Reimfülle
Die Reimfülle bezeichnet in der romanischen Lyrik die Anzahl gleichklingender Komponenten (Phoneme) in der Metrik zweier sich reimender Verse. In der deutschen Sprach- bzw. Literaturwissenschaft ist der Begriff hingegen kaum gebräuchlich.
Klassifizierung im Spanischen
Im Spanischen unterscheidet man zwischen rimas consonantes und rimas asonantes.[1]
- rimas consonantes: Die Phoneme ab dem letzten betonten Vokal lauten identisch
- Beispiel: nobles - dobles
- rimas asonantes: Die Vokale ab dem zuletzt betonten sind von gleicher phonetischer Qualität
- Beispiel: árbol - campo
- Eine Ausnahme bilden hier die versos esdrújulos (auf drittletzter Silbe betont), bei denen nur der Gleichklang in der drittletzten Silbe und der Endsilbe entscheidend ist:
- Beispiele: lágrima - informática, teléfono - enciclopédico
Zwei Verse, die sich nicht reimen, werden als versos sueltos bezeichnet.
Klassifizierung im Italienischen
Im Italienischen unterscheidet man zwischen rima piana, rima sdrucciola und rima tronca.[2] Zwei sich nicht reimende Verse werden versi sciolti genannt; diese Versart trifft man vor allem in den Rezitativen von Opernlibretti an.
Klassifizierung im Französischen
Im Französischen unterscheidet man zwischen rime faible, rime suffisante und rime riche.[3]
Weblinks
- Überblick „Grundstrukturen der Lyrik“ an der Universität Düsseldorf ( vom 12. August 2007 im Internet Archive) (PDF)
Einzelnachweise
- ↑ Eine Einführung in die Spanische Metrik an der Universität Leipzig ( vom 16. Juli 2006 im Internet Archive) uni-leipzig.de
- ↑ Eine Einführung in die italienische Metrik an der Universität Freiburg. In: uni-freiburg.de. Ehemals im (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 13. Juni 2007. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche in Webarchiven)
- ↑ Eine Einführung in die französische Metrik an der Universität Leipzig. In: uni-leipzig.de. Ehemals im (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 13. Juni 2007. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche in Webarchiven)