Rajagopala Chidambaram

Rajagopala Chidambaram (Tamil இராசகோபாலன் சிதம்பரம்; * 11. November 1936 in Madras, Präsidentschaft Madras, Britisch-Indien; † 4. Januar 2025 in Mumbai) war ein indischer Physiker, der als einer der Hauptarchitekten des Atomprogramms galt und zwischen 2002 und 2018 Wissenschaftlicher Hauptberater der Regierung. Er wurde 1975 mit vierthöchsten Orden Padma Shri sowie 1999 mit dem zweithöchsten Orden Padma Vibhushan ausgezeichnet.

Leben

Rajagopala Chidambaram, Sohn von C. Rajagopala and Ananthalakshmi Aiyar, absolvierte ein Physikstudium am Absolvent des Presidency College und an der University of Madras, das er 1958 mit einem Master of Science mit einer Arbeit über Analogrechner beendete. 1962 schloss er seine Promotion zum Doctor of Philosophy am Indian Institute of Science (IISc) in Bangalore mit einer Dissertation über Kernspinresonanz ab. Im Anschluss wurde er 1962 Wissenschaftler an der Atomenergieeinrichtung in Trombay AEET (Atomic Energy Establishment Trombay), das nach dem Tode ihres Leiters Homi Jehangir Bhabha[1] am 24. Januar 1966 in Bhabha Atomic Research Centre (BARC) umbenannt wurde.

Er war von 1974 bis 1984 Leiter der Abteilung für Neutronenphysik des BARC und wurde dort in Zusammenarbeit mit der Organisation für Verteidigungsforschung und Entwicklung DRDO (Defence Research and Development Organisation) zu einem der Hauptarchitekten des Atomprogramms. Er spielte eine entscheidende Rolle bei der „Operation Smiling Buddha“, dem ersten Kernwaffentest Indiens in Pokhran am 18. Mai 1974,[2] und wurde hierfür 1975 mit dem vierthöchsten Orden Padma Shri ausgezeichnet. Als international anerkannter Physiker trug er mit seiner Forschung in Hochenergiedichtephysik, Kristallographie und Materialwissenschaft und Werkstofftechnik maßgeblich zum Verständnis dieser Gebiete in der Wissenschaft bei und legte durch seine Pionierarbeit den Grundstein für die moderne Materialforschung in Indien. Nachdem er zwischen 1984 und 1990 Leiter der Physikgruppe war, war er von 1990 bis 1993 Direktor des Bhabha Atomic Research Centre. Daneben engagierte er sich als Mitglied des Exekutivkomitees der Internationalen Union für Kristallographie und Mitglied der Atomenergiekommission sowie als Fellow des Rates der Indian National Science Academy (INSA) und des Rates der Indischen Akademie der Wissenschaften.

Chidambaram fungierte als Nachfolger von P. K. Iyengar[3] zwischen 1993 und seiner Ablösung durch Anil Kakodkar 2000 als Vorsitzender der Atomenergiekommission im Range eines Staatssekretärs. Er war ferner von 1994 bis 1995 Vorsitzender des Gouverneursrats der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA) und zudem Mitglied der IAEA-Kommission der herausragenden Persönlichkeiten. Er war zudem maßgeblich für die „Operation Shakti“ verantwortlich, eine Serie von fünf Atomwaffentests, die Indien vom 11. bis 13. Mai 1998 durchführte. Die Bomben wurden auf dem Testgelände Pokhran der Armee in Rajasthan gezündet; es war der zweite Atomwaffentest Indiens nach dem ersten Test „Operation Smiling Buddha“ im Mai 1974. Hierfür wurde er 1999 mit dem zweithöchsten Orden Padma Vibhushan ausgezeichnet. Im November 2001 löste er A. P. J. Abdul Kalam[4] als Wissenschaftlicher Hauptberater der Regierung ab und behielt diese Funktion bis März 2018, woraufhin K. Vijayraghavan seine Nachfolge antrat.[5]

Rajagopala Chidambaram wurde neben dem Padma Shri und dem Padma Vibhushanmit mit renommierten Auszeichnungen geehrt, darunter dem Distinguished Alumnus Award of the Indian Institute of Science (1991), dem zweiten „Jawaharlal Nehru“-Birth Centenary International Visiting Fellowship der Indian National Science Academy (1992), dem „C. V. Raman“-Birth Centenary Award of the Indian Science Congress Association (1998), dem „Lokmanya Tilak“-Award (1998), dem „Veer Savarkar“-Award (1999), dem „Dadabhai Naoroji“-Millennium Award (1999), der „Meghnad Saha“-Medal der Indian National Science Academy (2002), dem „Sri Chandrashekharendra Saraswati“-National Eminence Award (2003), dem „Homi Bhabha“-Lifetime Achievement Award der Indian Nuclear Society (2006), dem Lifetime Contribution Award in Engineering der Indian National Academy of Engineering (2009), der C. V. Raman-Medal der Indian National Science Academy (2013) und dem Lifetime Achievement Award des Council of Power Utilities.

Aus seiner am 3. Juli 1963 geschlossenen Ehe mit Chella Mani gingen die Kinder Nithya Chidambaram und Nirmala Chidambaram hervor.

Veröffentlichungen

  • Energy options for India seminar proceedings 1993
  • Materials research. Current scenario and future projections 2003
  • India rising. Memoir of a scientist, 2023
Commons: Rajagopala Chidambaram – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Homi Bhabha. In: Prabook. Abgerufen am 7. November 2025 (englisch).
  2. R Chidambaram, Architect Of Operation Smiling Buddha, Dies At 88. In: NDTV. 4. Januar 2025, abgerufen am 8. November 2025 (englisch).
  3. Padmanabha Krishnagopola Iyengar. In: Prabook. Abgerufen am 7. November 2025 (englisch).
  4. Aavul Pakir Jainulabdeen Abdul Kalam. In: Prabook. Abgerufen am 7. November 2025 (englisch).
  5. Dr. R. Chidambaram. In: Office of the Principal Scientific Adviser. Abgerufen am 8. November 2025 (englisch).