Quecksilberhydrid

Allgemeines
Name Quecksilberhydrid
Andere Namen
  • Quecksilbermonohydrid
  • Quecksilber(I)-hydrid
Summenformel HgH
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 13966-62-6
ECHA-InfoCard 100.381.342
PubChem 57348259
Wikidata Q6818555
Eigenschaften
Molare Masse 201,6 g·mol−1
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),[2] ggf. erweitert[1]

Gefahr

H- und P-Sätze H: 330​‐​310​‐​300​‐​373​‐​410
P: ?
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Quecksilberhydrid ist eine instabile anorganische chemische Verbindung des Quecksilbers aus der Gruppe der Metallhydride.

Darstellung und Eigenschaften

Quecksilberhydrid kann aus atomarem Wasserstoff und Quecksilberdampf hergestellt werden. An einer durch flüssige Luft gekühlten Oberfläche scheidet sich nach der Reaktion ein schwarzer Stoff ab, der sich bei −125 °C bis −100 °C zu Quecksilber und Wasserstoff zersetzt. Aus der Menge des entwickelten Wasserstoffs und des zurückbleibenden Quecksilbers lässt sich bestimmen, dass dieses Abscheidungsprodukt zu 70 % aus Quecksilberhydrid HgH und zu 30 % aus metallischem Quecksilber besteht.[3][4]

Ebenfalls möglich ist die Darstellung eines Quecksilberhydrides durch Reaktion von Quecksilber(I)-iodid und Lithiumaluminiumhydrid bei sehr tiefen Temperaturen, wobei Quecksilberdihydrid (HgH2) als weißer Feststoff entsteht, der sich ab −125 °C zersetzt und in der Gasphase eine lineare Molekülstruktur besitzt.[5][6][7]

Das Spektrum von Quecksilberhydrid wurde aufgrund seiner komplexen Struktur intensiv untersucht.[8][9][10]

Einzelnachweise

  1. Eintrag zu Quecksilberverbindungen, anorganisch in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 21. September 2025. (JavaScript erforderlich)
  2. Nicht explizit in Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP) gelistet, fällt aber mit der angegebenen Kennzeichnung unter den Gruppeneintrag inorganic compounds of mercury with the exception of mercuric sulphide and those specified elsewhere in this Annex in der Datenbank ECHA CHEM der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA), abgerufen am 21. September 2025. Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.
  3. Harrry J. Emeleus, J.S. Anderson: Ergebnisse und Probleme der Modernen Anorganischen Chemie. Springer Berlin Heidelberg, 2013, ISBN 978-3-642-86628-9, S. 534 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  4. K. H. Geib, P. Harteck: Festes Quecksilberhydrid. In: Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft (A and B Series). Band 65, Nr. 8, 1932, S. 1550–1551, doi:10.1002/cber.19320650859.
  5. B. L. Shaw: Inorganic Hydrides. Elsevier Science, 2013, ISBN 978-1-4831-6032-0, S. 109 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  6. Advances in Inorganic Chemistry and Radiochemistry. Academic Press, 1966, ISBN 0-08-057857-8, S. 298 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  7. Xuefeng Wang, Lester Andrews: Solid Mercury Dihydride: Mercurophilic Bonding in Molecular HgH2 Polymers. In: Inorganic Chemistry. Band 43, Nr. 22, 2004, S. 7146–7150, doi:10.1021/ic049100m.
  8. W. Kapuściński, J. G. Eymers: Intensitätsmessungen im Bandenspektrum des Quecksilberhydrids. In: Zeitschrift für Physik. Band 54, Nr. 3, 1929, S. 246–256, doi:10.1007/BF01339842.
  9. S. Mrozowski: Hyperfine Structure in the Band Spectrum of the Mercury Hydride HgH. In: Physical Review. Band 76, Nr. 12, 1949, S. 1820–1826, doi:10.1103/PhysRev.76.1820.
  10. K. A. Köhler, R. Feltgen, H. Pauly: Measurements of the resonance scattering of the systems H-Hg and H2-Hg and determination of the isotopic mercury hydride potential. In: Physical Review A. Band 15, Nr. 4, 1977, S. 1407–1413, doi:10.1103/PhysRevA.15.1407.