Rüspe (Adelsgeschlecht)
Rüspe (auch Ruespe, Reuspe, Ruispe o. ä.) ist der Name eines erloschenen westfälischen Adelsgeschlechts.
Geschichte
Das Geschlecht stammt aus der Grafschaft Mark und hatte seinen namensgebenden Stammsitz im sauerländischen Rüspe, heute ein Ortsteil von Kirchhundem im Kreis Olpe. Später saß es zu Schloss Brüninghausen (Turmgut ab ca. 1400; Mühlengut ab 1519; bis 1622) im heutigen Plettenberg-Ohle im Märkischen Kreis und Gut Böckeloh (urkundlich 1538–1641) im heutigen Bauckloh, einem Ortsteil von Werdohl.[1][2][3]
Die Familie erscheint urkundlich erstmals 1312 mit der Erwähnung von Conrad de Rüspe im Soester Bürgerbuch.[4] Im Mannbuch der Herren von Bicken werden 1344 Conrad von Rüspe und sein Bruder Frederich erwähnt. 1353 bis 1411 treten die Herren von Rüspe verschiedene Male als Zeugen und Siegler in Wittgensteiner Urkunden auf. Anfang des 15. Jahrhunderts verlegte das Geschlecht seinen Wohnsitz von Rüspe nach Haus Brünninghausen bei Ohle, erscheint aber noch bis ins 17. Jahrhundert.[5] Um 1650 ist die Familie im Mannesstamm erloschen.[1]
Stammfolge
Folgende Stammfolge ist überliefert:[6]
- Evert von Rüspe (urkundlich 1406–1411) ⚭ N. N. von Ole, Schwester von Johann von Ole
- Conrad von Rüspe
- Guntermann von Rüspe (urkundlich 1411–1434) ⚭ Greite Freseken, 1441 Witwe
- Hermann von Rüspe
- Guntermann von Rüspe zu Brünninghausen (urkundlich 1450–1482) ⚭ Petronella von Plettenberg, 1482
- Gert von Rüspe (urkundlich ab 1513; † 1531), 1528 von Kurköln mit Brüninghausen belehnt, ⚭ Catharina von Eppe zu Goddelsheim
- Johann von Rüspe († 1586), 1532 minderjährig, Johann Eppe sein Vormund, 1539 mit Brüninghausen belehnt, ⚭ 1567 Catharina von Plettenberg zu Schwarzenberg († 1572), Tochter von Christoph von Schwarzenberg und Anna von Knipping
- Anna Catharina von Rüspe ⚭ I. Johann von Brabeck zu Letmathe; ⚭ II. Robert Stael
- Jojann von Rüspe, † in Frankreich
- Christoph von Rüspe zu Brüninghausen († 1614) ⚭ 1597 Sybilla von Effern genannt Hall zu Disternich, Tochter von Adolph von Effern genannt Hall und Margaretha von Bernsau zu Hardenberg
- Alexander von Rüspe († 1616 als er in Würzburg studierte)
- Anna Margaretha von Rüspe, Erbin von Brüninghausen, 1641 Witwe, ⚭ 1622 Arnold von der Horst zu Hellenbrock und Müdlinghausen
- Catharina Elisabeth (oder Sybilla Elisabeth oder Agnes) von Rüspe ⚭ 1622 Hans Georg Albert von Holdinghausen zu Berge, Almen und Schweppenburg
- Hermann von Rüspe, Propst zu Millen
- Agnes von Rüspe ⚭ Hermann von dem Broel genannt Plater zu Westhemmerde
- Margaretha von Rüspe, geistlich zu Blomberg
- Clara von Rüspe, geistlich zu Rumbeck
- Johann von Rüspe († 1586), 1532 minderjährig, Johann Eppe sein Vormund, 1539 mit Brüninghausen belehnt, ⚭ 1567 Catharina von Plettenberg zu Schwarzenberg († 1572), Tochter von Christoph von Schwarzenberg und Anna von Knipping
- Jürgen von Rüspe zu Bokeloh (urkundlich 1538–1542) ⚭ Jost von Syberg zum Busche, Witwe von Hermann von Overheide, Tochter von Hermann von Syberg und Anna von Vietinghoff genannt Schell
- Rotger von Rüspe zu Bokeloh ⚭ I. Margaretha Schenk von Schweinsberg, verzichteten beide 1568 auf die Güter zum Busch; ⚭ II. Goderta Fröhlichs
- aus I.: Johann von Rüspe zu Bokeloh (urkundlich 1593–1641), kinderlos, übertrug Haus Bokeloh an Anna Margaretha von Rüspe, Witwe von den Horst, ⚭ Hilberg von und zu Schwansbell, Tochter von Caspar von Schwansbell und Hilberg von Frydag
- aus II.: Moritz von Rüspe († 17. Juni 1626), Kapitularherr zu Fritzlar
- aus II.: Daniel von Rüspe, 1592 Kapiturlarherr zu Fritzlar
- Rotger von Rüspe zu Bokeloh ⚭ I. Margaretha Schenk von Schweinsberg, verzichteten beide 1568 auf die Güter zum Busch; ⚭ II. Goderta Fröhlichs
- Gert von Rüspe (urkundlich ab 1513; † 1531), 1528 von Kurköln mit Brüninghausen belehnt, ⚭ Catharina von Eppe zu Goddelsheim
Wappen
Blasonierung: In Blau zwei goldene ins Andreaskreuz gestellte Hakenlanzen, zwischen denselben in den Winkeln je drei goldene Steine, einer nach innen, zwei nach außen. Auf dem blau-golden bewulsteten Helm mit blau-goldenen Helmdecken die zwei gekreuzten Lanzen zwischen einem offenen blauen Flug.[1]
Literatur
- Anton Fahne: Geschichte der Westphälischen Geschlechter unter besonderer Berücksichtigung ihrer Uebersiedelung nach Preußen, Curland und Liefland, mit fast 1200 Wappen und mehr als 1300 Familien, Heberle, Köln 1858, S. 345 (Google Bücher).
- Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon, Band 7: Ossa–Ryssel, Leipzig 1867, S. 620 (Google Bücher).
- Leopold von Ledebur: Adelslexicon der Preußischen Monarchie. Band 2: L–S, Berlin 1856, S. 326 (digitale-sammlungen.de).
- Max von Spießen: Wappenbuch des Westfälischen Adels, mit Wappengrafiken von Adolf Matthias Hildebrandt, Band 1, Görlitz 1901–1903, S. 108 (hhu.de); Band 2, Görlitz 1903, Tfl. 270 (hhu.de).
- Johann Dietrich von Steinen: Westphälische Geschichte mit vielen Kupfern, 4ter Theil, Lemgo 1760, S. 518 ff. (Google Bücher).