Borneo-Hufeisennase
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Höhle mit Hufeisennasen, die vermutlich zu dieser Art zählen. | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Rhinolophus borneensis | ||||||||||||
| Peters, 1861 |
Die Borneo-Hufeisennase (Rhinolophus borneensis) ist ein in Südostasien verbreitetes Fledertier in der Gattung der Hufeisennasen. Das Typusexemplar stammt von der Insel Labuan, die vor Borneos nördlicher Küste liegt.[1] Die Art wurde längere Zeit als ein naher Verwandter der Östlichen Hufeisennase (Rhinolophus megaphyllus) angesehen. Eine genetische Studie legt jedoch nahe, dass die Borneo-Hufeisennase das Schwestertaxon einer Gruppe von Hufeisennasen ist, die vor 2019 mit der Zwerg-Hufeisennase (Rhinolophus pusillus) eine Artengruppe bildeten. Die Zugehörigkeit der Population auf der südlichen Malaiischen Halbinsel sollte überprüft werden.[2]
Merkmale
Eindeutig konnten nur eine Schwanzlänge von 21 bis 26 mm, die Länge der Unterarme mit 40 bis 44 mm, ein Gewicht von 7 bis 8,5 g und Ohren von 17 bis 19 mm Länge für diese kleine Hufeisennase ermittelt werden. Es liegen zwei Farbmorphen vor, von denen die eine dunkelbraun und die andere rötlich bis orangebraun ist. Am Kopf befinden sich braune Ohren und ein braunes Nasenblatt. Letzteres hat eine hufeisenförmige, etwa 8 mm breite Grundform und aufgesetzte Hautlappen, von denen der oberste lanzenförmig ist. In der Unterlippe befinden sich drei senkrechte Kerben. Der kleine Schädel ist robust. Im Oberkiefer liegt der dritte Prämolar pro Seite (von außen gezählt) neben der Zahnreihe, so dass sich der zweite und der vierte Prämolar berühren.[2]
Verbreitung und Lebensweise
Im Gegensatz zur Weltnaturschutzunion (IUCN) zählt ein Werk von 2019 nur die Population auf Borneo, Sumatra, Java sowie auf kleinen zugehörigen Inseln eindeutig zu dieser Art. Es werden tropische Regenwälder und andere feuchte Wälder mit Flügelfruchtgewächsen im Flachland und in Gebirgen bis 1000 Meter Höhe bewohnt.[2][3]
Die nachtaktiven Tiere ruhen am Tage in Höhlen, in Felsspalten, in Baumhöhlen, in großen Bananenblättern und in hohlen Bambusstängeln. In Höhlen werden oft Kolonien mit mehreren hundert Mitgliedern gebildet. Auf der Nahrungssuche werden kurzzeitig Verstecke zum Ausruhen nach dem Beutefang genutzt. Bei den Rufen zur Echoortung wird im ersten Teil eine Frequenzmodulation genutzt, danach eine konstante Frequenz und abschließend wieder eine Frequenzmodulation. Die höchste Intensität wurde im Norden Borneos bei 82 kHz erreicht. Die Borneo-Hufeisennase jagt unterschiedliche Insekten im Flug. Zum Fortpflanzungsverhalten gibt es keine Informationen.[2]
Gefährdung
Die Art kann sich gut an Veränderungen anpassen und es gibt keine Bedrohungen für den Bestand. Das Tier wird von der IUCN als nicht gefährdet (least concern) gelistet.[3]
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Don E. Wilson, DeeAnn M. Reeder (Hrsg.): Mammal Species of the World. A taxonomic and geographic Reference. 3. Auflage. 2 Bände. Johns Hopkins University Press, Baltimore MD 2005, ISBN 0-8018-8221-4 (englisch, Rhinolophus borneensis).
- ↑ a b c d Wilson, Lacher Jr. & Mittermeier (Hrsg.): Handbook of the Mammals of the World. 9 - Bats. Lynx Edicions, 2019, ISBN 978-84-16728-19-0, S. 309–310 (englisch, Rhinolophus borneensis).
- ↑ a b Rhinolophus borneensis in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2020. Eingestellt von: Jayaraj, V.K., 2018. Abgerufen am 21. November 2025.