Puerto de las Nieves
| Puerto de las Nieves Gemeinde Agaete
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| Blick auf den Hafen | ||
| Wappen | Karte der Kanarischen Inseln | |
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| Basisdaten | ||
| Land: | Spanien | |
| Autonome Gemeinschaft: | Kanarische Inseln | |
| Provinz: | Las Palmas | |
| Insel: | Gran Canaria | |
| Koordinaten: | 28° 6′ N, 15° 43′ W | |
| Einwohner: | 667 (2011) INE | |
| Postleitzahl(en): | 35489 | |
| Ortskennzahl: | 35001000700 | |
Puerto de las Nieves ist ein Ortsteil der Gemeinde Agaete an der Nordküste der Insel Gran Canaria. Er ist geprägt durch seinen namensgebenden Hafen, der in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts kurzfristige Bedeutung gewann, danach bedeutungslos war und erst seit den 1990er Jahren als Fährhafen wieder zum zweitgrößten Hafen der Insel wurde.
Geschichte
Kurzfristig bedeutend war der Hafen erstmals im Zuge der Eroberung Gran Canarias durch die Spanier Ende des 15. Jahrhunderts. 1481 landeten dort Pedro de Vera und Alonso Fernández de Lugo mit zwei Schiffen und errichteten einen Befestigungsturm mit 20 Soldaten. Ab 1482 verstärkt durch 150 von Fernán Peraza geführte Soldaten eröffneten sie damit eine zweite Front auf der Insel vom Nordwesten her.[1]
Unter dem Namen Puerto de Agaete kam der Hafen in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts zu einiger Bedeutung, da er neben den Häfen von Sardina und Melenara der Verschiffung des in den benachbarten Gemeinden produzierten Zuckers diente. Mit der Verlagerung des Zuckeranbaus nach Amerika kam der Anbau jedoch in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts bereits wieder zum Erliegen, danach war der Hafen nur noch von sekundärer Bedeutung und diente hauptsächlich dem Handel zwischen Gran Canaria und der Nachbarinsel Teneriffa mit kleinen Booten.[1]
Ab dem 17. Jahrhundert findet sich in Quellen gelegentlich dann auch der Name Puerto de las Nieves. Der Hafen war allerdings im 19. Jahrhundert bedeutungslos geworden.[1] Ab 1864 begannen Planungen für modernere Hafenanlagen, vor allem einen Kai, für die Fischerei. Die Errichtung zog sich hin bis 1878 und endete mit einem vorläufigen, deutlich kleineren Bau als geplant, der von 1902 bis 1903 dann noch einmal erweitert wurde. Das Anlegen im Hafen war jedoch schwierig und wiederholt kam es bei Fischern zu Unfällen. Um dem zu begegnen und die Fischerei zu fördern, wurden ab den 1960er Jahren neue Bauprojekte geplant, die neben einem neuen Kai auch einen Wellenbrecher vor der Bucht enthielten, alle Anläufe scheiterten jedoch. Durch zahlreiche Neuplanungen und Einstellungen zog sich das Projekt hin bis in die 1990er Jahre, erst 1994 waren die Bauarbeiten abgeschlossen und ein neuer Hafen wurde eröffnet, der neben der Fischerei auch Handelsschiffen und einer großen Passagierfähre nach Teneriffa Raum gab.[2] Durch diese Erweiterung wurde Puerto de las Nieves zum zweitgrößten Hafen Gran Canarias.[1] Seither wurden weitere signifikante Ausbauten des Hafens geplant und teils auch vorbereitet.[2]
Sehenswürdigkeiten
- Die Kapelle Virgen de las Nieves mit dem Triptychon des Flamen Joos van Cleve, das hier seit dem 16. Jh. gehütet wird. Es zeigt in der Mitte Maria mit dem Kind.
Einzelnachweise
- ↑ a b c d Alfredo Mederos Martin, Gabriel Cobo: Ensenadas y puertos de Gran Canaria. In: Anuario de estudios atlánticos. Band 48, 2002, S. 367–368, 402 (researchgate.net).
- ↑ a b Isaac Mendizábal Rodríguez: Puertos de Gran Canaria: Análisis de casos para un estudio historiográfico. Master-Thesis. Universidad de Las Palmas de Gran Canaria, Las Palmas 2021, S. 26–31 (ulpgc.es [PDF]).