Radsport in Bulgarien

Der Radsport in Bulgarien als organisierter Leistungssport entwickelte sich Anfang des 20. Jahrhunderts. Am 16. August 1902 gründeten acht junge Männer in der Stadt Russe den Bulgarischen Radsportverband (Българския колоездачен съюз). 1906 wurden die Statuten des Vorstands des Bulgarischen Radsportverbandes in Warna veröffentlicht. Der Verband war der zweite bulgarische Verband, der Sportler einer Sportart organisierte. Lediglich die Turner verfügten bereits über eine organisatorische Plattform. Bereits Ende der 1880er Jahre hatten sich Radsportvereine in Sofia, Russe, Plowdiw, Pasardschik, Plewen, Sliwen und Warna gegründet, die Radrennen auf Vereinsebene organisierten. Der älteste Radsportverein war 1889 in Sofia gegründet worden. 1905 gab es bereits 27 Vereine, deren Mitglieder Radsport betrieben. In den 1930er Jahren erreichte die Zahl der Vereine 170. Bekannte Vereine sind ZSKA Sofia, Botew Plowdiw und Lok Sofia. 1928 wurde er Bulgarische Radsportverband (BCS) Mitglied im Weltverband Union Cycliste International (UCI). Der Verband brachte eine eigene Fachzeitschrift (Български колоездач) heraus.[1]

Meilensteine

Das erste landesweit veranstaltete Rennen war 1909 die Witoscha-Rundfahrt, die dann eine lange Tradition entwickelte.

Die erste Landesrundfahrt fand mit der Bulgarien-Rundfahrt 1924 statt. Sie besteht bis heute. In der ersten Rundfahrt gab es zwei Sieger: Georgi Abadschiew und Kostadin Dirilgerow.

1924 starteten bulgarische Radrennfahrer zum ersten Mal bei Olympischen Sommerspielen mit sieben Radrennfahrern.

1931 eröffnete die erste Radrennbahn (Zementbahn) Bulgariens in Sofia (Serdika-Velodrom Sofia). Bei den Balkan-Spielen (Balkaniade) gewannen bulgarische Sportler die ersten internationalen Medaillen (im Straßenrennen, im Sprint und in der Mannschaftsverfolgung).

1934 gewann Bulgarien die Mannschaftswertung der Rumänien-Rundfahrt. Das Etappenrennen Sofia–Warna wurde begründet.

1936 belegte Kanjo Dschambasow bei den Olympischen Sommerspielen in Berlin den 16. Platz im olympischen Straßenrennen.

1945 wurde das Etappenrennen Triest–Warna begründet.

1947 fanden in Sofia die ersten Balkan-Meisterschaften im Radsport statt. Bulgarische Bahnfahrer gewannen den Sprint und die Einerverfolgung.

1948 gehörten bulgarische Radsportler zu den ersten Startern in der neu entstandenen Internationalen Friedensfahrt.

1950 fand der erste Länderkampf im Bahnradsport in Sofia statt. Dort trafen die Nationalmannschaften Bulgariens und der Sowjetunion aufeinander. Kurz danach gab es einen Länderkampf mit Frankreich, 1951 dann gegen die DDR, 1955 gegen Belgien.

1951 gewann Milko Dimow als erster Bulgare eine Etappe in der Friedensfahrt.

1953 gewann der bulgarische Straßenvierer die Bronzemedaille bei den Weltfestspielen der Jugend und Studenten in Bukarest.

1955 gewann Bulgarien die Mannschaftswertung in der Ägypten-Rundfahrt.

1956 gewann Nentscho Christow die Ägypten-Rundfahrt.

1957 gewann Nentscho Christow die Internationale Friedensfahrt.

1959 gewann Nentscho Christow die Jugoslawien-Rundfahrt.

1966 gewann Iwan Bobekow die Türkei-Rundfahrt.

1967 gewann Dimitar Kotew die Türkei-Rundfahrt. Angel Kirilow wurde Zweiter in der Internationalen Friedensfahrt.

1969 belegte der bulgarische Bahnvierer bei den Bahnradsport-Weltmeisterschaften den 6. Platz. Dies war mit dem 6. Platz im Zeitfahren durch Dimo Angelow Tontschew 1973 und 1975 das beste Resultat bei Bahnradsport-Weltmeisterschaften.

1970 gewannen Slawtscho Nikolow und das bulgarische Team die Türkei-Rundfahrt.

Bei den Olympischen Sommerspielen 1972 belegte Dimo Angelow Tontschew Rang 6 im 1000-Meter-Zeitfahren. Dies war die bisher beste Platzierung eines Bulgaren im Bahnradsport bei Olympischen Spielen.

Bei den Olympischen Sommerspielen 1980 kam der bulgarische Straßenvierer im Mannschaftszeitfahren auf den 6. Rang. Dies war die bisher beste Platzierung der Bulgaren im Straßenradsport bei Olympischen Spielen.

1984 gewann Nentscho Stajkow die Türkei-Rundfahrt.

1988 gewann Kiril Waltschew die erste Medaille für Bulgarien bei den Bahnradsport-Weltmeisterschaften der Junioren (Silber im Zeitfahren).

Der Giro d’Italia 2026 wird in Bulgarien starten.[2]

Die 13 Etappensiege in der Internationalen Friedensfahrt holten: Milko Dimow 1951 und 1952, Dimitar Bobtschew 1952, Bojan Kozew 1953, Nentscho Christow 1957, Nentscho Stajkow 1979 und 1984, Wenelin Chubenow 1981 und 1985, Christo Saikow 1984, Pawel Schumanow 1989, Krassimir Kanew 1990 und Stantscho Stantschew 1992.

Zu den ersten bulgarischen Berufsfahrern gehörten Nentscho Stajkow (ab 1990), Petar Petrow (ab 1991) und Pawel Schumanow (ab 1996).[1][3][4]

Einzelnachweise

  1. a b ИСТОРИЯ НА БЪЛГАРСКОТО КОЛОЕЗДЕНЕ. Abgerufen am 19. Oktober 2025 (bulgarisch).
  2. https://www.radsport-news.com/sport/sportnews_143397.htm. Abgerufen am 19. Oktober 2025.
  3. Klaus Ullrich: Fahrt der Millionen. Sportverlag, Berlin 1967, S. 263.
  4. Alles über alle Friedensfahrer. Band 1. Neues Deutschland, Berlin 1963, S. 19.