Reinhold Frosch

Reinhold Frosch


Reinhold Frosch (2011)

Nation Osterreich Österreich
Geburtstag 9. April 1935
Geburtsort LiezenÖsterreich
Sterbedatum 14. Februar 2012
Sterbeort LiezenÖsterreich
Karriere
Disziplin Einsitzer und Doppelsitzer
Verein SC Liezen
Medaillenspiegel
WM-Medaillen 1 × 1 × 1 ×
EM-Medaillen 0 × 0 × 1 ×
 Rennrodel-Weltmeisterschaften
Bronze 1958 Krynica Einsitzer
Gold 1960 Garmisch-Partenkirchen Doppelsitzer
Silber 1960 Garmisch-Partenkirchen Einsitzer
 Rennrodel-Europameisterschaften
Bronze 1962 Weißenbach Doppelsitzer
 

Reinhold Frosch (* 9. April 1935 in Liezen; † 14. Februar 2012 ebenda) war ein österreichischer Rennrodler, der vor allem in den 1950er und 1960er Jahren einige internationale Erfolge feierte.

Leben und Wirken

Reinhold Frosch wurde am 9. April 1935 als Sohn von Josef Frosch (* 19. April 1899 in Liezen; † 6. März 1964 ebenda)[1] und dessen Ehefrau Rosa (geborene Rettenegger; * 20. April 1904 in Irdning; † 10. Dezember 1985 in Rottenmann)[2][3][4] in Liezen geboren. Seine Eltern hatten am 17. Februar 1929 in Liezen geheiratet; der Vater war zu diesem Zeitpunkt Sägearbeiter, die Mutter Wirtschafterin.[5] Mit Urban Kurt (1933–2007) hatte er mindestens einen älteren Bruder.[6]

Vor allem in den 1950er und 1960er Jahren galt Frosch als hervorragender Rennrodler. Auf der Naturrodelbahn am Wurzenpass wurde er im Jahr 1958 Österreichischer Staatsmeister im Naturbahnrodeln, was nur einer von mehreren Staatsmeistertiteln war.[7] Bereits ein Jahr zuvor hatte er an den Rennrodel-Weltmeisterschaften 1957 in Davos (Schweiz) teilgenommen und dabei den 31. Platz im Einsitzer und zusammen mit Berta Pürkel den 12. Platz im Doppelsitzer erreicht.

Bei den Rennrodel-Weltmeisterschaften 1958 in Krynica (Polen) belegte er im Einsitzer hinter den beiden Polen Ryszard Pędrak (Silber) und Jerzy Wojnar (Gold) den dritten Platz und gewann somit die Bronzemedaille. Ein Jahr später verpasste er bei den Rennrodel-Weltmeisterschaften 1959 in Villard-de-Lans (Frankreich) nur knapp das Podium und wurde hinter dem Italiener David Moroder (Bronze) und seinen Landsmännern Josef Feistmantl (Silber) und Herbert Thaler (Gold) Vierter im Einsitzer.

Umso triumphaler verliefen für den Obersteirer die Rennrodel-Weltmeisterschaften 1960 in Garmisch-Partenkirchen, bei denen er nicht nur mit 0:00.53 Rückstand auf den Deutschen Helmut Berndt Silbermedaillengewinner im Einsitzer war, sondern auch zusammen mit Ewald Walch bei einer Zeit von 2:34.31 Gold im Doppelsitzer gewann. In den Jahren danach tat er sich schwer, an diese Erfolge anzuschließen, und wurde etwa Siebenter bei den Rennrodel-Weltmeisterschaften 1961 in Girenbad (Schweiz).

Anfang Februar 1962 nahm er quasi „vor der Haustür“ an den Rennrodel-Europameisterschaften 1962 in Weißenbach bei Liezen teil und belegte Rang sechs im Einsitzer und gewann zusammen mit Ludwig Gassner Bronze im Doppelsitzer, was einen österreichischen Dreifachsieg im Doppel bedeutete. Nur eine Woche später war er Teilnehmer an den Rennrodel-Weltmeisterschaften 1962 in Krynica, bei denen er über einen zwölften Platz im Einzel und einem sechsten Platz im Doppel (zusammen mit Gassner) nicht hinauskam.

Nach den Rennrodel-Weltmeisterschaften 1963 in Imst (Österreich), bei denen er nur auf Rang 24 im Einzel und Rang 5 im Doppel (zusammen mit Gassner) abschloss, zog er sich weitestgehend vom internationalen Wettkampfsport zurück. Wie lange er noch auf nationaler Ebene aktiv war, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen.

Als jahrzehntelanges Mitglied des SC Liezen machte er sich auch bei anderen Sektionen des Vereins verdient. So half er etwa beim Aufbau des neuen Liezener Fußballstadions und begleitete die Fußballmannschaft des SC Liezen in den letzten Jahren vor seinem Tod bei nahezu jedem Heim- und Auswärtsspiel. Bis kurz vor seinem Ableben war er noch als Leiter des Männerturnens an der Hauptschule Liezen tätig und unterrichtete gemeinsam mit seiner Ehefrau den Nachwuchs der Schützengilde Liezen im Umgang mit dem Gewehr.[8][9] Außerdem gehörte er als Mitglied der ÖAV-Sektion Liezen an.[10]

Er war mit Annemarie (geborene Liegl; * 1938) verheiratet,[11] mit der er die beiden Kinder Renate und Reinhold hatte und zuletzt im Haus Döllacher Straße 5 in Liezen lebte. Seine Ehefrau wurde im Jahr 1986 als Sportschützin in der Mannschaftswertung Österreichische Staatsmeisterin.[12]

Frosch starb am 14. Februar 2012 – am 52. Jahrestag seines Weltmeistertitels – im Alter von 76 Jahren in seiner Geburts- und Heimatstadt Liezen und wurde am 16. Februar 2012 auf dem dortigen Stadtfriedhof beerdigt.

Erfolge

Weltmeisterschaften

Europameisterschaften

  • Bronze: 1962 Weißenbach (Doppelsitzer)[13]

Einzelnachweise

  1. Taufbuch Liezen, tom. VIII, fol. 135 (Faksimile), abgerufen am 19. September 2025
  2. Taufbuch Irdning, tom. X, fol. 181 (Faksimile), abgerufen am 19. September 2025
  3. Der Bürgermeister gratulierte. In: Nachrichten der Stadtgemeinde Liezen, 38. Folge, Juli 1979, S. 3
  4. Liezener Standesbewegung – Sterbefälle. In: Nachrichten der Stadtgemeinde Liezen, 65. Folge, März 1986, S. 10
  5. Trauungsbuch Liezen, tom. VI, fol. 103 (Faksimile), abgerufen am 19. September 2025
  6. Urban Kurt Frosch in der Stadtchronik von Liezen, abgerufen am 19. September 2025
  7. Reinhold Frosch † (Memento vom 26. Mai 2015 im Internet Archive), abgerufen am 19. September 2025
  8. Bezirksmeisterschaft Biathlon 2010 in Hall bei Admont. In: Stadt Liezen bewegt sich…! Amtliche Nachrichten und Informationen, 171. Folge, März 2010, S. 29
  9. Artikel. In: alpenverein Liezen, Info 1/2013, Ausgabe Mai 2013, S. 2
  10. Wir gedenken unserer verstorbenen Mitglieder. In: alpenverein Liezen, Info 1/2012, Ausgabe April 2012, S. 3
  11. Engelbert Liegl in der Stadtchronik von Liezen, abgerufen am 19. September 2025
  12. Ehrentafel des Sports – Teil 2. Arbeitskreis „Stadtmuseum“. Liezen im Zeitenwandel. Folge 28 • Dezember 2005.
  13. a b c d Ehrentafel des Sports – Teil 1. Arbeitskreis „Stadtmuseum“. Liezen im Zeitenwandel. Folge 27 • September 2005.