Amtshaus Winsen (Aller)
Das ehemalige Amtshaus Winsen (Aller) und heutige Rathaus Winsen (Aller), Am Amtshof 5, südöstlich der Kirche in der niedersächsischen Gemeinde Winsen (Aller), im Landkreis Celle, wurde in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts gebaut. Aktuell (2025) wird es als Rathaus genutzt.
Das Gebäude steht unter Denkmalschutz (siehe auch Liste der Baudenkmale in Winsen (Aller)).
Geschichte und Beschreibung
Die zur Sicherung eines Allerübergangs errichtete Burg in Winsen wurde 1312 erstmals erwähnt und entwickelte sich zum Mittelpunkt eines kleineren welfischen Amtsbezirks als Amtsvogtei in der Großvogtei Celle. Der Amtsvogt war für die Regelung von Streitigkeiten, Genehmigungen und Beurkundungen für die Bewohner zuständig. Das Amt Winsen (Aller) bestand bis ins 19. Jahrhundert und wurde 1859 aufgehoben und in das Amt Celle eingegliedert. Ein Vorgängerbau des Amtshauses von 1592 brannte 1725 ab. Das Amtshaus diente auch dem Celler Herzog als Jagdschloss.
Das zweigeschossige, neunachsige, freistehende und barocke Gebäude auf Sockel, in verputztem Backstein, mit ziegelgedecktem Mansarddach und dem markanten mittigen Giebelrisalit, wurde 1734 nach Plänen von Johann Christian Böhme als Amtshaus gebaut. Die symmetrischen Schaufassaden zum Ortseingang an der Brücke wurden durch Putzquaderungen an den Ecken sowie Öffnungen in den Sandsteinfassungen gestaltet.[1] Das Gebäude gehört zusammen mit dem Amtshaus (1735) in Beedenbostel und dem Königlichen Weghaus (1730) in Bröckel zu den einzigen Beispielen früher Profanbauten des Landkreises, die nicht in Fachwerk errichtet wurden.
1868 wurde das Haus dem Forstfiskus übergeben. 1885 bildete Winsen einen selbstständigen Gemeindeverband unter den weiteren 107 Kreisgemeinden. 1906 kaufte der Gastwirt A. Winkelmann den Amtshof. 1969 erwarb die Gemeinde Winsen (Aller) das Haus und wandelte es bis 1972 zum Rathaus um.[2]
Das niedersächsische Landesdenkmalamt befand u. a.: „… in zeit- und gebäudetypischer Gestaltung ….“
Im Rathausgebäude befinden sich aktuell (2025): Verwaltungsleitung, Fachbereich I – Ordnung, Soziales u. Innere Angelegenheiten, Integrations- und Migrationsbüro.
Literatur
- G. Weiß, K. Eichwalder, G. Dehio, und E. Gall, „Bremen, Niedersachsen“, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Dt. Kunstverl., München 1992, S. 1376.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Beschreibung/Bilder im Denkmalatlas Niedersachsen
- ↑ Lüneburger Heide.de: Rathaus Winsen (Aller)
Koordinaten: 52° 40′ 43,6″ N, 9° 54′ 28,3″ O