Richard Meyer (Politiker, 1906)

Richard Meyer (* 11. Juli 1906 in Münchberg in Oberfranken; ⚔ 27. August 1944 an der Ostfront) war ein deutscher Parteifunktionär (NSDAP).

Leben

Richard Meyer war ein Sohn des Schuhmachers Georg Meyer, machte nach seiner Schulausbildung eine Lehre als Büchsenmacher und war vorübergehend als Prüfungsmeister eingestellt. Nach einer siebenmonatigen Arbeitslosigkeit wurde er Pflichtarbeiter in der Stadtverwaltung Münchberg und kam 1924 in seinem erlernten Beruf nach Lippstadt. Wieder arbeitslos, übernahm er 1928 eine Stelle als Mechaniker und Werkschlosser in Bielefeld. In der oberfränkischen Heimat kam er bereits 1922 mit dem Nationalsozialismus in Bayreuth und Hof in Berührung und machte sich 1924 in Lippstadt für den Völkisch-sozialen Block stark. Dieser hatte sich nach dem Verbot der NSDAP nach dem Hitler-Putsch im November 1923 gebildet.

Zum 27. Dezember 1926 trat er der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 49.346).[1] 1927 trat er in die SA ein und war ein Jahr später SA-Sturmführer. Am 9. Juni 1932 übernahm er das Amt des NSDAP-Kreisleiters in Lübbecke und war in dem Jahr Kandidat sowohl für den Preußischen Landtag als auch für den Reichstag. Vom 1. Oktober 1932 an war er NSDAP-Kreisleiter im Kreis Paderborn[2]. Dieses Amt hatte er bis April 1938 inne und bezog ein monatliches Gehalt von 330 Reichsmark. Daneben war er von Juni 1934 bis 1938 Amtsbürgermeister des Amtes Borchen im Kreis Paderborn und von Mai 1938 bis 1942 Amtsbürgermeister des Amtes Brackwede.

Meyer war stellvertretendes Mitglied des Preußischen Staatsrats und gehörte auch dem Kreisausschuss in Paderborn an. Von Dezember 1940 an musste er Kriegsdienst leisten und kam am 27. August 1944 an der Ostfront ums Leben.

Literatur

  • Wolfgang Stellbrink: Die Kreisleiter der NSDAP in Westfalen und Lippe. Veröffentlichung der staatlichen Archive des Landes Nordrhein-Westfalen: Reihe C, Quellen und Forschung; Band 48, Münster 2003, ISBN 3-932892-14-3, S.  (Digitalisat)

Einzelnachweise

  1. Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/27370218
  2. Reinhard Tenhumberg: Täter und Mitläufer; die Hoheitsträger der NSDAPDigitalisat