Ramsay-Kragenparadiesvogel

Ramsay-Kragenparadiesvogel

Ramsay-Kragenparadiesvogel (Lophorina minor), Weibchen (unten) und Männchen

Systematik
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Paradiesvögel (Paradisaeidae)
Unterfamilie: Eigentliche Paradiesvögel (Paradisaeinae)
Gattung: Lophorina
Art: Ramsay-Kragenparadiesvogel
Wissenschaftlicher Name
Lophorina minor
Ramsay, 1885

Der Ramsay-Kragenparadiesvogel (Lophorina minor) ist eine Vogelart aus der Familie der Paradiesvögel (Paradisaeidae). Er kommt im Owen-Stanley-Gebirge im Osten von Papua-Neuguinea endemisch vor.

Merkmale

Der Ramsay-Kragenparadiesvogel ähnelt dem Pracht-Kragenparadiesvogel (Lophorina latipennis) und dem Wondiwoi-Kragenparadiesvogel (Lophorina superba) hat aber kürzere Flügel, einen kürzeren Schwanz und das Weibchen ist dunkler gefärbt. Die Rückenseite ist dunkel kastanienbraun, Kopf und Kehle sind schwarzbraun und der Augenbrauenstreifen ist auf einen kleinen Streifen hinter dem Auge reduziert. Die Musterung im Nacken ist kaum oder gar nicht vorhanden.[1] Der Bauch der Weibchen ist auffällig hell und dunkel quer gestreift.[2] Die Männchen unterscheiden sich weder hinsichtlich ihrer Färbung, noch hinsichtlich des Balzverhaltens oder dem Gesang von den Männchen von Lophorina latipennis.[3]

Lebensraum und Lebensweise

Der Ramsay-Kragenparadiesvogel ist ein Standvogel und lebt in Bergwäldern und Waldinseln zwischen Gärten und anderen gerodeten Flächen in Höhen von 1000 bis 2300 Metern über dem Meeresspiegel. Er ernährt sich von Früchten und verschiedenen Gliederfüßern, je nach Jahreszeit mal mehr oder fast ausschließlich von Früchten oder fast ausschließlich von Gliederfüßern. In der Regel sind die Vögel einzelgängerisch, gelegentlich bilden sie auf Nahrungssuche kleine Schwärme mit anderen Paradiesvögeln oder auch anderen Vogelarten. Die revierbildenden Männchen singen von hohen, exponierten Sitzplätzen aus und geben dabei metallische, nasale Laute von sich. Sie paaren sich mit mehreren Weibchen, die das Nest allein bauen und auch die Eier allein bebrüten. Die Brutzeit dauert 18 bis 19 Tage und die Nestlingszeit ist wahrscheinlich ähnlich lang.[1]

Systematik

Der Ramsay-Kragenparadiesvogel wurde 1885 durch den australischen Zoologen Edward Pierson Ramsay als Unterart Lophorina superba minor erstmals wissenschaftlich beschrieben.[4] Da er sich schon vor 2 Millionen Jahren von den übrigen Lophorina-Arten getrennt hat und damit das erste Taxon der Gattung ist, dass sich unabhängig von den anderen entwickelt hat, wird der Ramsay-Kragenparadiesvogel heute zumeist als eine eigenständige Art angesehen.[2][1][5][6]

Gefährdung

Die IUCN schätzt den Bestand des Ramsay-Kragenparadiesvogels als ungefährdet ein. Als größte Bedrohung gilt der Lebensraumverlust infolge von Abholzungen. Im montanen Verbreitungsgebiet der Art ist die Entwaldungsrate bisher aber sehr niedrig.[3]

Einzelnachweise

  1. a b c C. Frith und D. Frith (2020). Lesser Lophorina (Lophorina minor), Version 1.0. In Birds of the World (S. M. Billerman, B. K. Keeney, P. G. Rodewald und T. S. Schulenberg, Hrsg.). Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA. doi: 10.2173/bow.lesbop1.01
  2. a b Martin Irestedt, Henrique Batalha-Filho, Per G P Ericson, FLS, Les Christidis, Richard Schodde (2017): Phylogeny, biogeography and taxonomic consequences in a bird-of-paradise species complex, Lophorina–Ptiloris (Aves: Paradisaeidae). Zoological Journal of the Linnean Society, Volume 181, Issue 2, Oktober 2017, S. 439–470, doi: 10.1093/zoolinnean/zlx004
  3. a b Lophorina minor in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2020. Eingestellt von: BirdLife International, 2020. Abgerufen am 01. Dezember 2025.
  4. Edward Pierson Ramsay (1885): Contributions to the Zoology of New Guinea. Notes on Birds from Mount Astrolabe, with descriptions of two new species. Proceedings of the Linnean Society of New South Wales 10 p.
  5. Andy Elliott, Nigel J. Collar, Murray D. Bruce & Guy M. Kirwan (2022): Why the long‐held identity of Paradisea [= Lophorina] superba J.R. Forster, 1781 is correct and should be maintained, with designation of a valid neotype. Avian Systematics 1(1): 1–26.
  6. Frank Gill, David Donsker & Pamela Rasmussen (Hrso.): Jayshrike, shrikes, crows, mudnesters, melampittas, Ifrit, birds-of-paradise in IOC World Bird List Version 15.1