Radio Ostallgäu

Radio Ostallgäu
Hörfunksender (privat)
Empfang analog (terrestrisch), Kabel
Empfangsgebiet Allgäu, (UKW)
Betrieb 1984 bis 2009
Liste von Hörfunksendern

Radio Ostallgäu war ein Lokalradio im Sendebereich des Ostallgäus. Der Sendebetrieb wurde 2009 eingestellt. Der letzte Standort des Senders war in Kaufbeuren-Neugablonz, Wiesenstraße 20.[1]

Geschichte

Vor der Gründung von Radio Ostallgäu gab es in den 1980er Jahren für die Stadt Kaufbeuren zwei konkurrierende Radiosender: Radio Tele Allgäu (RTA) und die Neue Welle Ostallgäu (NWO).

1984 war es durch ein neues bayerisches Medienerprobungs- und entwicklungsgesetz (MEG) möglich, dass auch örtliche Kabelgesellschaften gegründet werden konnten. In Kaufbeuren fanden sich etwa 20 interessierte Bürger um den SPD-Politiker und Zahnarzt Helmut Simon zusammen, um den Grundstein für die Neue Welle Ostallgäu zu legen.[2] Ab Februar 1986 sendete die NWO 24 Stunden täglich im Kabelnetz.[3] Radio Tele Allgäu hingegen wurde von Kempten aus gegründet. Beide Radiosender waren außerhalb Münchens die ersten deutschen Privatradiosender.[4]

Ab Dezember 1986 starteten die beiden konkurrierenden Radiosender dann eine Arbeitsgemeinschaft unter dem neuen Namen Radio Ostallgäu.[5]

Zunächst hatte Radio Ostallgäu seine Studio- und Produktionsräume jahrelang in der Johannes-Haag-Str. 17 in Kaufbeuren, in einem inzwischen abgerissenen Gebäude.[6] Betreiber des Senders war die Radio Ostallgäu Programmanbieter GmbH & Co. KG.[7] In den 2000er Jahren lautete der Slogan "eine Region, ein Sender".[8]

2008 wurde Radio Ostallgäu vom Lokalsender RSA gekauft. Daraufhin wurde ein Jahr unter dem Namen „RSA/Radio Ostallgäu“ gesendet. Im Jahr 2009 wurde das Mantelprogramm von RSA übernommen.[9]

Ehemalige Empfangsmöglichkeiten

Radio Ostallgäu war über folgende UKW-Frequenzen terrestrisch zu empfangen:[10]

  • Kaufbeuren 88,2 MHz
  • Eisenberg 106,3 MHz
  • Füssen 98,0 MHz
  • Marktoberdorf 97,9 MHz
  • Obergünzburg 105,2 MHz

Daneben gab es den Sender Radio Ostallgäu 2, der in den Kabelnetzen Kaufbeuren und Nesselwang verbreitet wurde. Es handelte sich nach Eigenbeschreibung um ein "älteres und ruhigeres" Musikprogramm.[11]

Moderatoren (Auswahl)

Moderatoren bei Radio Ostallgäu waren unter anderem (in alphabetischer Reihenfolge):

  • Eugen Hänßler
  • Alexander Hauk
  • Stefan Grudnik
  • Wolfgang Krebs
  • Helmer Litzke
  • Katja Maraj
  • Claus Rank
  • Frank Rickal
  • Philipp Schmid
  • Sebastian Sowa
  • Kirsten Tromnau
  • Wolfgang Wichmann
  • Marion Daltrozzo

Einzelnachweise

  1. Deutscher Musikrat (Hrsg.): Musik Almanach 2007/08. Conbrio Verlagsges, 2007, ISBN 978-3-932581-77-9, S. 926.
  2. Süddeutsche Zeitung: Radio Kaufbeuren programmiert: Die Stadt im Allgäu plant einen eigenen lokalen Sender. In: Süddeutsche Zeitung. 7. April 1984 (fmkompakt.de [PDF]).
  3. fmkompakt.de: Dr. Helmut Simon. In: fmkompakt.de. Abgerufen am 30. November 2025 (deutsch).
  4. Wolfgang Posewang: Kampf um die UKW-Frequenzen. In: tendenz - Magazin für Funk und Fernsehen der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien. Nr. 2/2005, 2005, S. 4 (blm.de [PDF]).
  5. Allgäuer Zeitung: RTA und NWO machen jetzt gemeinsame Sache: Das neue Radio Ostallgäu ist seit heute nacht in der Luft. Allgäuer Zeitung, 24. Dezember 1986 (fmkompakt.de [PDF]).
  6. Dorothée Berendes: Top Medien 2000. Eichborn Verlag AG, 2000, ISBN 978-3-8218-1612-8, S. 49.
  7. Impressum von Radio Ostallgäu (Memento vom 23. Dezember 2004 im Internet Archive)
  8. all-in.de (Memento vom 24. Juli 2018 im Internet Archive)Vorlage:Webarchiv/Wartung/Linktext_fehlt
  9. Radiosender für das ganze Allgäu. In: Allgäuer Zeitung. 26. Juni 2009, abgerufen am 27. Februar 2019.
  10. Ursprüngliche Frequenzen von Radio Ostallgäu (Memento vom 16. November 2006 im Internet Archive)
  11. BLM-Pressemitteilung vom 14.10.2004. Abgerufen am 24. Mai 2023.