Rafael Ileto
Rafael „Rocky“ Manio Ileto (* 24. Oktober 1920 in San Isidro, Nueva Ecija; † 19. Juni 2003 in Quezon City) war ein philippinischer Offizier, Diplomat und Politiker, der unter anderem von 1975 bis 1980 Botschafter im Iran und in der Türkei, zwischen 1981 und 1986 Botschafter in Thailand sowie von 1986 bis 1988 Verteidigungsminister war.
Leben
Rafael „Rocky“ Manio Ileto, Sohn von Francisco Ileto und Lorenza Manio, begann nach dem Schulbesuch 1937 ein Maschinenbaustudium an der Universität der Philippinen, welches er jedoch ohne Abschluss 1939 abbrach. Daraufhin absolvierte er von 1939 bis 1940 eine Offiziersausbildung an der Philippine Military Academy (PMA) in Baguio City, die er zwischen 1940 und 1943 an der United States Military Academy in West Point fortsetzte. Nach dem Besuch der Infanterieschule der US Army in Fort Benning 1943 und seiner Beförderung zum Leutnant leistete er während des Zweiten Weltkrieges im Pazifikkrieg Dienst in der United States Army und nahm unter anderem an der Invasion am Golf von Lingayen (3.–13. Januar 1945) sowie am Überfall auf Cabanatuan (30. Januar 1945) teil. Nachdem er 1945 den Mobilisierungslehrgang am US-Command and General Staff College in Fort Leavenworth besucht hatte, kämpfte er nach Kriegsende bis 1949 in der US Army gegen die Hukbalahap-Rebellion (4. Juli 1946 bis 17. Mai 1954) und begann während dieser Zeit 1949 auch ein Studium der Rechtswissenschaften, das er 1953 mit einem Bachelor of Laws (LL.B.) abschloss. 1950 wurde er als Offizier in das Heer der Streitkräfte der Philippinen AFP (Armed Forces of the Philippines) übernommen. In den folgenden Jahren fand er zahlreiche Verwendungen und war unter anderem zwischen 1950 und 1955 Kommandeur des 1st Scout Ranger Regiment sowie im Anschluss von 1955 bis 1959 Militärattaché an den Botschaften in Laos und Südvietnam. Nach seiner Rückkehr fungierte er zwischen 1959 und 1965 als Chef für Operationen der Nationalen Koordinierungsstelle für Nachrichtendienste NICA (National Intelligence Coordinating Agency), deren Generaldirektoren Nicanor Jimenez[1] beziehungsweise ab 1961 Marcos Soliman waren. Danach war er Absolvent eines Weiterbildungslehrgangs am AFP-Command and General Staff College in Fort Bonifacio, eines Lehrgangs für strategische Aufklärung in Camp Panopio sowie der Panzerschule.[2][3]
Nach weiteren Verwendungen von 1966 bis 1967 als Kommandierender General der 1. Zone, die alle Provinzen nördlich von Manila umfasste, wurde er 1968 zum stellvertretenden Chef des Stabes für Nachrichtendienst (J-2) befördert und absolvierte einen Lehrgang für Verteidigungsressourcenmanagement an der University of Pittsburgh in Pennsylvania teilzunehmen. Nach seiner Rückkehr löste er als Brigadegeneral am 30. Juni 1969 Brigadegeneral Ruben Maglaya als Kommandierender General des Heeres (Commanding General of the Philippine Army) ab und verblieb auf diesem Posten bis zum 16. Januar 1972, woraufhin Generalmajor Rafael Zagala[4] ihn ablöste.[5] Nach der Verhängung des Kriegsrechts durch Präsident Ferdinand Marcos[6] am 21. September 1972 wurde er 1973 als Nachfolger von Admiral Romulo Espaldon[7] 1973 stellvertretender Stabschef der Streitkräfte (Deputy Chief of Staff of the AFP) und verblieb in dieser Funktion bis 1975. Daraufhin wurde er 11. Januar 1975 als Generalleutnant Nachfolger von Generalleutnant Romeo C. Espino, der bereits seit dem 4. Mai 1972 Chef des Stabes der AFP war,[8] Vizechef des Stabes der Streitkräfte (Vice-Chief of Staff of the AFP) und hatte diese Funktion bis zum 4. Mai 1981 inne, woraufhin Generalmajor Fidel Ramos[9] am 11. Januar 1982 seine Nachfolge antrat.[10]
Neben seiner militärischen Tätigkeit war Rafael Ileto von 1975 bis 1980 Botschafter im Iran und in der Türkei sowie im Anschluss zwischen 1981 und 1986 Botschafter in Thailand und in Kambodscha. Während der EDSA-Revolution war Ileto von Juan Ponce Enrile[11] beauftragt worden, mit den Generälen der Gegenseite zu sprechen und sie zum Überlaufen zu bewegen. Offenbar hatte die Militärführung bereits vor Marcos’ Amtseinführung Gerüchte gehört, dass der Präsident das Land verlassen würde.[12][13] Nach dem Ende der Marcos-Diktatur im Zuge der EDSA-Revolution im Februar 1986 wurde er zunächst Staatssekretär im Verteidigungsministerium (Undersecretary of Defense) sowie nach dem Rücktritt von Enrile wurde er am 23. November 1986 als dessen Nachfolger in der Kabinett von Präsidentin Corazon Aquino[14] zum Verteidigungsminister (Secretary of National Defense) berufen und bekleidete dieses Ministeramt bis zum 21. Januar 1988, woraufhin Fidel Ramos abermals seine Nachfolge antrat. Daraufhin fungierte er zwischen Februar 1989 und Juni 1992 noch als Nationaler Sicherheitsberater von Präsidentin Aquino.[15]
Aus seiner 1945 geschlossenen Ehe mit Olga Clemena Ileto gingen die sieben Kinder Reynaldo, Wilfredo, Jeffrey, Cristina, Michelle, Jenny und Marissa Ileto hervor. Nach seinem Tode wurde er auf dem Heldenfriedhof Libingan ng mga Bayani beigesetzt.
Einzelnachweise
- ↑ Ambassador Nicanor T. Jimenez (Class of 1935). In: UP Vanguard. Abgerufen am 17. November 2025 (englisch).
- ↑ Rafael Ileto. In: Prabook. Abgerufen am 17. November 2025 (englisch).
- ↑ Grace P. Hayes: World military leaders, Bowker 1974, S. 105
- ↑ Rafael Zagala. In: Taal Philippines. Abgerufen am 17. November 2025 (englisch).
- ↑ LINEAGE OF THE PHILIPPINE ARMY COMMANDING GENERALS ( vom 20. September 2011 im Internet Archive)
- ↑ Marcos, Ferdinand (Emmanuel) E(dralin). In: rulers.org. Abgerufen am 9. November 2025 (englisch).
- ↑ Romulo M. Espaldon ’50. In: United States Merchant Marine Academy. Abgerufen am 17. November 2025 (englisch).
- ↑ General Romeo C. Espino (Class of 1937). In: UP Vanguard. Abgerufen am 17. November 2025 (englisch).
- ↑ Ramos, Fidel V(aldez). In: rulers.org. Abgerufen am 17. November 2025 (englisch).
- ↑ RAFAEL M. ILETO: 17th Secretary of National Defense (November 23, 1986 to January 21, 1988) ( vom 11. Mai 2009 im Internet Archive)
- ↑ Enrile, Juan Ponce. In: rulers.org. Abgerufen am 17. November 2025 (englisch).
- ↑ Cecilio T. Arillo: Breakaway. The inside story of the four-day revolution in the Philippines, February 22–25, 1986, CTA 1986, S. 115
- ↑ Patricio R. Mamot: Profile of Filipino heroism, New Day Publishers 1986, S. 31, 76
- ↑ Aquino, (Maria) Corazon (Cojuangco). In: rulers.org. Abgerufen am 17. November 2025 (englisch).
- ↑ Ileto, Rafael (Manio). In: rulers.org. Abgerufen am 17. November 2025 (englisch).