QRS-Betrieb

QRS-Betrieb ist ein Begriff aus dem Amateurfunkdienst und bezeichnet langsames Morsen.

Die Kurzbezeichnung „QRS“ ist übernommen vom Q‑Code für „Geben Sie langsamer!“. Der Betrieb findet üblicherweise in speziell dafür reservierten schmalen Frequenzbereichen innerhalb der Amateurfunkbänder statt, genannt QRS‑Aktivitätszentren, beispielsweise im 20‑Meter-Band bei 14.055 kHz.

QRS

Im Gegensatz zur üblicherweise verwendeten „normalen“ Gebegeschwindigkeit von rund 20 Wörtern pro Minute (WpM), was etwa 100 Buchstaben pro Minute (BpM) entspricht, arbeitet man bei QRS etwa mit der halben Geschwindigkeit, also meist um die 10 WpM. Diese für die Betriebsart Morsefunk (auch genannt CW von continuous wave) relativ geringe Übertragungsrate wird gerne von Anfängern genutzt, die das Geben und insbesondere das Hören von Morsezeichen gerade erlernen und noch etwas üben müssen.

Für QRS sind die folgenden Frequenzen reserviert:[1]

QRS-Frequenzen
Frequenzband Frequenz
80 m 03.555 kHz
20 m 14.055 kHz
15 m 21.055 kHz
10 m 28.055 kHz

QRSS

Als extreme Erweiterung zu noch niedrigeren Übertragungsraten hin, gibt es QRSS, was als englisch super slow („superlangsam“) interpretiert werden kann. Hierbei sinkt die Zeichenrate auf wenige Buchstaben pro Minute ab. Verwendet wird QRSS beispielsweise im 2,2‑km-Band (135,7–137,8 kHz).[2] Gelegentlich sendet man sogar mit weniger als einem Buchstaben pro Minute. Vorteil dieser äußerst langsamen Datenübertragung ist die Möglichkeit des empfindlichen Empfangs von Signalen bei sehr schmaler Bandbreite, die sonst aufgrund von Rauschen nicht detektiert werden könnten. So lassen sich auch mit Amateurmitteln und relativ bescheidenen Funkgeräten Verbindungen über sehr große Entfernungen erreichen.

QRQ

Als Pendant zu QRS gibt es QRQ, wobei das Q als englisch quick („schnell“) gelesen werden kann. Damit ist die Schnelltelegrafie gemeint, bei der etwa die doppelte oder sogar die dreifache Geschwindigkeit im Vergleich zu den „normalen“ rund 20 WpM erreicht wird, also typischerweise ab 35 WpM bis hinauf zu 75 WpM und in Einzelfällen sogar mehr. Hierzu werden besondere Morsetasten benutzt.

Einzelnachweise

  1. DK4VW: Kurzwellen-Bandplan. (PDF; 177 kB) In: DARC. 1. Juni 2016, abgerufen am 16. November 2025 (Aktivitätszentren).
  2. Bandpläne Kurzwelle. In: ÖVSV. Abgerufen am 16. November 2025 (QRSS im 2,2‑km‑Band).