Reis und Zucker
Reis und Zucker ist eine Geschichte aus Hundertundeine Nacht (→ Hundertundeine Nacht – Liste der Geschichten, HEN 23), dem kleinen Schwesterwerk von Tausendundeine Nacht (→ Tausendundeine Nacht – Liste der Geschichten). Sie ist eine Binnengeschichte von Die List und Tücke der Frauen (HEN 14).
In der Geschichte wird einer untreuen Ehefrau ein Streich gespielt, aus dem sie sich intelligent herauswindet.
Handlung
Ein Mann schickt seine Frau zum Markt, um Reis zu kaufen und gibt ihr einen Dirham mit. Die Frau kauft den Reis und übergibt dem Händler den Dirham, der jedoch entgegnet, zum Reis gehöre auch Zucker. Unter dem Vorwand ihr Zucker zu geben, lädt der Händler sie in sein Haus und bezirzt die Frau mit schönen Worten. Er verführt sie und sie haben Sex. Nun hatte die Frau den Reis und den Zucker in ein Obergewand eingewickelt und als Bündel verschnürt. Während sie mit dem Mann Sex hat, nimmt der Dienstjunge den Reis und den Zucker aus dem Gewand und füllte stattdessen trockene Erde hinein.
Nachdem die Frau befriedigt ist, nimmt sie das Bündel wieder und kehrt zu ihrem Mann zurück und stellt das Bündel in die Vorratskammer. Ihr Mann findet schnell heraus, was in dem Bündel ist und verlangt eine Antwort von seiner Frau. Die Frau erkennt die Notlage und erfindet eine Geschichte, demnach ihr der Dirham in die Erde gefallen sei und sie diese nun durchsieben wolle, um den Dirham wiederzufinden. Ihr Ehemann glaubt ihr und hilft ihr die Erde zu durchsieben.
Hintergrund
Die Geschichte spielt in der 64. Nacht von Hundertundeine Nacht.[1]
Für ihre Übersetzung griff die deutsche Arabistin Claudia Ott auf das Aga-Khan-Manuskript aus dem Jahr 1234 zurück, es ist die älteste erhaltene Handschrift der Geschichten aus Hundertundeine Nacht.[2]
Literatur
- Claudia Ott: 101 Nacht, Manesse Verlag, Zürich 2012, S. 157 f.
Einzelnachweise
- ↑ Claudia_Ott: 101 Nacht, Manesse Verlag, Zürich 2012, S. 158 f.
- ↑ Claudia_Ott: 101 Nacht, Manesse Verlag, Zürich 2012, S. 241.