Rübel von Biberach

Rübel von Biberach (auch Ruebel von Bieberach oder nur Rübel o. ä.) ist der Name eines erloschenen fränkisch-westfälischen Adelsgeschlechts.

Geschichte

Der Stammname der Familie war wohl Rübel und der Beiname Biberach wurde von einem Sitz derselben oder von der ehemaligen Reichsstadt Biberach in Schwaben angenommen.[1]

Das Geschlecht stammt ursprünglich aus Franken. 1596 saß die Familie zu Kirrweiler.[2] Später, im 17. und 18. Jahrhundert, war sie in Westfalen im Lippischen ansässig, u. a. zu Aussel bei Wiedenbrück.[3] Außerdem besaß die Familie die Güter Küterbrock und Horn[4] (beide urkundlich 1650–1700) sowie Gröpperhof (urkundlich 1681–1755[5]) südwestlich von Wellentrup.[1][2]

Georg Rübel von Biberach wurde 1576 in den Freiherrenstand erhoben.[2] Sein Enkel Georg Wilhelm Rübel von Biberach († 1660 in Horn), Herr auf Horn und Küterbrock, war kaiserlicher Oberstwachtmeister, Drost zu Horn und verheiratet mit Maria von Brackel († 1655 in Horn). Von ihnen stammte u. a. Johann Leopold Rübel von Biberach, verheiratet mit Anna Elisabeth von Warnenrath zu Lopel, deren Tochter Maria Gertrud Rübel von Biberach um 1727 mit Levin Ludwig von Schlabrendorf, Herr auf Kienitz und Glasow im Brandenburgischen, Senior des Stifts Brandenburg, vermählt war.[1] Johann Leopold Rübel von Biberachs und Anna Elisabeth von Warnenraths Sohn Levin Anton Henrich Rübel von Bieberach zu Küterbrock war mit Sophia Charlotta von Haxthausen, Erbin von Aussel in Wiendenbrück, verheiratet. Durch diese Ehe kam Haus Aussel an die Rübel von Biberach. Ihr Sohn Raban Elmerhaus Rübel von Bieberach, Herr zu Aussel, Küterbrock und Gröpperhof, heiratete Helene Charlotte Catharina von der Horst zu Milsen. Ihre Tochter Maria Sophia Rübel von Biberach, Erbin zu Aussel, Küterbrock und Gröpperhof, vermählte sich mit Jürgen Friedrich Ersamus von Juden, wodurch die Rübel von Biberachschen Familiengüter Mitte des 18. Jahrhunderts an die Familie Juden fielen.[6] Leopold August Ludwig Rübel von Biberach (1706–1763) war 1752 Propst zu Clarholz bei Rheda.[2][7]

Die Familie Rübel von Biberach erlosch um 1800.[3]

Wappen

Blasonierung: In Blau ein silbernes Rebmesser (flache Sichel) mit goldenem Griff, links daneben ein silberner Stern. Auf dem gekrönten Helm mit blau-goldenen Helmdecken ein silberner Stern zwischen einem offenen, rechts blauen und links goldenen Flug.[3]

Am dem Kotzenbergschen Hof in der Mittelstraße 33 in Horn ist ein Allianzwappen Kotzenberg-Rübel von Biberach mit der Inschrift Adamus Henricus a Kotzenberg – Margarete Gerdrudis Rübel a Biberac auxiliante Jehova paternas hasce aedes extruxere anno MDCLXXX (Adam Henrich von Kotzenberg – Margarete Gerdrut Rübel von Biberach haben mit Gottes Hilfe im Jahr 1680 das väterliche Haus ausgebaut) angebracht.[8] Margarethe Gertrud Rübel von Biberach (* 28. September 1636; † 2. November 1670) war eine Tochter der oben genannten Georg Wilhelm Rübel von Biberach († 1660) und Maria von Brackel († 1655). Die Wappen der Eheleute Kotzenberg-Rübel von Biberach finden sich ferner am Torhaus von Gut Rothensiek.

Auch auf einem Stifterschildchen auf dem Gesellschaftswappen des Klubs zur weißen Rose in Zürich ist das Rübel von Biberachsche Wappen dargestellt. Gustav Adelbert Seyler ordnet das Wappen einer „alten Elberfeld-Barmer Familie“ zu. Das Wappen fände sich im Bergischen Wappenbuch des J. Holtmanns.[9]

Literatur

Einzelnachweise

  1. a b c Kneschke (1859), S. 409.
  2. a b c d Kneschke (1867), S. 613.
  3. a b c Spießen (1901–1903), S. 108.
  4. Roland Linde: Der Burgmannenhof in Horn. In: Der Adel in der Stadt des Mittelalters und der frühen Neuzeit. Beiträge zum VII. Symposion des Weserrenaissance-Museums Schloß Brake vom 9. bis zum 11. Oktober 1995. Marburg 1996, S. 179–198.
  5. Rittergut Gröpperhof (Wellentrup) auf LippeHäuserWiki, abgerufen am 2. Dezember 2025.
  6. Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen, W 101 / Aufschwörungstafeln, Nr. 1358,0, abgerufen am 3. Dezember 2025.
  7. Ledebur (1856), S. 321.
  8. Franz Flaskamp: Die Hausinschriften der Stadt Horn. In: Mitteilungen aus der lippischen Geschichte und Landeskunde, Band 20, Detmold 1951, S. 77 (PDF, 2,5 MB).
  9. Seyler (1916), S. 31.