Reformierte Kirche Luzein

Die reformierte Kirche in Luzein im Prättigau ist ein evangelisch-reformiertes Gotteshaus unter dem Denkmalschutz des Kantons Graubünden. Letztmals einer Renovierung unterzogen wurde sie 1930.

Geschichte

Ersturkundlich wird die Kirche 1222 als Besitz des Klosters Churwalden erwähnt und blieb in dessen Eigentum bis zur Reformation. Ein Neubau der ganzen Anlage, bei dem der Kirchturm des alten, abgerissenen Baus integriert wurde, wurde 1487 unter Meister Steffan Klain vollendet. Weihe durch Bischof Ortlieb von Brandis. Renovation und Erneuerung der Innenausstattung 1930 durch die Architekten Risch & Schäfer, Chur. Restaurierung der Decke und Wandbilder durch Chr. Schmidt, Zürich.

Ausstattung

Inneres: Einschiffiges Langhaus mit geostetem, eingezogenem, dreiseitig geschlossenen Chor. Der Chor ist überdeckt mit einem Netzgewölbe von zwei Jochen in einer Sternfiguration wie in der Reformierten Kirche Jenaz. Im Schild der Ostwand das Steinmetzzeichen von Steffan Klain und der Jahreszahl 1487. Auf der Gurtrippe in der Nähe des Scheitels nebst dem Steinmetzzeichen von Steffan Klain auf gleicher Höhe jenes von Andreas Bühler (Steinmetz) und ein weiteres, etwas nach unten versetzt, jenes eine unbekannten Steinmetzen[1]. Das Rippengewölbe ist mit Wandmalereien – besonders hervorgehoben die Evangelisten – stammen aus der Zeit des Neubaus der Kirche (Ende 15. Jahrhundert).

Im Schiff polygonale Holzudecke (um 1487) auf fünf Teilen (zwei davon nur schmal) wie in der Reformierten Kirche Furna. Die Friesbretter sind in Form von Nasenbogen ausgeschnitten und – wie die Deckleisten – mit schablonierten Ornamenten bemalt, die völlig identisch mit jenen am Schiffplafond der Reformierten Kirche Bergün sind[2].

Zentral ist ein Taufstein angebracht, der auf das Jahr 1487 datiert. Die kunstvoll geschnitzte Kanzel wurde nach Ende der Bündner Wirren 1694 eingebaut. Die Orgel zeigt Stilelemente des Rokoko und ist von 1791.

Äusseres: Am Chor stehen fünf Dreikantstreben wie an der Reformierten Kirche in Jenaz. Der Haupteingang ist spitzbogig gefasst. Die geschnitzte Türe (um 1670) ist eine Kopie des im Rätischen Museum in Chur verwahrten Originals. In den Füllungen der Türe zwei schreitende Löwen. Der Turm mit oktogonalem Helmdach schliesst im Norden an die Fassade an.

Kirchliche Organisation

Die Evangelisch-reformierte Landeskirche Graubünden führt Luzein als eigenständige Kirchgemeinde Luzein/Pany. Diese unterhält zwei Predigtstätten: neben der Kirche in Luzein auch die Kirche in Pany.

Galerie

Literatur

  • Manuel Maissen: Gewölbebau der Spätgotik in Graubünden. Dissertation ETH Zürich, 2020.
  • Erwin Poeschel: Die Kunstdenkmäler des Kantons Graubünden. Band II. Verlag Birkhäuser, Basel (1937). Seiten 100–106

Siehe auch

Commons: Reformierte Kirche Luzein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Manuel Maissen: Gewölbebau der Spätgotik in Graubünden 1450-1525. In: Staatsarchiv Graubünden (Hrsg.): Quellen und Forschungen zur Bündner Geschichte. Band 40. Verlag Schwabe, Basel 2023, ISBN 978-3-7965-4749-2, S. 90–91.
  2. Erwin Poeschel: Die Kunstdenkmäler des Kantons Graubünden. Hrsg.: Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Band 2. Verlag Birkhäuser, Basel 1937, S. 100–106.

Koordinaten: 46° 55′ 9″ N, 9° 46′ 2,7″ O; CH1903: 777360 / 199084