Quillacinga

Quillacinga und Quillasinga bezeichnet ein historisches indigenes Volk im südwestlichen Kolumbien.

Geschichte

Die Quillacinga lebten in der zentralen und nordöstlichen Andenkordillere des Departamento de Nariño, insbesondere in den Municipios Pasto, La Florida, Tangua und La Cruz.[1] Die Sprache der Quillacinga ist ausgestorben, aber in Ortsnamen überliefert.[2] Forschende vermuten mögliche Zugehörigkeit zur Chibcha-Sprachfamilie, mögliche Verwandtschaft mit der Kamsá-Sprache oder eine eigenständige, nicht klassifizierte Sprachgruppe.[2]

Im Jahr 1558 berichtete der Chronist Tomás López von 9144 steuerpflichtigen Quillacinga, was auf eine Gesamtbevölkerung von etwa 27.000 Menschen schließen lässt.[1] Bis 1590 war die Bevölkerung stark reduziert. Während der Kolonialzeit wurden viele ihrer Resguardos aufgelöst. 1999 wurde die Gemeinschaft El Encano bei Pasto offiziell als Quillacinga anerkannt, 2009 folgte die Gemeinschaft Jenoy in Genoy.

Im Gebiet von Sandoná und Chachagüí finden sich zahlreiche Petroglyphen und Felsmalereien, die der Quillacinga-Kultur zugeschrieben werden.[3] Diese Darstellungen zeigen kosmologische Symbole wie Spiralen und Tiere, die vermutlich mit Mondzyklen und agrarischen Ritualen verbunden waren.[3] Die Quillacinga betrieben Landwirtschaft (u. a. Mais, Kartoffeln) und tauschten Güter mit Nachbarvölkern wie den Pasto.

Die Flechtenart Cora quillacinga und die Spinnenart Strophaeus quillacinga sind nach den Quillacinga benannt.

Einzelnachweise

  1. a b Quillacinga. Organización Nacional Indígena de Colombia.
  2. a b Iván Aldemar Rodríguez Valencia: Estudios lingüísticos de los Quillacinga. Masterarbeit. Quito: Facultad Latinoamericana de Ciencias Sociales, 2020.
  3. a b Pedro Henry Burbano Rosas: Recuperación del pensamiento Quillacinga a partir del arte rupestre de Sandoná. Bachelorarbeit. Universidad de Nariño, 2003.