Regenmantel (Falkenhagen (Mark))

Regenmantel
Koordinaten: 52° 27′ N, 14° 17′ O
Höhe: ca. 64 (61–67) m ü. NHN
Einwohner: 80[Ohne Beleg]Vorlage:Infobox Ortsteil einer Gemeinde in Deutschland/Wartung/NoEinwQuelle
Postleitzahl: 15306
Vorwahl: 033603
Lage von Regenmantel in Brandenburg

Regenmantel ist ein bewohnter Gemeindeteil in der Gemeinde Falkenhagen (Mark) im Landkreis Märkisch-Oderland im Osten des Landes Brandenburg. Der Ort gehört dem Amt Seelow-Land an und hat zurzeit etwa 80 Einwohner.[1]

Lage

Regenmantel liegt etwa 12 Kilometer Luftlinie südwestlich der Kreisstadt Seelow und 20 Kilometer nordwestlich von Frankfurt (Oder) am äußersten südöstlichen Rand des Naturparks Märkische Schweiz. Umliegende Ortschaften sind Marxdorf im Norden, Lietzen im Nordosten, Falkenhagen im Südosten, Jochenshof im Süden, Arensdorf im Südwesten und Heinersdorf im Nordwesten.

Von Regenmantel aus führt eine Gemeindestraße nach Heinersdorf und nach Falkenhagen. Das Dorf liegt auf einer Höhe von 64 m ü. NHN, höchste Erhebung ist der östlich von Regenmantel gelegene Huteberg. Östlich des Ortes liegt das Naturschutzgebiet Lietzener Mühlental.

Geschichte

Regenmantel wurde im Jahr 1745 durch den damaligen Gutsbesitzer des Rittergutes Falkenhagen als Vorwerk gegründet. Der Ortsname wurde vermutlich scherzhaft gewählt.[2] Eine erneute Erwähnung für 1775 wurde in der Forschung mehrfach bestätigt.[3][4]

Das Dorf gehörte ab 1816 zum Kreis Lebus in der preußischen Provinz Brandenburg. 1848 lebten auf dem Vorwerk Regenmantel 31 Einwohner. Die Fläche der Gemarkung betrug 3 Hufen, etwa 21 ha.[5] 1864 bestand Regenmantel dann aus sechs Wohngebäuden mit 93 Einwohnern.[6] Das Rittergut Falkenhagen, zu dem der Ort gehörte, befand sich im Besitz des Landwirt[7] Hugo Schulz (1823–1899) zu Petershagen.[8] Schulz agierte ebenso als Amtsvorsteher in der näheren Region.[9] 1894 erfolgte die örtliche Zugehörigkeit vom Steueramt Seelow im Wechsel zum Steueramt Müncheberg, Haupt-Steuer-Amt Frankfurt a.O.[10]

Anfang des 20. Jahrhunderts war der Jurist Walter Schulz (1865–1927), verheiratet mit Antonie Rospatt, Witwe des Landrats Georg Gewiese, der Besitzer des Rittergutes Falkenhagen mit Vorwerk Regenmantel, Anteile in Lietzen und dem Rittergut Petershagen, gesamt rund 2830 ha.[11] Der Gutsherr, mit Eintrag im Jahrbuch des Vermögens und Einkommens der Millionäre,[12] ließ die Begüterungen durch einen Oberinspektor leiten und führte ab 1920 juristisch bestätigt den Namen Schulz-Falkenhagen. Ihr Erbe wurde minderjährig der einzige Sohn Walter jun. Schulz-Falkenhagen (1922–1943), der nach der Schulzeit auf dem bekannten Alumnat Schloss Salem als Soldat starb. Teile seines erworbenen Waldgutes Vichtenstein in Oberösterreich erhielt später der Vetter Konrad Schulz-Wulkow. Gutsverwalter von Falkenhagen mit dem Vorwerk in Regenmantel wurde für den minderjährigen Eigentümer der Rittmeister d. R. Günther Schulz von Heinersdorf (1881–1938), als gesetzlicher Vertreter. Die Gutsleitung selbst übernahmen zwei Oberinspektoren.[13] Antonie Schulz-Falkenhagen lebte nach den Enteignungen in Wiesbaden.[14]

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges siedelten sich in Regenmantel Flüchtlinge aus den deutschen Ostgebieten an, die nach der Bodenreform Land dort erhielten. Nach der DDR-Kreisreform im Juli 1952 gehörte die Gemeinde Falkenhagen mit dem Ortsteil Regenmantel zum Kreis Seelow im Bezirk Frankfurt (Oder). Seit der Deutschen Wiedervereinigung gehört Regenmantel zum Land Brandenburg, seit der Kreisreform im Dezember 1993 zum Landkreis Märkisch-Oderland.

Persönlichkeiten

Literatur

  • Reinhard E. Fischer: Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin. Alter – Herkunft – Bedeutung. Be.Bra Wissenschaft, Berlin 2005, S. 140.

Einzelnachweise

  1. Falkenhagen (Mark) | Service Brandenburg. Abgerufen am 11. November 2024.
  2. Reinhard E. Fischer: Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin. Alter – Herkunft – Bedeutung. Be.Bra Wissenschaft, Berlin 2005, S. 140.
  3. Heinrich Berghaus: Landbuch der Mark Brandenburg und des Markgrafenthums Nieder-Lausitz in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Dritter Band, Verlag von Adolph Müller, Brandenburg a. H. 1856, S. 445.
  4. Vgl. u. a. Text Falkenhagen, In: Siegmund Wilhelm Wohlbrück: Geschichte des ehemaligen Bisthums Lebus und des Landes dieses Nahmens. Theil III, Nauch-Buchhandlung, Selbstverlag, Berlin 1832, S. 290–291.
  5. Eugen Huhn: Der Regierungsbezirk Frankfurt an der Oder der preuß. Provinz Brandenburg. In: Das Königreich Preußen geographisch, statistisch und topographisch dargestellt. Band 1: Brandenburg und Sachsen. Johann Karl Gottfried Wagner, Neustadt a. d. Orla 1848, S. 59.
  6. Statistisches Bureau der Königlichen Regierung zu Frankfurt a. O.: Topographisch-statistisches Handbuch des Regierungs-Bezirks Frankfurt a. O. Verlag von Gustav Harnecker u. Co., Frankfurt a. d. O. 1867, S. 149.
  7. Kurt Winckelsesser unter Mitwirkung von Harald Richert: Deutsches Geschlechterbuch 1969. Brandenburger Band 2. In: Gesamtreihe DGB. Brandenburger Band 2, DGB Schulz 3 Einzeldruck der Stammfolge. C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1969, DNB 456432728, S. 463–464.
  8. Vgl. P. Ellerholz, H. Lodemann, H. von Wedell: General-Adressbuch der Ritterguts- und Gutsbesitzer im Deutschen Reiche. 1. Band: Das Königreich Preussen, Lfg. 1: Die Provinz Brandenburg. Nicolaische Verlags-Buchhandlung R. Stricker, Berlin 1879, S. 58–63, doi:10.18452/377 (Digitalisat). Reprint: ISBN 3-226-00787-4.
  9. Außerordentliche Beilage zum Amtsblatt Nr. 37 der Königlich Preußischen Regierung zu Frankfurt a.O. Trowitzsch & Sohn, Ausgegeben, Frankfurt a.O., am 18. September 1874, S. 8.
  10. Amts-Blatt der Königl. Preuß. Regierung zu Frankfurt ª/O. Stück 13-1894, Trowitzsch & Söhne, Frankfurt a. O., Ausgegeben den 20. März 1894, S. 88.
  11. Ernst Seyfert: Güter-Adreßbuch für die Provinz Brandenburg. [1914]. Verzeichnis sämtlicher Rittergüter, Güter und Höfe über 20 ha. Nach amtlichen Angaben. Handbuch der Königlichen Behörden. In: Niekammer’s Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher. Band VII, 2. Auflage, Reichenbach’sche Verlagsbuchhandlung, Leipzig 1914, S. 286–287.
  12. Rudolf Martin (Hrsg.): Jahrbuch des Vermögens und Einkommens der Millionäre in Königreich Preußen. Nachtrag, Berlin, Brandenburg, Rheinprovinz, Schlesien, Westfalen. 3. Auflage. Erster Band. Sächsische Maschinensatz-Druckerei, Berlin / Werdau 1913, DNB 1074129423, S. 54 f.
  13. Ernst Seyfert, Hans Wehner, Alexander Haußknecht, Ludwig Hogrefe: Landwirtschaftliches Adreßbuch der Rittergüter, Güter und Höfe der Provinz Brandenburg. [1929]. Verzeichnis sämtlicher Rittergüter, Güter und Höfe von ca. 20 ha aufwärts, Mit Unterstützung von Staats- und Kommunalbehörden, sowie des Brandenburgischen Landbundes zu Berlin, sowie der Kreislandbünde. Nach amtlichen Quellen und auf Grund direkter Angaben bearbeitet. in: Niekammer’s Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher. Band VII, 4. Auflage, (Letzte Ausgabe-Paul Niekammer-Reihe), Verlag Niekammer’s Adreßbüchern GmbH, Leipzig 1929, S. 233.
  14. Kurt Winckelsesser unter Mitwirkung von Harald Richert: Deutsches Geschlechterbuch 1969. Brandenburger Band 2. In: Gesamtreihe DGB. Brandenburger Band 2, DGB Schulz 3 Einzeldruck der Stammfolge. C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1969, DNB 456432728, S. 479.