Richard Schenck
Richard Schenck (* 11. September 1900 in Flensburg; † 28. Juni 1979) war ein deutscher Volkswirt und Politiker (SPD).
Biografie
Schenk studierte Wirtschafts- und Staatswissenschaften an der Universität Heidelberg und wurde dort promoviert. Ab 1924 war er bei der Handelskammer Flensburg beschäftigt, von 1926 bis 1933 beim Verband Deutscher Schiffsingenieure in Hamburg.[1] Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten trat er zunächst zum 1. Mai 1933 der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 3.279.405), verließ diese aber bereits im Juli 1934 wieder.[2] Er verlor seine Stellung und war von 1934 bis 1935 in sogenannte Schutzhaft inhaftiert.[3] Nach seiner Haftentlassung arbeitete er als Pressereferent bei den Rhenania-Ossag Mineralölwerken in Hamburg. Danker und Lehmann-Himmel charakterisieren ihn in ihrer Studie über das Verhalten und die Einstellungen der Schleswig-Holsteinischen Landtagsabgeordneten und Regierungsmitglieder der Nachkriegszeit in der NS-Zeit als „angepasst-ambivalent“.[4]
Von 1946 bis 1950 gehörte er dem Landtag von Schleswig-Holstein an. Er war von 1947 bis 1949 Finanzminister im neu gebildeten Land Schleswig-Holstein im Kabinett Lüdemann. Im folgenden Kabinett Diekmann war er stellvertretender Volksbildungsminister. Von September 1949 bis November 1952 war er Vorsitzender des Schleswig-Holsteinischen Heimatbundes.[5] Im April 1950 trat er aus der SPD aus. Im November 1950 beteiligte er sich an der Gründung der Schleswig-Holsteinischen Gemeinschaft (SHG) und wurde deren 1. Vorsitzender.
Literatur
- Der parlamentarische Rat 1948–1949. Akten und Protokolle. Band 14: Hauptausschuß Teilband 1, S. 377. München: Oldenbourg 2009.
- Erich Hoffmann: Grundzüge des grenzpolitischen Wirkens Dr. Richard Schencks. In: Zeitschrift der Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte. Band 107 (1982). Karl Wachholtz, Neumünster 1982, ISBN 3-529-02307-8, ISSN 0072-4254, S. 155–289.
Weblinks
- Schenck, Richard Matthias Friedrich Dr.. In: Landtagsinformationssystem Schleswig-Holstein
Einzelnachweise
- ↑ Hoffmann: Grundzüge …, S. 156.
- ↑ Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/37131622
- ↑ Landtagsdrucksache 18-4464, S. 96, abgerufen am 5. Mai 2022.
- ↑ Landtagsdrucksache 18-4464, S. 179, abgerufen am 5. Mai 2022.
- ↑ Schleswig-Holsteinischer Heimatbund (Hrsg.): 20 Jahre Schleswig-Holsteinischer Heimatbund. Karl Wachholtz, Neumünster 1968, S. 142.