Rebeka Njau

Rebeka Njau (* 15. Dezember 1932 in Kanyariri, Kiambu County) ist eine kenianische Pädagogin, Schriftstellerin, Dramatikerin und Textilkünstlerin.[1] Bekannt wurde sie mit dem Einakter The Scar (1963), dem Roman Ripples in the Pool (1975; Neuausgabe 2024) und The Sacred Seed (2003).[2][1][3][4] Ihre Texte setzen sich mit der Verstümmelung weiblicher Genitalien, Spiritualität, Geschlechterrollen und Sexualität auseinander.[1][5]

Leben

Njau wurde im Jahr 1932 in Kiambu County geboren und wuchs in einer christlich geprägten Familie auf.[6][7] Sie besuchte die Alliance Girls’ High School und studierte anschließend an der Makerere-Universität in Kampala, wo sie 1962 an der African Writers Conference teilnahm.[7][6] Nach dem Abschluss kehrte sie als Lehrerin an die Alliance Girls’ High School zurück, gründete 1964 die Nairobi Girls’ School und schied 1968 aus dem Schuldienst aus.[7] Anschließend arbeitete sie mit ihrem damaligen Ehemann, dem tansanischen Künstler Elimo Njau, im Paa Ya Paa Arts & Cultural Centre in Nairobi und wurde später Redakteurin der NCCK-Zeitschrift Target.[7] 2019 veröffentlichte sie ihre Memoiren Mirrors of My Life; sie lebt im Großraum Nairobi.[7] Zeitweise veröffentlichte sie unter den Namen Rebecca Njau sowie dem Pseudonym Marina Gashe.[1][6]

Wirken

The Scar erschien 1963 in der Zeitschrift Transition und begründete Njaus Ruf als bedeutende kenianische Dramatikerin; 1965 folgte eine eigenständige Ausgabe bei Kibo Art Gallery.[2][1][8] Das Drama thematisiert die Verstümmelung weiblicher Genitalien und wurde am Uganda National Theatre aufgeführt.[1] Ripples in the Pool wurde 1975 bei Transafrica veröffentlicht und 2024 von Bloomsbury neu aufgelegt; der Roman erzählt die Geschichte der städtischen Protagonistin Selina und enthält eine Liebesbeziehung zwischen zwei Frauen.[1][3] The Sacred Seed (2003) verbindet, wie die Forschung herausgearbeitet hat, Elemente der Oralität mit einer dialogischen Struktur und greift Verfahren des (feministischen) Gothic auf.[5] Neben der Prosa arbeitete Njau interdisziplinär als Textilkünstlerin und zeigte seit den späten 1960er-Jahren Batik- und Textilarbeiten in Ostafrika.[1] Ihre literarische Wiederentdeckung wurde 2024 durch die Neuausgabe von Ripples in the Pool sowie eine Launch-Veranstaltung an der Alliance Française Nairobi sichtbar.[3][9] Im Kontext der Makerere-Konferenz 1962 zählt Njau zu den wenigen teilnehmenden ostafrikanischen Autorinnen, deren Beitrag in jüngster Zeit wieder verstärkt gewürdigt wird.[10]

Einzelnachweise

  1. a b c d e f g h Rebeka Njau — AWARE. In: AWARE – Archives of Women Artists, Research & Exhibitions. 2024, abgerufen am 27. September 2025 (englisch).
  2. a b Issue 8. In: Transition Magazine (Harvard University). 1963, abgerufen am 27. September 2025 (englisch).
  3. a b c Ripples in the Pool. In: Bloomsbury Publishing. 14. März 2024, abgerufen am 27. September 2025 (englisch).
  4. The Sacred Seed – Rebeka Njau – Google Books. In: Google Books. 2003, abgerufen am 27. September 2025 (englisch).
  5. a b Orality in Rebeka Njau’s The Sacred Seed (Abstract). In: University of Nairobi eRepository. 2011, abgerufen am 27. September 2025 (englisch).
  6. a b c Rebeka Njau – Bloomsbury Publishing. In: Bloomsbury Publishing. 2025, abgerufen am 27. September 2025 (englisch).
  7. a b c d e Remembering the past and reflecting on Kenya’s present. In: Tydskrif vir Letterkunde. 2021, abgerufen am 27. September 2025 (englisch).
  8. The scar : a tragedy in one act / Rebecca Njau. In: Smithsonian Institution. 1965, abgerufen am 27. September 2025 (englisch).
  9. Rebeka Njau’s “Ripples in the Pool” launches in Nairobi. In: Writing Africa. 17. Juni 2024, abgerufen am 27. September 2025 (englisch).
  10. Where were the women? East African writing and the 1962 Makerere Conference. In: Africa in Words. 18. August 2020, abgerufen am 27. September 2025 (englisch).