Reinhold E. Schmidt
Reinhold E. Schmidt (* 17. Dezember 1951 in Ketzin/Havel; † 23. Januar 2022 in Isernhagen bei Hannover) war ein deutscher Mediziner und Hochschullehrer.[1] Seine Forschungsschwerpunkte lagen in den Bereichen der Pathogenese und Therapie von rheumatischen und anderen Autoimmunerkrankungen, der angeborenen und sekundären Immundefekte sowie von HIV und AIDS.
Leben
Nach dem Studium (1970–1976) der Medizin an der Universität Bonn war er von 1977 bis 1983 Wissenschaftlicher Assistent an der Medizinischen Universitätsklinik Bonn. Nach dem Zweitstudium (1971–1977) der Psychologie an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn war er von 1980 bis 1986 Leiter des Immunologisch-Rheumatologischen Labors an der Medizinischen Hochschule Hannover. Zwischen 1983 und 1986 forschte er am Dana-Farber Cancer Institute der Harvard Medical School in Boston, USA.
Seit 1985 war er C2-Universitätsprofessor an der Medizinischen Hochschule Hannover und Oberarzt an der Abteilung Klinische Immunologie. Im Jahr 1995 übernahm Schmidt die Leitung dieser Abteilung. Ab 2007 war er als Direktor der Klinik für Immunologie und Rheumatologie an der Medizinischen Hochschule Hannover tätig.
Schmidt engagierte sich ehrenamtlich in der Deutschen Gesellschaft für Immunologie (DGfI). Hier setzte er sich insbesondere gegenüber der Bundesärztekammer für die Anerkennung der Immunologie als ärztliche Zusatzweiterbildung ein. In den Jahren 2005 und 2006 stand er der DGfI als Präsident vor.[2] Zudem gehörte Schmidt dem wissenschaftlichen Beirat des Paul-Ehrlich-Institutes an, dessen Vorsitz er seit 2006 innehielt. Er war Mitglied und seit 2018 Präsident des Stiftungsrats des Deutschen Rheumaforschungszentrums und leitete den Europäischen Immunologie-Kongress im Jahr 2009 in Berlin. 2007 wurde Schmidt als Mitglied in die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina aufgenommen.
Wirken
Forschungsschwerpunkte von Reinhold E. Schmidt lagen in den Bereichen der Pathogenese und Therapie von rheumatischen und anderen Autoimmunerkrankungen, der angeborenen und sekundären Immundefekte sowie von HIV und AIDS.
Er erforschte Ursachen von angeborenen und erworbenen Immundefizienzen und Autoimmunerkrankungen. Einen besonderen Schwerpunkt richtete er dabei auf den rheumatologischen Bereich sowie auf Infektionserkrankungen, insbesondere auf das Immunschwächesyndrom AIDS. Er untersuchte die Immunpathogenese der HIV-Infektion und führte klinische Studien zur Therapie der HIV-Infektion und auch von rheumatischen und Autoimmunerkrankungen durch. Schmidt untersuchte auch neue diagnostische Systeme und Biomarker für angeborene Immundefekte sowie Autoimmunerkrankungen. Dabei standen vor allem entzündliche Wirbelsäulenerkrankungen im Fokus.
Von 2007 bis 2021 leitete Reinhold Schmidt die Klinik für Klinische Immunologie und Rheumatologie der Medizinischen Hochschule Hannover. Er entwickelte dort die Forschungsschwerpunkte der angeborenen Immunität und Immundefizienz, der Autoimmunität, der chronischen Entzündung und der Vaskulitiden im Rahmen von Sonderforschungsbereichen und den Exzellenzklustern „Resist“ und „Rebirth“ der DFG (Deutsche Forschungsgemeinschaft). Seine wissenschaftliche Vision war ein genetisches Verständnis rheumatischer- und anderer Autoimmunerkrankungen als Folge genetisch bedingter primärer Immundefizienzen.[3]
Weblinks
- Mitgliedseintrag von Reinhold E. Schmidt (mit Bild und CV) bei der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, abgerufen am 19. Juni 2022.
Einzelnachweise
- ↑ Traueranzeige Reinhold E. Schmidt
- ↑ Nachruf auf Reinhold E. Schmidt auf der Webseite der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, aufgerufen am 27. Dezember 2022
- ↑ Andreas Radbruch, Fritz Melchers, Elisabeth Märker-Hermann: Prof. Dr. med. Reinhold Ernst Schmidt (17.12.1951–23.01.2022). In: Zeitschrift für Rheumatologie. Band 81, Nr. 6, 1. August 2022, ISSN 1435-1250, S. 520–521, doi:10.1007/s00393-022-01234-0.