Richard von Spalding
Richard Georg Siegfried Spalding, ab 1900 von Spalding (* 6. Juni 1871 auf Gut Klein Miltzow, Landkreis Grimmen, Pommern; † 1. April 1913 in Berlin-Lichterfelde) war ein deutscher Verwaltungsjurist und stellvertretender Gouverneur von Deutsch-Ostafrika.
Leben
Spalding war Sohn des am 1. Januar 1900 in den preußischen Adelsstand erhobenen[1] gleichnamigen königlich preußischen Rittmeisters Richard von Spalding (* 31. Juli 1844), Gutsherr auf Groß Miltzow (Landkreis Grimmen) und dessen Ehefrau Marie Gustave von Loesewitz (* 10. März 1850; † 29. April 1923).[2]
Er studierte Rechtswissenschaften in Bonn und Halle, wo er Mitglied der Corps Hansea[3] und Guestphalia[4] war.
Anfang April 1900 trat er zur Vorbereitung auf den Kolonialdienst in die Kolonialabteilung des Auswärtigen Amtes ein. Seine erste Anstellung in Übersee erhielt er beim Gouvernement von Deutsch-Ostafrika, wo er am 1. April 1903 zum etatmäßigen Referenten ernannt wurde. Im September 1905 erhielt er den Charakter als kaiserlicher Regierungsrat. Im April 1906 wurde er ständiger Hilfsarbeiter in der Kolonialzentralverwaltung, im gleichen Jahr charakterisierter Legationsrat.
Spalding heiratete am 7. Mai 1907 Emilie Paula Johanna Grote (* 29. Oktober 1877 in Barmen; † 28. März 1921 in Berlin), die Tochter des Friedrich Wilhelm Grote (1835–1900) und der Maria Pauline Wülfing (1844–1918). Richard und Paula hatten keine Nachkommen. Seine Schwestern waren bis auf Hedwig von Spalding mit Offizieren verheiratet, Schwester Elsa mit dem späteren General Fritz Edelbüttel, Marie mit Karl-Hildebrand Freiherr von Carstein, Friderike mit Siegfried Freiherr von Braun.
Mit der Errichtung des Reichskolonialamts wurde Spalding 1908 zum Geheimen Regierungsrat und Vortragenden Rat befördert. In dieser Funktion führte er von Ende 1909 bis Juni 1910 in Vertretung des beurlaubten Gouverneurs Albrecht von Rechenberg die Regierungsgeschäfte in Daressalam. Im April 1911 wurde er zum Geheimen Oberregierungsrat mit dem Rang eines Rats II. Klasse ernannt.
1914 waren nach dem Pommerschen Güter-Adreßbuch noch zwei Güter auf Spalding, resp. auf die von Spalding`schen Erben eingetragen. Dies betraf das Stammgut Groß Miltzow mit 467 ha und Gut Woltershagen mit 135 ha, beide im Landkreis Grimmen gelegen.[5] Die Nachfahren lebten größtenteils in Potsdam.
Literatur
- Geheimer Ober-Regierungsrat Dr. v. Spalding †. In: Deutsches Kolonial-Blatt 24 (1913), S. 355.
- Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Briefadeligen Häuser. 1907. Jg. 1, Justus Perthes, Gotha 1906, S. 734.
- Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Briefadeligen Häuser. 1913. Jg. 7, Justus Perthes, Gotha 1912, S. 765.
- Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der D.A.G. Teil B (Briefadel). 1939. Jg. 31, Justus Perthes, Gotha 1938, S. 584 f.
Einzelnachweise
- ↑ A. Freiherr von Houwald: Brandenburg-Preußische Standeserhebungen und Gnadenakte für die Zeit 1873-1918. C. A. Starke, Görlitz 1939, S. 118.
- ↑ Christoph Franke et al.: Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon. Band XIII, Band 128 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 2002, ISBN 3-7980-0828-0, S. 431.
- ↑ Otto Gerlach (Hrsg.): Kösener Corpslisten 1960. C. L. Mettcker & Söhne Jever. Selbstverlag des verbandes Alter Corpsstudenten, Kassel 1961, 11 (Corps), 302 (Lfd. Nr. dort).
- ↑ Otto Gerlach (Hrsg.): Kösener Corpslisten 1960. Im Selbstverlag des Verbandes Alter Corpsstudenten, Kassel 1961, 116, 1041, 46.
- ↑ Ernst Seyfert: Güter-Adreßbuch für die Provinz Pommern. Verzeichnis sämtlicher Rittergüter, Güter und größeren Bauernhöfen der Provinz. [1914]. Handbuch der Königlichen Behörden. In: Niekammer’s Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher. Band I, 4. Auflage, Pierer-Stephan Geibel-Reichenbach’sche Verlagsbuchhandlung, Leipzig 1914, S. 260–269.