Regentropfen-Prélude
Das Regentropfen-Prélude (frz. La goutte d’eau, poln. deszczowe) ist ein von Frédéric Chopin in den Jahren 1838/39 komponiertes Musikstück aus dem Zyklus der 24 Préludes op. 28, die während Chopins Aufenthalt auf der Mittelmeerinsel Mallorca entstanden. Das Prélude steht im Kompositionszyklus an 15. Stelle und ist in der Tonart Des-Dur notiert.
Der Beiname des Stücks bezieht sich auf eine von Chopins Partnerin George Sand überlieferte Erinnerung. Das Ostinato, das das Werk durchzieht, kann den Eindruck erwecken, es handle sich um fallende Regentropfen.[1] Chopin selbst hat diese Interpretation nie bestätigt. George Sand berichtet hierzu:[2]
„Er kam sich vor, als wäre er in einem See ertrunken; schwere, eisige Wassertropfen fielen ihm im Takt auf die Brust. Als ich ihn aufhorchen hieß, denn man konnte tatsächlich den gleichmäßigen Takt von Tropfen hören, die auf das Dach fielen, bestand er darauf, das nicht gehört zu haben. Er wurde sogar ärgerlich, als ich von Tonmalerei sprach, und verwahrte sich heftig und mit Recht gegen solche einfältigen musikalischen Nachahmungen von akustischen Eindrücken.“
Literatur
- Brigitte Esser et al. (Hrsg.): Harenberg Kulturführer Klaviermusik. 3. Auflage. Meyers, Mannheim 2008, ISBN 978-3-411-07103-6, S. 209–214.
- Klaus Wolters: Handbuch der Klavierliteratur zu zwei Händen. 5. Auflage. Atlantis, Zürich 2001, ISBN 3-254-00248-2.
Weblinks
- Préludes op. 28: Noten und Audiodateien im International Music Score Library Project
Einzelnachweise
- ↑ Josef Hölzl: Chopin Regentropfen-Prélude op.28 Nr.15 Werkanalyse. Archiviert vom am 10. Dezember 2024; abgerufen am 25. Dezember 2025.
- ↑ George Sand: Geschichte meines Aufenthalts auf Mallorca aus Geschichte meines Lebens, als Anhang in George Sand: Ein Winter auf Mallorca. DTV Taschenbuch, 10. Auflage, München 1995, S. 258 f.