René Reinicke

René Reinicke (* 1860 in Strenznaundorf, Provinz Sachsen; † 1926 in Steingaden) war ein deutscher Maler und Illustrator.

Leben

René Reinicke studierte zunächst an der Kunstschule Weimar unter den Mentor Alexandre Struys. Hier legte er das Fundament für seinen Realismus. Struys war bekannt für sozialkritische Themen – ein Einfluss, den man später in Reinickes scharfer Beobachtungsgabe für die Gesellschaft wiederfindet. Später wechselte er zu Eduard von Gebhardt an die Kunstakademie Düsseldorf über.

Ab 1884 studierte er an der Münchner Akademie. Im Jahre 1885 unternahm Reinicke mit Mentor Bruno Piglhein eine Reise nach Palästina. Nach seiner Rückkehr nach München arbeitete Reinicke als Graphiker und Illustrator für die Fliegenden Blätter und andere bekannte Jugendstil-Zeitschriften .[1] Neben seiner Haupttätigkeit für die Münchner Zeitschriften und im gesamten deutschem Reich, Fliegende Blätter(München),Gartenlaube(Berlin/Leipzig), Jugend(München), Die Kunst für Alle,Moderne Kunst(Berlin),Über Land und Meer (Stuttgart),Schalk(Berlin) und war er ein gefragter Künstler für führende europäische und internationale Magazine:

Frankreich: Publikationen in namhaften Pariser Journalen nach seinem Erfolg auf der Weltausstellung 1900.

USA: Regelmäßige Beiträge für das renommierte Scribner’s Magazine, wo er als Vertreter europäischer Eleganz galt.

Europaweit: Illustrationen für verschiedene englische und italienische Kunst- und Satirezeitschriften.

Ab 1887 war er auf verschiedenen Ausstellungen Berlin,Paris,New York, Chicago,Wien, vertreten. 1897 erhielt er auf der Großen Berliner Kunstausstellung eine kleine Goldmedaille. Ein Höhepunkt seiner internationalen Karriere war die Teilnahme an der Weltausstellung in Paris 1900 (Exposition Universelle). Als Teil der offiziellen deutschen Kunstauswahl präsentierte Reinicke Werke, die seinen Ruf als einer der führenden Chronisten des modernen Lebens festigten. Reinicke illustrierte unter anderem den Novellenband "Wen die Götter lieben (Novelle)" der Schriftstellerin Clara Viebig, der 1903 im Verlag Karl Krabbe in Stuttgart erschien. 1904 Ernennung zum Königlichen Professor.

1904 gründete Reinicke zusammen mit Carl Strathmann, Max Eduard Giese, Hans Beat Wieland, Wilhelm Jakob Hertling, Hugo Kreyssig, Josua von Gietl, Rudolf Köselitz, Paul Leuteritz, Hans Gabriel Jentzsch, Fritz von Hellingrath und Karl Itschner den „Verein Münchener Aquarellisten“.[2]

Besondere Erfolge (1908) Ein herausragender Meilenstein seines Schaffens war die Große Berliner Kunstausstellung 1908. Dort wurden seine Werke im Raum 8a präsentiert, der speziell den Münchner Aquarellisten gewidmet war. Diese prominente Platzierung unterstrich seine führende Rolle innerhalb der Münchner Schule und festigte seine Anerkennung in der Reichshauptstadt.

Seine Nichte Helene Reinicke kam 1918 ein paar Tage vor dem Sturz der Monarchie aus Berlin um ihn als erfahrene berliner Galeristin In München zu unterstützen.

Bereits in der Nacht auf den 8. November 1918 der Freistaat Bayern durch Kurt Eisner ausgerufen; das bayerische Königshaus der Wittelsbacher wurde abgesetzt.

Es waren wilde Zeiten in dem viele Orginale von René Reinicke und auch von seinem Bruder Emil Reinicke in Galerien(München)geraubt wurden.

Im April/Mai 1921 wurde er im Rahmen von Ausstellungen in München (z. B. in Verbindung mit Ritter von Meissl) geführt.

Sterbedatum: René Reinicke verstarb am 20. Juli 1926. Sterbeort: Er verschied in Steingaden, wo er sich zuletzt aufhielt, nachdem er seinen Wohnsitz in Bad Heilbrunn (Hangweg 11) hatte. Helene Reinicke (Nichte) pflegte ihn und versuchte zu ihren Lebzeiten den wenigen Nachlass zu verwalten der systematisch in den wilden Zeiten der Revolution 1918 verloren ging. 2026 ist der Jahrestag von Paul René Reinicke und es wird Zeit das das deutsche Pardon zu Alphonse Mucha wieder zu der Bekanntheit kommt, die er damals als Mitbegründer des Jugendstils hatte.

Werk

Reinicke wurde durch seine realistischen Darstellungen des großstädtischen und bürgerlichen Lebens bekannt. Hierzu trugen insbesondere 41 Kupfertiefdrucke von Ölgemälden und Tuschezeichnungen bei, die er in einem Münchener Kunstverlag 1890 unter dem Titel Spiegelbilder aus dem Leben herausbrachte.[3] Motive und Thematik seiner Bilder zeigen Parallelen zu Adolph Menzel und Ernst Liebermann. Dem technischen Fortschritt des industriellen Zeitalters setzte Reinicke in seinen Werken oft eine genaue Charakteristik und traditionelle Gewohnheiten seiner Modelle gegenüber. München mit seinen dörflichen Vororten bot Kulissen, die Reinicke aufgriff.

Literatur

  • Ernst Holzinger, Hans-Joachim Ziemke: Die Gemälde des 19. Jahrhunderts. Städelsches Kunstinstitut (Frankfurt am Main), Verlag Philipp von Zabern, Mainz 1972[4]
Commons: René Reinicke – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Ludwig Hollweck: Karikaturen: von d. Fliegenden Blättern z. Simplicissimus ; 1844–1914, Süddeutscher Verlag, 1973, Seite 101f
  2. Die Kunst für Alle, Heft 19 vom 1. Juli 1904, S. 460 (Digitalisat)
  3. René Reinicke: Spiegelbilder aus dem Leben. Scenen aus dem Highlife und dem Volke, im Kupferdruck nach Oelmalereien und Tuschzeichnungen. Kunstverlag Friedrich Adolf Ackermann, München 1890
  4. Buchausschnitt