Rathaus Lindow (Mark)
Das Rathaus Lindow in der Straße des Friedens 20 in Lindow (Mark) ist ein herausragendes Zeugnis des Wiederaufbaus nach dem Stadtbrand von 1803. Es ist ein bedeutendes Beispiel für einen frühklassizistischen Rathausbau in Brandenburg. Es prägt das Stadtbild durch seine stattliche Größe, seine ungewöhnliche Fassadengestaltung und seine Lage.
Der Bau steht zurückversetzt gegenüber den beiden sich anschließenden Häuserzeilen. Dadurch entsteht ein kleiner rechteckiger Platz. Dieser ist mit zwei Linden bepflanzt. Die symmetrische Hauptfassade weist eine schlichte, monumental wirkende Gestaltung auf. Dominierend ist die Rahmung des breiten Mitteleingangs durch zwei Pylonenmotive, die eine gerade Verdachung tragen. Auch die Fenster außen links (ehemals Durchfahrt) und die Durchfahrt in der rechten Außenachse sind portikusartig eingefasst. Die Obergeschossfenster dieser drei Achsen sind beiderseits von vertikalen eingetieften Rechteckfeldern flankiert. Auf dem Satteldach befand sich ursprünglich ein kleiner Glockenturm, der 1875 abgetragen wurde. Innen befindet sich ein ziegelgepflasterter Mitteldurchgang, an den rechts eine Treppe mit schlichtem Brettbalustergeländer liegt. In der äußeren rechten Hausachse ist eine kreuzgewölbte Durchfahrt.
Im Obergeschoss ist ein größerer Sitzungssaal. Zahlreiche Türen vom Umbau 1887 sind erhalten. Im Obergeschoss gibt es auch einige ältere Türen. Unter dem rechten Hausteil ist ein kappengewölbter Keller. Die zwei Seitenflügel im Hof sind modern überformt.
Ein Vorgängerbau wurde um 1720 auf dem Markt als frei stehender Fachwerkbau errichtet. Dieser wurde beim Stadtbrand zerstört. Das neue Rathaus wurde 1807–09 durch Bürgermeister Werdermann nach Entwürfen von Brasch jun. errichtet. 1849 zog die Gerichtskommission ein, 1879 das Amtsgericht Lindow. Es erfolgten Erweiterungen 1879 und 1887 durch Zimmermeister Klagemann beziehungsweise Bauinspektor Brunner, um Gerichts- und Gefängnisräume zu schaffen. 1972–1978 wurde der Bau saniert. Heute befindet sich dort der Sitz der Stadt- und Amtsverwaltung Lindow (Mark).
Das Rathaus ist Baudenkmal.[1]
Weblinks
- Rathaus Lindow (Mark) in der Denkmaldatenbank des Landes Brandenburg
Einzelnachweise
- ↑ Ulrike Schwarz und Matthias Metzler: Denkmale in Brandenburg, Landkreis Ostprignitz-Ruppin. In: Im Auftrag des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg (Hrsg.): Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. 1. Auflage. Band 13.2. Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms am Rhein 2003, ISBN 3-88462-191-2, S. 86–87.
Koordinaten: 52° 58′ 14,2″ N, 12° 59′ 17,2″ O