Reinhard Wilke

Reinhard Wilke (* 1929; † 2009) war ein deutscher Richter und Ministerialbeamter. Er wurde als Büroleiter und enger Berater des Bundeskanzlers Willy Brandt bekannt.

Leben

Wilke studierte ab 1950 Rechtswissenschaften. Sein Rechtsreferendariat schloss er 1959 ab. 1960 wurde er mit der Dissertation Die Rechtsstellung des Richters und der „Entwurf eines deutschen Richtergesetz“ von 1958 an der Universität zu Köln zum Doktor der Rechte promoviert. Von 1960 bis 1966 war er Richter am Verwaltungsgericht Köln. 1966 trat er in den Dienst des Bundesjustizministeriums ein. Dort war er zunächst bis 1967 Referent, von 1967 bis 1968 Leiter des Referats für Rückerstattungs- und Wiedergutmachungsrecht, von 1968 bis 1969 persönlicher Referent von Horst Ehmke (SPD) in dessen Funktion als Staatssekretär und Bundesminister.[1]

Von 1970 bis 1976 leitete Wilke das Büro von Willy Brandt (SPD); zunächst von 1970 bis 1974 in dessen Funktion als Bundeskanzler und von 1974 bis 1976 in dessen Funktion als einfacher Bundestagsabgeordneter.[2] Über diese Zeit verfasste Wilke seine Memoiren Meine Jahre mit Willy Brandt, die posthum 2010 erschienen und für die Ulrich Wickert das Vorwort verfasste.[3] Als Büroleiter Brandts folgte ihm Klaus-Henning Rosen nach.

Von 1976 bis 1979 war Wilke Leiter der Abteilung Jugend und Familie im Bundesministerium für Jugend, Familie und Gesundheit. Von 1980 bis 1984 war er schließlich Generalsekretär des Deutsch-Französischen Jugendwerks.

Wilke war von 1969 bis zu seinem Parteiaustritt 1998 Mitglied der SPD. 1985 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse verliehen.[4]

Einzelnachweise

  1. Einer fehlt. In: Spiegel Online. 25. Februar 1973, abgerufen am 31. Oktober 2025.
  2. Der Macher. In: Spiegel Online. 31. Januar 1971, abgerufen am 31. Oktober 2025.
  3. Meine Jahre mit Willy Brandt. In: glanzundelend.de. Abgerufen am 31. Oktober 2025.
  4. Biografische Angaben zur Person: Reinhardt Wilke (1929-2009). In: willy-brandt-biografie.de. 16. Dezember 2016, abgerufen am 31. Oktober 2025.