktober 2025.

Koordinaten: 46° 32′ 42″ N, 7° 58′ 15″ O; CH1903: 640820 / 154995