Ręków

Ręków
Rankau
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Ręków
Rankau
Basisdaten
Staat: Polen Polen

Woiwodschaft: Niederschlesien
Powiat: Breslau
Gmina: Sobótka
Geographische Lage: 50° 56′ N, 16° 50′ O
Einwohner: 364 (2011)
Postleitzahl: 55-050
Kfz-Kennzeichen: DWR

Ręków (deutsch Rankau, schlesisch Ranke) ist ein Ort in der Stadt- und Landgemeinde Sobótka (Zobten), im Powiat Wrocławski (Kreis Breslau) der Woiwodschaft Niederschlesien in Polen.

Lage

Nachbarorte sind Stary Zamek (Altenburg) im Westen, Solna und Olbrachtowice (Albrechtsdorf) im Norden, Damianowice (Damsdorf) im Osten.

Geschichte

Erstmals erwähnt wurde Rankau im Jahre 1342 in einer Urkunde des Münsterberger Herzogs Nikolaus dem Kleinen. Der Ortsname lässt auf eine slawische Gründung schließen, die im Zuge der Ostkolonisation nach Deutschem Recht ausgesetzt wurde. Es gehörte zum Herzogtum Brieg, das 1311 aus dem Herzogtum Breslau ausgegliedert worden war und seit 1329 ein Lehen der Krone Böhmen war. Nach dem Tod des Herzogs Georg Wilhelm I., mit dem das Geschlecht der Schlesischen Piasten 1675 erloschen war, fiel Rankau zusammen mit dem Herzogtum Brieg durch Heimfall an den böhmischen Landesherrn zurück. Nach dem Ersten Schlesischen Krieg fiel es 1742 mit dem größten Teil Schlesiens Preußen. Nachfolgend gehörte Rankau bis zu seiner Auflösung 1932 zum Kreis Nimptsch. 1845 wurde das Dorf in zwei Anteile unterteilt:

  1. Anteil: Lothar Gustav Hermann Leopold Oskar von Schickfus und Neudorf gehörend: 60 Häuser, ein herrschaftliches Schloss und Vorwerk 480 Einwohner (31 katholisch und der Rest evangelisch), eine evangelische Pfarrkirche mit Pfarrwidum (Patron von Kirche und Schule Schickfus), eingepfarrt Rankau, Albrechtsdorf, Damsdorf, Duckwitz, Sägewitz, Borankwitz, Buchwitz, Gnichwitz, Guhrwitz, Puschkowe, Sachwitz, Schauerwitz, Schiedlagwitz, Schönbankwitz, Seschwitz, Wirrwitz, Jäschwitz, Stein, Strachau, Altenburg, Christelwitz, Michelsdorf, Mörschwitz, Queitsch und Rosenthal; eine evangelische Schule mit einem Lehrer und einem Hilfslehrer, katholische Kirche zu Wirrwitz, eine Windmühle, eine Brauerei, eine Brennerei, 23 Handwerker und vier Händler.
  2. Anteil: Bis zur Säkularisation das Stift St. Klara in Breslau, darauf dem königlichen Rentamt Nimptsch gehörend: Zehn Häuser und 83 evangelische Einwohner, gepfarrt zu Rankau.[1]

Im Zuge von Sparmaßnahmen nach der Weltwirtschaftskrise wurde der Kreis Nimptsch zum 1. Oktober 1932 aufgelöst und die Gemeinde Rankau dem Kreis Breslau eingegliedert, mit dem es bis 1945 verbunden blieb.

Als Folge des Zweiten Weltkriegs fiel Rankau mit dem größten Teil Schlesiens 1945 an Polen. Nachfolgend wurde es in Ręków umbenannt. Die einheimische deutsche Bevölkerung wurde – soweit sie nicht schon vorher geflohen war – vertrieben. Die neu angesiedelten Bewohner waren teilweise Zwangsumgesiedelte aus Ostpolen, das an die Sowjetunion gefallen war. Heute ist Ręków Teil der Landgemeinde Sobótka. Von 1975 bis 1998 gehörte Ręków zur Woiwodschaft Breslau.

Sehenswürdigkeiten

  • Die evangelische Pfarrkirche wurde 1945 zerstört, erhalten blieb der Friedhof mit zwei Grabkapellen aus dem 19. Jahrhundert.

Die evangelische Pfarrkirche wurde 1945 zerstört, erhalten blieben die beiden Grabkapellen. Die Umfassungsmauer ist größtenteils original, weist jedoch an mehreren Stellen später hinzugefügte Ziegelergänzungen auf. Auch die frühere Hauptpforte ist nicht mehr zugänglich, da sie vollständig zugemauert wurde. Von den historischen Gräbern haben sich allerdings überhaupt keine sichtbaren Spuren mehr erhalten. Die einzige bauliche Erinnerung an die deutsche Vergangenheit ist die ehemalige Harrach-Kapelle, die inzwischen als katholische Kirche genutzt wird. Eine zweite, kleinere Kapelle, die einst für die Familie von Mutius erbaut wurde, dient heute als Aufbahrungshalle. Der evangelische Friedhof soll bereits im 18. Jahrhundert angelegt worden sein und lange Zeit als regional bedeutsamer Begräbnisplatz für die umliegenden Gutshöfe diente. Früher standen mehrere aufwändige Familiengrüfte entlang der südlichen Mauer, die aber bereits in den 1960er-Jahren vollständig abgetragen wurden. Die letzten deutschen Grabsteine Wareb noch bis vor einigen Jahren im unteren Teil des Friedhofs vorhanden, bevor erneut Bestattungen vorgenommen wurden und die verbliebenen alten Steine entfernt wurden. Heute existiert keine einzige Grabplatte aus der Zeit vor 1945 mehr.

Vor etwa fünfzehn Jahren soll es ein lokales Projekt gegeben haben, um verbliebene Fragmente deutscher Gräber zu dokumentieren. Diese Dokumentation sei jedoch nie vollständig abgeschlossen worden und gelte heute als verschollen.

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Einzelnachweise

  1. Johann G. Knie: Alphabetisch-statistisch-topographische Uebersicht der Dörfer, Flecken, Städte und andern Orte der Königl. Preuß. Provinz Schlesien. Graß, Barth, 1845, S. 529.