Richard Schrodt
Richard Schrodt (* 5. Februar 1948 in Wien; † 22. November 2021)[1] war ein österreichischer Germanist, Sprachwissenschaftler und Hochschullehrer.[2]
Leben und Wirken
Nach seiner Matura 1966 in Wien studierte Richard Schrodt für kurze Zeit Medizin (1966/67), dann von 1967 bis 1973 Germanistik, Psychologie, Sprachwissenschaft und Philosophie an der Universität Wien. 1973 promovierte er im Fach Germanistik bei Helmut Birkhan. Seit 1974 war er als wissenschaftlicher Assistent bei Helmut Birkhan tätig und habilitierte sich 1982 in Wien für Germanistische Sprachwissenschaft. Im Jahre 1991 wurde er zum außerordentlichen Professor ernannt. Gastprofessuren führten ihn an die Universität Graz und nach Berlin. 2013 trat er in den Ruhestand. U.a. gehörte Schrodt dem „Rat für deutsche Rechtsschreibung“ an.
Richard Schrodt beschäftigte sich vor allem mit der historischen Linguistik der deutschen Sprache, aber auch mit dem Österreichischen Deutsch.
Veröffentlichungen (Auswahl)
- Die germanische Lautverschiebung und ihre Stellung im Kreise der indogermanischen Sprachen (= Wiener Arbeiten zur germanistischen Altertumskunde und Philologie, Bd. 1). Halosar, Wien 1974, ISBN 3-900269-01-7 (= Dissertation Universität Wien) (2. Aufl. 1976).
- Amfortas' Leiden. In: Helmut Birkhan (Hrsg.): Festgabe für Otto Höfler zum 75. Geburtstag (= Philologica Germanica, Bd. 3). Braumüller, Wien 1976, S. 589–626, ISBN 3-7003-0131-6.
- (Hrsg.): Einführung in die allgemeine Sprachwissenschaft und in die historische Phonologie des Deutschen (= Wiener Arbeiten zur germanistischen Altertumskunde und Philologie, Bd. 11). Halosar, Wien 1977, ISBN 3-900269-08-4.
- System und Norm beim Konjunktiv in deutschen Inhaltssätzen (= Wiener Arbeiten zur germanistischen Altertumskunde und Philologie, Bd. 6). Halosar, Wien 1980, ISBN 3-900269-11-4.
- Valenz und Modus in der Diachronie der deutschen Inhaltssätze. In: Albrecht Greule (Hrsg.): Valenztheorie und historische Sprachwissenschaft. Beiträge zur sprachgeschichtlichen Beschreibung des Deutschen (= Reihe Germanistische Linguistik, Bd. 42). Niemeyer, Tübingen 1982, S. 231–257, ISBN 3-484-31042-1.
- System und Norm in der Diachronie des deutschen Konjunktivs. Der Modus in althochdeutschen und mittelhochdeutschen Inhaltssätzen (Otfrid von Weißenburg – Konrad von Würzburg) (= Linguistische Arbeiten, Bd. 131). Niemeyer, Tübingen 1983, ISBN 3-484-30131-7 (= Habilitationsschrift Universität Wien).
- Am Ende der Sprache? Die Aporie der ideologiekritischen Sprachbetrachtung. In: Wirkendes Wort, Bd. 38 (1988), H. 3, S. 415–438.
- (Mithrsg.): Österreichisches Deutsch. Linguistische, sozialpsychologische und sprachpolitische Aspekte einer nationalen Variante des Deutschen (= Materialien und Handbücher zum österreichischen Deutsch und zu Deutsch als Fremdsprache, Bd. 2). Hölder-Pichler-Tempsky, Wien 1995, ISBN 3-209-01976-2 (PDF).
- Warum geht die deutsche Sprache immer wieder unter? Die Problematik der Werthaltung im Deutschen. Passagen-Verlag, Wien 1995, ISBN 3-85165-184-7.
- (Hrsg., mit Rudolf Muhr): Österreichisches Deutsch und andere Variäteten plurizentrischer Sprachen in Europa. Empirische Analysen (= Materialien und Handbücher zum österreichischen Deutsch und zu Deutsch als Fremdsprache, Bd. 3). Hölder-Pichler-Tempsky, Wien 1997, ISBN 3-209-02440-5.
- (Hrsg.): Dokumente zur neueren Geschichte der Orthographie in Österreich (= Documenta orthagraphica, Abt. B, Bd. 8). Olms, Hildesheim 2000, ISBN 3-487-11134-9.
- Althochdeutsche Grammatik. Bd. 2: Syntax (= Sammlung kurzer Grammatiken germanischer Dialekte, Reihe A, Bd. 5/2). Niemeyer, Tübingen 2004, ISBN 3-484-10862-2.
- (Hrsg., mit Eva M. Rastner): Lehramt Deutsch – wohin? Edition Praesens, Wien 2005, ISBN 3-7069-0350-4.
Einzelnachweise
- ↑ Richard Schrodt (Nachruf). In: Universität Wien / Institut für Germanistik (abgerufen am 18. Oktober 2025).
- ↑ Schrodt, Richard. In: Wilfried Kürschner (Hrsg.): Linguisten-Handbuch. Bd. 2. Narr, Tübingen 1994, S. 854f., ISBN 3-8233-5000-5 (mit biografischen Daten, Publikationsliste u. Foto).