Rialto (Venedig)
Rialto (von lat. rivus altus, „tiefer Kanal“ oder „tiefer Fluss“, früher auch mit „hohes Ufer“ übersetzt[1]) ist ein Gebiet im Stadtteil San Polo in Venedig.
Das ursprüngliche Rivus altus erstreckte sich vom Bacino di San Marco bis zur Mündung des Canal Grande, aber auch das heutige Sestiere San Marco bis zum Campo San Bortolomeo gehörte dazu. Auch Gebiete rechts, bzw. westlich des großen Kanals, also bereits im Sestiere San Polo gelegenes Gebiet, gehörte dazu.[2]
Das Gebiet wurde erstmals im 9. Jahrhundert besiedelt und umfasste eine Gruppe von Inselchen, die Isole Rialtine, am Rio Businiaco (heute Canal Grande). Ab dem Jahr 1097 wurde Rialto zum wichtigsten Handelsplatz Venedigs (siehe auch Mercato di Rialto und Wirtschaftsgeschichte der Republik Venedig). Um das Gebiet auch von der anderen Seite des Canal Grande zugänglicher zu machen, wurde die Rialtobrücke gebaut. Ab 1422 wurden den verschiedenen Gewerben verstärkt eigene Straßenzüge zugewiesen. Im Jahr 1514 wurde fast der ganze Stadtteil von einem Großbrand zerstört.
Auch heutzutage ist Rialto vom Handel geprägt und beherbergt einen Gemüse- und Fischmarkt.
Anmerkungen
- ↑ Max Weber: Wirtschaft und Gesellschaft – Die Wirtschaft und die gesellschaftlichen Ordnungen und Mächte. Nachlaß, Teilband 5: Die Stadt, hg. von Wilfried Nippel, Tübingen: J. C. B. Mohr (Paul Siebeck), 1999 (MWG, Abt. I, Bd. 22,1), S. 152, Anm. 24
- ↑ Michela Agazzi: The Medieval Rialto: The Transformation of an Area in the Developing City (= Fonti, letterature, arti e paesaggi d’Europa / Sources, Literatures, Arts & Landscapes of Europe, 2), 2023, S. 3–16, hier: S. 4. Sie übersetzt Rivus Altus mit „deep river“.
Koordinaten: 45° 26′ 18,6″ N, 12° 20′ 5,3″ O