Reinhardt O. Cornelius-Hahn

Reinhardt O. Cornelius-Hahn (* 9. März 1947 in Gottberg, Landkreis Ruppin, als Reinhardt Otto Hahn) ist ein deutscher Schriftsteller und Verleger.

Leben

Am 16. Juni 1953 verließen seine Eltern mit den fünf Kindern die DDR.[1]

Seit 1976 ist Reinhardt O. Hahn schriftstellerisch tätig. Hahn studierte am Literaturinstitut "Johannes R. Becher" von 1979 bis 1982 fern. Er absolvierte das Studium in Leipzig. Freiberuflich übte er die Zirkeltätigkeit für „Schreibende Schüler“ und „Schreibende junge Werktätige“ bis 1987 aus. Seit der Hochzeit mit Martina Cornelius 1988 trägt er den Doppelnamen Cornelius-Hahn. Sein erster Roman, Das letzte erste Glas erschien 1986. Der SF Roman Noah 2 erschien 1988 in Co-Autorenschaft mit Klaus-Dieter Loetzke. Im April 1990 erschien Ausgedient – Ein Stasi Major erzählt. Die Novelle wurde 1999 ins Französische übersetzt. 2004 wurde das Buch verfilmt. Der Kinodokumentarfilm Aus Liebe zum Volk mit Cornelius-Hahns Text wurde von Axel Prahl gesprochen.[2]

Nach der deutschen Wiedervereinigung 1990 gründete Cornelius-Hahn ein Druck- und Verlagsunternehmen, die seit 1991 als JUCO GmbH mit der Handelsregisternummer H 3661 firmierte. Sie wurde mit der HRB 203661 in Stendal als Projekte-Verlag Cornelius GmbH eingetragen. Reinhardt O. Cornelius-Hahn war bis 2013 Geschäftsführer. https://www.isbn.de/verlag/Projekte-Verlag+Cornelius Selbst gab er in diesem Verlag neun Werke für Kinder heraus. Er gab den Verlag 2013 ab.

Cornelius-Hahn und seine Frau leben heute in Halle (Saale). Er ist Mitglied[3] und im Vorstand in der Christa Wolf Gesellschaft[4]

Ab 2015 wurde Cornelius-Hahn als Verleger im Projekte Verlag Hahn gewerblich tätig.[5]

Eine online abrufbare Liste der Robert-Havemann-Gesellschaft, die Presseinformationen über Opfer und Täter im DDR-Archiv führte, listete ihn 33 Jahre versehentlich als „MfS-Offizier“ - der er nie war, er hatte lediglich ein Buch über einen solchen Offizier geschrieben. Die Gesellschaft entschuldigte sich 2025 nach Hahns Entdeckung der fehlerhaften Angabe bei ihm. Hahn nahm die Entschuldigung an, befürchtet jedoch, dass ihm die Falschinformation möglicherweise beruflich geschadet hat.[6][7]

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Das letzte erste Glas, Mitteldeutscher Verlag, Halle 1986.
  • Noah II, zusammen mit Klaus-Dieter Loetzke, Mitteldeutscher Verlag, Halle 1989.
  • Ausgedient – Ein Stasimajor erzählt, Mitteldeutscher Verlag, Halle 1990.
  • Der Ritterschlag, JUCO, Halle 1993.
  • Die Suche nach dem Glück, JUCO, Halle 1993.
  • Der Wunderflummi, JUCO, Halle 1993.
  • Das gestohlene Licht, JUCO, Halle 1998.
  • Pour l’amour du peuple: Un officier de la Stasi parle, Albin Michel, Paris 1999.
  • Auf der anderen Seite des Walls, JUCO, Halle 2004.
  • Hussiten in Naumburg, JUCO, Halle 2005.
  • Ich träume vom Glück, Projekte-Verlag 188, Halle 2005.
  • OPK „Broiler“, Projekte-Verlag Cornelius, Halle 2008.
  • Familien-Chronik, Projekte-Verlag Cornelius, Halle 2009.
  • Trockengebiete: Eine Anthologie, Projekte-Verlag Cornelius, Halle 2009.
  • Dinge, die des Nachts poltern: Eine Anthologie, Projekte-Verlag Cornelius, Halle 2010.
  • Weißenfels für Kinder: Die pinkfarbene Schleife, Projekte-Verlag Cornelius, Halle 2010.
  • 2062: Eine Anthologie, Projekte-Verlag Cornelius, Halle 2012.
  • Halbiert, Projekte-Verlag Cornelius, Halle 2013.
  • Was soll mir eure Schuld (Das gewöhnliche Bauwerk, Band 1), Projekte Verlag Hahn, Halle 2018.
  • Das gewöhnliche Bauwerk (Das gewöhnliche Bauwerk, Band 2), Projekte Verlag Hahn, Halle 2018.
  • Die Zukunft war unser Land (Das gewöhnliche Bauwerk, Band 3), Projekte Verlag Hahn, Halle 2019.
  • Das Paradies im Irrenhaus (Das gewöhnliche Bauwerk, Band 4), Projekte Verlag Hahn, Halle 2019.
  • Das Coronaphon (Förderung durch Stipendium Land-Sachsen-Anhalt), Projekte Verlag Hahn, Halle 2020.
  • Der rote Affe auf dem Kilimandscharo oder Das Recht auf Vergessen, Projekte Verlag Hahn, Halle 2021.
  • Ohne Scheu, Projekte Verlag Hahn, Halle 2022.

Einzelnachweise

  1. Reinhardt O. Hahn: Projekte Verlag Hahn/Buchverkauf. www.projekte-verlag.de, 16. Juni 1953, archiviert vom Original am 7. Dezember 2025; abgerufen am 27. Dezember 2025.
  2. https://www.filmportal.de/film/aus-liebe-zum-volk_30fd288daf31400fa74c98538a800ac4
  3. Christa Wolf: CWG Sitz in Berlin. In: www.christa-wolf-gesellschaft.de. Abgerufen am 27. Dezember 2025.
  4. Home. Abgerufen am 27. Dezember 2025.
  5. Reinhardt O. Hahn: Der Stadtgang: eine Novelle über Halle und dem Ort Anderswo. Projekte Verlag Hahn, Halle (Saale) 2024, ISBN 978-3-946169-69-7.
  6. Jens Ulrich Eckhard: Zwischen DDR und Bundesrepublik: Das doppelte Leben des Herrn Hahn. In: WELT.de. Abgerufen am 31. Mai 2025.
  7. Der Stasi-Spitzel, den es nie gab aus www.mz.de, abgerufen am 27. Dezember 2025