Chwaszczyno
| Chwaszczyno | ||
|---|---|---|
| ? | ||
| Basisdaten | ||
| Staat: | Polen
| |
| Woiwodschaft: | Pommern | |
| Powiat: | Kartuski | |
| Gmina: | Żukowo | |
| Geographische Lage: | 54° 27′ N, 18° 25′ O | |
| Einwohner: | 4609 (31. Dez. 2021[1]) | |
| Postleitzahl: | 80-209 | |
| Telefonvorwahl: | (+48) 58 | |
| Kfz-Kennzeichen: | GKA | |
| Wirtschaft und Verkehr | ||
| Straße: | S6 Stettin–Danzig | |
| DK20 Stargard–Szczecinek–Gdynia | ||
| DW218 Krokowa–Danzig | ||
| Nächster int. Flughafen: | Danzig | |
Chwaszczyno (deutsch Quaschin; kaschubisch Chwaszczëno) ist ein Dorf und Sołectwo (Schulzenamt) der Stadt-und-Land-Gemeinde Żukowo im Powiat Kartuski der polnischen Woiwodschaft Pommern. Es war Sitz einer gleichnamigen Landgemeinde.
Geographie
Der Ort liegt im ehemaligen Westpreußen, etwa elf Kilometer südwestlich der Stadt Gdynia, 2,5 Kilometer westnordwestlich von Danzig (Stadtbezirk Osowa) und neun Kilometer westlich des Stadtzentrum von Sopot.
Geschichte
Ältere Ortsnamen des ehemaligen Klosterdorfs, auf das im 13. Jahrhundert sowohl das Kloster Zuckau als auch das Kloster Oliva Anspruch erhoben hatten, sind Wasino (1229) und Quassino (1283); der Streit zwischen den Klöstern wurde 1316 unter dem Hochmeister des Deutschen Ordens Karl von Trier damit beendet, dass Oliva zugunsten Zuckaus Verzicht leistete.[2]
Um 1783 war Quaschin oder Kwaschin ein königliches Dorf und Erbpachts-Vorwerk mit 21 Feuerstellen (Haushaltungen).[3]
Die Landgemeinde Quaschin wurde am 20. Oktober 1897 mit dem gleichnamigen Gutsbezirk vereinigt. Letzterer galt als Wohnplatz der Gemeinde.[4]
Bis 1919 gehörte die Landgemeinde Quaschin zum Kreis Neustadt in Westpreußen im Regierungsbezirk Danzig der Provinz Westpreußen des Deutschen Reichs.
Nach dem Ersten Weltkrieg musste Quaschin aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags am 10. Januar 1920 zum Zweck der Verlegung des sogenannten Polnischen Korridors durch westpreußisches Territorium an Polen abgetreten werden,[5] wo das Dorf am 1. Januar 1927 in den Powiat morski eingegliedert wurde. Nach dem Überfall auf Polen 1939 trat das Gebiet des Korridors zum Deutschen Reich, und am 26. Oktober 1939 wurde das bisher polnische Dorf Chwaszczyno in Quaschin umbenannt; am 25. Juni 1942 erfolgte die Umbenennung in Quassendorf.[5]
Im Jahr 1945 bildete Quaschin eine Landgemeinde im Kreis Neustadt i. Westpr. im Reichsgau Danzig-Westpreußen des Deutschen Reichs.
Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs besetzte im Frühjahr 1945 die Rote Armee die Region. Nach Beendigung der Kampfhandlungen wurde das Kreisgebiet von der Sowjetunion der Volksrepublik Polen zur Verwaltung überlassen. Der deutschsprachige Bevölkerungsteil wurde in der Folgezeit von der polnischen Administration aus Quaschin vertrieben.
In den Jahren von 1975 bis 1998 gehörte Chwaszczyno administrativ zur Woiwodschaft Danzig, der Powiat war in diesem Zeitraum aufgelöst.
Demographie
| Jahr | Einwohner | Anmerkungen |
|---|---|---|
| 1818 | 273 | davon 122 im königlichen Dorf, 96 auf dem Erbpachtgut und 55 auf sieben Einödhöfen;[6] davon 122 (ein Lutheraner, 121 Katholiken) im königlichen Dorf, 96 (fünf Lutheraner, 91 Katholiken) auf dem königlichen Erbpachtgut und 55 (13 Lutheraner, 42 Katholiken) auf dem königlichen Quaschiner Einödhof-Siedlungskomplex[7] |
| 1852 | 532 | davon 287 im Dorf und 245 auf dem Vorwerk[8] |
| 1864 | 716 | am 3. Dezember, davon 296 im Gutsbezirk und 420 im Gemeindebezirk[9] |
| 1867 | 780 | am 3. Dezember, davon 457 im Dorf und 323 im Gutsbezirk[10] |
| 1871 | 778 | am 1. Dezember, davon 466 (38 Evangelische, 428 Katholiken) im Dorf und 312 (17 Evangelische, 294 Katholiken, ein sonstiger Christ) im Gutsbezirk[10] |
| 1985 | 789 | davon 474 im Dorf und 315 im Gutsbezirk[4] |
| 1905 | 942 | [4] |
| 1910 | 1003 | am 1. Dezember[11] |
Von 1998 bis 2021 wuchs die Einwohnerzahl des Orts um 172,4 Prozent.[1]
| Jahr | 1998 | 2002 | 2009 | 2011 | 2021 |
|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 1692 | 2538 | 2937 | 3396 | 4609 |
Gmina Chwaszczyno
Die Landgemeinde Chwaszczyno bestand von 1934 bis 1939 und von 1945 bis 1954. Sie umfasste die Orte Bojano, Chwaszczyno, Dobrzewino, Kielno, Koleczkowo, Kolonja, Osowa, Wiczlino und Wielki Kack.
Verkehr
In Chwaszczyno befindet sich ein bedeutender Knoten des Straßenverkehrs der Dreistadt (Trójmiasto), hier kreuzen sich die Schnellstraßen S6/S7 mit der Landesstraße DK20 und der Woiwodschaftsstraße DW218.
Fernbahnhöfe können in Gdynia, Sopot und mehreren Danziger Stadtteilen erreicht werden.
Der nächste internationale Flughafen Danzig ist nur wenige Kilometer entfernt.
Literatur
- Quaschin, Dorf, Kreis Neustadt Westpr., Provinz Westpreußen. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Quaschin (meyersgaz.org)
- Hans Prutz: Geschichte des Kreises Neustadt in Westpreussen, Danzig 1872, S. 206 (Google Books).
- Franz Schultz: Geschichte der Kreise Neustadt und Putzig. Danzig 1907 (pbc.gda.pl).
- Paul Niekammer: Westpreussisches Güter-Adressbuch, Niekammer, Stettin 1903, S. 52–53 (digitale-bibliothek-mv.de)
Weblinks
Fußnoten
- ↑ a b polskawliczbach.pl: Wieś Chwaszczyno w liczbach. (polnisch, abgerufen am 21. April 2023)
- ↑ Hans Prutz: Geschichte des Kreises Neustadt in Westpreussen, Danzig 1872, S. 206 (Google Books).
- ↑ Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preußen. Teil I, Königsberg/Leipzig 1785, Volständige Topographie vom West-Preußischen Cammer-Departement, S. 181 (Google Books).
- ↑ a b c westpreussen.de: Quaschin. (abgerufen am 21. April 2023)
- ↑ a b Amtsbezirk Großkatz (Territorial.de)
- ↑ Alexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preußischen Staats, Band 4: P–S, Halle 1823, S. 99, Ziffer 41–43 (Google Books).
- ↑ Danziger Regierungs-Departement, Verzeichniß der in den einzelnen Kreisen befindlichen Ortschaften, veröffentlicht ca. 1820 (enthält statistische Angaben von 1818), S. 176–177, Ziffer 231–233 (Google Books).
- ↑ Kraatz (Hrsg.): Topographisch-statistisches Handbuch des Preußischen Staats. Decker, Berlin 1856, S. 491 (Google Books).
- ↑ Preußisches Finanzministerium: Ergebnisse der Grund- und Gebäudesteuerveranlagung im Regierungsbezirk Danzig. Danzig 1867, Abschnitt 7. Kreis Neustadt in Westpreußen, S. 18–25, Ziffer 143–144 (Google Books).
- ↑ a b Königliches Statistisches Bureau: Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Preussen und ihre Bevölkerung. Nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871 bearbeitet und zusammengestellt, Berlin 1874. Abschnitt VIII. Kreis Neustadt in Westpreußen, S. 390–391, Ziffer 74 (Google Books), und S. 394–395, Ziffer 166 (Google Books).
- ↑ Der Landkreis Neustadt (Westpreußen) im Gemeindeverzeichnis 1900. Uli Schubert, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 21. März 2023; abgerufen am 29. Oktober 2025.