Rainer Schumann (Schmuckgestalter)
Rainer Schumann (* 24. November 1941 in Frankenhain) ist ein deutscher Goldschmied und Schmuckgestalter.
Leben und Werk
Schumann absolvierte von 1956 bis 1959 in Arnstadt eine Lehre als Goldschmied und arbeitete von 1959 bis 1961 als Geselle bei dem Goldschmiedemeister Albert Görbig in Weimar. Von 1961 bis 1964 studierte er bei Renata Ahrens und Erhard Brepohl in der Fachrichtung Schmuck/Metall/Email der Fachschule für angewandte Kunst Heiligendamm. Als Abschlussarbeit fertigte er eine Halskette in Silber mit Antillenperlen.[1] 1964 erwarb er an der Fachschule den Meistertitel als Goldschmied. Sein Meisterstück war ein goldener Ring mit Perlen und synthetischen Spinellen.[2] 1968 bestand er die Kunsthandwerker-Prüfung.
Von 1964 bis 1970 war Schumann Mitglied der PGH „Juwel“ in Görlitz, zunächst als Abteilungsleiter, dann als Vorsitzender. Von 1966 bis 1978 war er stellvertretender Obermeister Ostsachsens und Mitglied der Prüfungskommission für die Facharbeiter-Ausbildung der Goldschmiede. Seit 1970 ist er mit eigenem Atelier in Görlitz und seit 1984 in Dresden freiberuflich als Goldschmied tätig. Zu den historisch interessanten Arbeiten Schumanns gehört eine 1982 gefertigte Kopie des im Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig befindlichen Traurings[3] der Katharina von Bora.
Wegen der in der DDR begrenzten Verfügbarkeit von Gold und Silber experimentierte Schumann schon früh mit Materialien wie Acryl und PVC und schuf so einmalige Materialkombinationen.[4]
Schumann gehörte bis 1990 dem Verband Bildender Künstler der DDR an und war dort ab 1976 Mitglied der Sektion Kunsthandwerk des Bezirks Dresden und ab 1981 der Arbeitsgemeinschaft Schmuck beim Zentralvorstand.
Schumann hatte in der Zeit der DDR im In- und Ausland eine große Zahl von Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen, u. a. von 1972 bis 1988 an der Kunstausstellung der DDR in Dresden. 1986 beteiligte er sich am 2. Schmuck-Symposium Erfurt.
Ehrungen (Auswahl)
- 23 Medaillen im Gestaltungswettbewerb der Leipziger Messe
- 1969 und 1978: I. Preis im DDR-offenen Schmuckwettbewerb
- 1980: Bronzemedaille der Internationalen Schmuckausstellung Jablonec
- 1982: Diplom der III. Quadriennale des Kunsthandwerks sozialistischer Länder in Erfurt
Selbstreflektion
„Schmuckgestalter zu sein bedeutet für mich, auf der Grundlage traditionellen handwerklichen Könnens neue Möglichkeiten auszuprobieren, in Form, Material und Technik.“[5]
Museen und öffentliche Sammlungen mit Werken Schumanns (unvollständig)
- Dresden: Kunstgewerbemuseum Dresden im Schloss Pillnitz[6]
- Leipzig: Grassi Museum für angewandte Kunst[7]
Ausstellungen seit der deutschen Wiedervereinigung (unvollständig)
Einzelausstellungen
- 1990 und 2020: Oldenburg, D’OR. Galerie und Goldschmiede Thomas Kunke
- 2005: Freiburg/Breisgau, Wilpert Schmuckatelier und Galerie
Gruppenausstellungen
- 2010: Dresden-Pillnitz, Bergpalais von Schloss Pillnitz („Neue Dinge. Aktuelle Erwerbungen und junges Design“)[4]
- 2022: Leipzig: Grassi Museum für angewandte Kunst („SCHMUCK + IMAGE. Das Grassi schmückt“)
Literatur
- Fritz Kämpfer, Klaus G. Beyer: Kunsthandwerk im Wandel. Aus dem Schaffen dreier Jahrzehnte in der Deutschen Demokratischen Republik. Verlag der Nation, Berlin, 1984
- Künstler am Dresdner Elbhang. Elbhang Kurier Verlag, Dresden, 1999, S. 152
- Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 877/878
- Andrea Richter-Mahlo: Schmuck von Rainer Schumann. 50 Jahre (1956–2006). In: Kunsthandwerk und Design, 2006, S. 22–27
Einzelnachweise
- ↑ SKD | Online Collection. Abgerufen am 4. Dezember 2025.
- ↑ SKD | Online Collection. Abgerufen am 4. Dezember 2025.
- ↑ Redaktion: Ehering der Bora: Kleines Schmuckstück, große Geschichte - Wittenberg Mittendrin News Regional. In: Wittenberg Mittendrin. 26. Mai 2025, abgerufen am 3. Dezember 2025.
- ↑ a b Kunstgewerbemuseum: neue Dinge. Abgerufen am 3. Dezember 2025.
- ↑ Nach: Künstler am Dresdner Elbhang. Elbhang Kurier Verlag, Dresden, 1999, S. 152
- ↑ SKD | Online Collection. Abgerufen am 3. Dezember 2025.
- ↑ GRASSI Museum für Angewandte Kunst | Sammlung. Abgerufen am 3. Dezember 2025.