Pyrenäen-Gamander
| Pyrenäen-Gamander | ||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
|
Pyrenäen-Gamander (Teucrium pyrenaicum) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
| ||||||||||||
| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Teucrium pyrenaicum | ||||||||||||
| L. |
Der Pyrenäen-Gamander (Teucrium pyrenaicum)[1] ist eine Pflanzenart aus der Gattung Gamander (Teucrium) in der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae).[2] Der niedrige Halbstrauch ist in Nordspanien und Südwestfrankreich verbreitet und wird selten als Zierpflanze verwendet.
Beschreibung
Vegetative Merkmale
Der Pyrenäen-Gamander ist ein an der Basis verholzter Halbstrauch, der dichte Matten aus haarigen, niederliegenden bis aufsteigenden, 15 bis 30 Zentimeter langen Stängeln bildet. Die gestielten Laubblätter sind am Grund keilförmig, 9 bis 13 (selten bis 25) Millimeter lang, rundlich, auffällig geadert, am Rande gekerbt und ober- und unterseits spärlich langhaarig.[2][1]
Generative Merkmale
Die Blütezeit reicht von Juni bis August. Die bis 2 Zentimeter langen Blüten erscheinen in einem endständigen Köpfchen und sind von laubblattähnlichen Hochblättern umgeben. Der rötliche oder grüne, 9 bis 12 Millimeter lange, kahle oder langhaarige Blütenkelch besitzt 3 bis 4 Millimeter lange Kelchzähne. Die Blütenkrone hat eine weiße bis cremefarbene, dreilappige Unterlippe mit großem Mittel- und schmalen Seitenlappen sowie eine kleine, nach oben stehende, violette oder grünliche Oberlippe.[1][3]
Chromosomensatz
Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 13; es tritt Diploidie mit einer Chromosomenzahl von 2n = 26 auf.[4][5]
Vorkommen
Das natürliche Verbreitungsgebiet des Pyrenäen-Gamanders erstreckt sich von Nordspanien (nördliches Katalonien, Aragonien und Navarra) über die Pyrenäen bis Südwestfrankreich.[1] Er besiedelt dort trockene Kalkhänge und Bergwiesen bis in Höhenlagen von 2000 Metern.[2][3]
Taxonomie und Systematik
Die Erstveröffentlichung von Teucrium pyrenaicum erfolgte im Jahr 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus II, S. 566.[6][7] Das Artepitheton pyrenaicum bedeutet „aus den Pyrenäen“. Ein Synonym für Teucrium pyrenaicum ist Polium pyrenaicum (L.) Mill. Es sind zwei Unterarten bekannt:[7]
- Teucrium pyrenaicum subsp. pyrenaicum: Diese Unterart kommt vom nordöstlichen Spanien bis ins südwestliche Frankreich vor. Sie wird 10 bis 15 Zentimeter groß, besitzt relativ große Laubblätter, kurze Blattstiele und Blüten mit violetter Oberlippe.[8]
- Teucrium pyrenaicum subsp. guarensis P.Monts.: Diese Unterart kommt von den südlichen Pyrenäen bis ins nordöstliche Spanien vor. Sie wird nur 5 bis 10 Zentimeter groß und besitzt kleinere Laubblätter, längere Blattstiele und Blüten mit grünlicher Oberlippe.[8]
Phylogenetische Analysen zeigen, dass der Pyrenäen-Gamander eng mit dem Polei-Gamander, dem Berg-Gamander und dem Kopfigen Gamander (Teucrium capitatum) verwandt ist.[9]
Verwendung
Der Pyrenäen-Gamander wird selten als trockenheitsverträgliche Zierpflanze für sonnige Steingärten und Trockenmauern genutzt. Er eignet sich auch gut für eine bodendeckende Bepflanzung von Gräbern und für die extensive Dachbegrünung.[2][3] Der Pyrenäen-Gamander gilt als winterhart bis etwa −23 °C (Zone 6).[10]
Da der Pyrenäen-Gamander toxische, leberschädigende Neo-Clerodan-Diterpenoide enthält, ist wie bei anderen Gamanderarten von einer medizinischen Verwendung abzuraten.[11][12]
Literatur
- Leo Jelitto, Wilhelm Schacht, Hans Simon: Die Freiland-Schmuckstauden, Handbuch und Lexikon der Gartenstauden. Band 2: I bis Z. 5., völlig neu bearbeitete Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2002, ISBN 3-8001-3265-6, S. 889.
Weblinks
- Datenblatt Teucrium pyrenaicum mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Mittelmeer- und Alpenflora
- Teucrium pyrenaicum / Pyrenäen-Gamander bei galasearch.de
- Datenblatt Teucrium pyrenaicum bei Tela botanica
- Fotos von Teucrium pyrenaicum bei iNaturalist Australia
- Fotos von Teucrium pyrenaicum subsp. pyrenaicum bei Günther Blaich
- Fotos von Teucrium pyrenaicum subsp. guarensis bei Günther Blaich
Einzelnachweise
- ↑ a b c d Thomas Meyer, Michael Hassler: Datenblatt Teucrium pyrenaicum mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Mittelmeer- und Alpenflora.
- ↑ a b c d Leo Jelitto, Wilhelm Schacht, Hans Simon: Die Freiland-Schmuckstauden, Handbuch und Lexikon der Gartenstauden. 5., völlig neu bearbeitete Auflage. 2: I bis Z. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2002, ISBN 3-8001-3265-6, S. 889.
- ↑ a b c Eckehart J. Jäger, Friedrich Ebel, Peter Hanelt, Gerd K. Müller (Hrsg.): Exkursionsflora von Deutschland. Begründet von Werner Rothmaler. Band 5: Krautige Zier- und Nutzpflanzen. Springer, Spektrum Akademischer Verlag, Berlin/Heidelberg 2008, ISBN 978-3-8274-0918-8, S. 491.
- ↑ Massoud Ranjbar, Chonour Mahmoudi, Hamid Nazari: An overview of chromosomal criteria and biogeography in the genus Teucrium (Lamiaceae). In: Caryologia. Band 71, Nr. 1, Februar 2018, S. 63–79, doi:10.1080/00087114.2017.1420587.
- ↑ Taner Özcan, Tuncay Dirmenci, Esra Martin, Fahim Altınordu: Cytotaxonomical study in five taxa of the genus Teucrium L.(Lamiaceae). In: Caryologia. Band 68, Nr. 1, Januar 2015, S. 1–8, doi:10.1080/00087114.2014.996037.
- ↑ Carl von Linné: Species Plantarum. Band 2, Impensis Laurentii Salvii, Holmiae 1753, S. 566, Digitalisat.
- ↑ a b Datenblatt Teucrium pyrenaicum L. bei POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science.
- ↑ a b Thomas Meyer, Michael Hassler: Unterarten von Teucrium pyrenaicum mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Mittelmeer- und Alpenflora.
- ↑ Yasaman Salmaki, Stefan Kattari, Günther Heubl, Christian Bräuchler: Phylogeny of non‐monophyletic Teucrium (Lamiaceae: Ajugoideae): Implications for character evolution and taxonomy. In: Taxon. Band 65, Nr. 4, August 2016, S. 805–822, doi:10.12705/654.8.
- ↑ Datenblatt Teucrium pyrenaicum bei Missouri Botanical Garden.
- ↑ Pilar Fernández, Benjamín Rodríguez, Juan-Antonio Villegast, Aurea Perales, Giuseppe Savona, Franco Piozzi, Maurizio Bruno: Neo-clerodane diterpenoids from Teucrium pyrenaicum and T. subspinosum. In: Phytochemistry. Band 25, Nr. 6, Mai 1986, S. 1405–1409, doi:10.1016/S0031-9422(00)81298-4.
- ↑ Felix Stickel, Daniel Shouval: Hepatotoxicity of herbal and dietary supplements: an update. In: Archives of toxicology. Band 89, Nr. 6, Februar 2015, S. 851–865, doi:10.1007/s00204-015-1471-3.